Ausgezeichnet wurden Pia Manz, die Grundschullehramt studiert, sowie Florian Kokott und Katja Mack, die beide Mittelschullehramt studieren. Begleitet wurde das Team von Dr. Maximiliane Schumm, Fachvertretung Didaktik der Biologie an der KU. Der Wettbewerb „BiUtopie – Biologie-Unterricht optimal innovativ entwickeln“ wurde zum dritten Mal von der Freien Universität Berlin im Bereich Didaktik der Biologie ausgerichtet. Er richtet sich an Biologie-Lehramtsstudierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte und innovative Unterrichtskonzepte zu entwickeln, praktisch zu erproben und anschließend zu reflektieren.
Das KU-Team entwickelte eine 45-minütige Unterrichtsstunde für eine 9. Klasse der Mittelschule. Unter dem Titel „Soja und vegane Produkte – nachhaltig oder problematisch?“ behandelt das Konzept ökologische und soziale Fragen rund um den Sojaanbau und vegane Ernährung. Zugleich steht Medienkompetenz im Fokus: Die Schülerinnen und Schüler analysieren Fake News in sozialen Medien, erkennen manipulative Darstellungen und ordnen Informationen fachwissenschaftlich ein. „In Anbetracht der gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen, denen die Schülerinnen und Schüler begegnen werden, erschien es uns sinnvoll, das Thema Nachhaltigkeit mit Medienbildung zu verschränken", erklärt Pia Manz. Ein erster Entwurf entstand im Rahmen eines interdisziplinären LehramtPro-Seminars unter der Leitung von Dr. Petra Hiebl, Leiterin des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung der KU, und Dr. Maximiliane Schumm.
Nach der erfolgreichen ersten Wettbewerbsrunde wurde das Team zur Endrunde am 21. und 22. Juni in Berlin eingeladen. Dort nahmen die Studierenden zunächst an einem Kommunikations-Workshop teil, bevor sie ihr Konzept am Droste-Hülshoff-Gymnasium in Berlin-Zehlendorf mit Schülerinnen und Schülern erprobten. Anschließend folgte eine Reflexionsrunde mit der Jury. Am Ende wurde das KU-Team mit dem dritten Platz ausgezeichnet, die ersten beiden Plätze gingen an zwei Teams der Ruhr Universität Bochum. „Das innovative Lehrkonzept aus BNE und Interaktivität hat die Jury überzeugt“, sagt Dr. Maximiliane Schumm. Die Teilnahme habe den Studierenden ermöglicht, „ihre fachdidaktischen und kommunikativen Kompetenzen zu erweitern und spannende neue Eindrücke sammeln“.
Als besonderer Gewinn gilt dabei nicht nur die Platzierung selbst, sondern vor allem die Möglichkeit, das eigene Konzept in Berlin mit einer Schulklasse zu erproben und sich mit anderen Studierenden sowie Expertinnen und Experten auszutauschen. „Durch die Planung, Durchführung und Reflexion einer eigenen Unterrichtsstunde konnten die Studierenden wertvolle Erfahrungen sammeln, die sowohl für ihr Studium als auch für ihre zukünftige berufliche Laufbahn als Lehrkräfte von großer Bedeutung sind“, so Schumm. Zusätzlich erhielten die drei KU-Studierenden für den dritten Platz jeweils ein Preisgeld von 200 Euro. „Als Gruppe haben wir viel gelernt und eine schöne und lehrreiche Zeit in Berlin verbracht. Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit an diesem Wettbewerb teilzunehmen“, so Pia Manz.
Auch der Austausch im Rahmen des Wettbewerbs habe eine wichtige Rolle gespielt. Er habe dazu beigetragen, „wissenschaftliche Inhalte verständlich und ansprechend zu vermitteln“, sagt Schumm. Gefördert wird „BiUtopie 2026“ von der Klaus-Tschira-Stiftung sowie der Sektion Fachdidaktik der Biologie im VBIO. Nach einer weiteren Überarbeitung soll das Unterrichtskonzept der KU-Studierenden auch veröffentlicht werden.
Text: Chrisitian Klenk