Flávio Morgado als Gastwissenschaftler am ZILAS

Von September 2026 bis Januar 2027 ist Flávio Morgado, Doktorand in Politischer Geschichte an der Universidade do Estado do Rio de Janeiro (UERJ), zu einem Forschungsaufenthalt am ZILAS. In seinem Dissertationsprojekt untersucht er Archive als Orte ästhetischer und politischer Auseinandersetzung in der brasilianischen Gegenwartskunst.

Von September 2026 bis Januar 2027 ist Flávio Morgado zu einem Forschungsaufenthalt am ZILAS – Zentrum für Lateinamerikastudien der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zu Gast. Morgado promoviert im Bereich Politische Geschichte an der Universidade do Estado do Rio de Janeiro (UERJ – PPGH), wo er von Prof. Dr. Eduardo Ferraz Felippe betreut wird. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet er auch als bildender Künstler, Kurator und Poet.

In seinem Dissertationsprojekt „Insurgent Archive: Memory, Erasure and Symbolic Dispute in Brazilian Contemporary Art“ untersucht Morgado, wie zeitgenössische brasilianische Künstlerinnen wie Rosângela Rennó, Rosana Paulino und Aline Motta mit Archiven arbeiten. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Archive nicht nur als neutrale Speicher der Vergangenheit, sondern als Orte ästhetischer, historischer und politischer Auseinandersetzung verstanden werden können. Sein Konzept des „insurgent archive“ richtet den Blick insbesondere auf Prozesse des Erinnerns, Auslöschens, Sichtbarmachens und der symbolischen Neuverhandlung von Geschichte.

Der Forschungsaufenthalt wird durch das PDSE/CAPES-Programm gefördert. Am ZILAS wird Morgado sein Konzept des „insurgent archive“ im Austausch mit internationalen Debatten zu politischer Erinnerung, Autoritarismus und Transitional Justice weiterentwickeln. An der KU wird sein Forschungsaufenthalt von Prof. Dr. Miriam Lay Brander und Prof. Dr. Nina Schneider betreut.