„Klug, mutig, maßvoll“: Festakt würdigt Arbeit von KU-Präsidentin Gien

Als klug, mutig, maßvoll und verbindend haben die Vorsitzenden der universitären Gremien das Wirken von KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien gewürdigt. Anlässlich des Beginns der dritten Amtszeit von Gien hoben der Vorsitzende des Stiftungsrats, Horst Seehofer, die Vorsitzende des Hochschulrats, Barbara Loos, und der Vorsitzende des Senats, Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Giens Führungsstil ebenso hervor wie die Entwicklung der Katholischen Universität in den vergangenen Jahren.

In seiner Laudatio würdigte Horst Seehofer im Rahmen einer Feierstunde im Holzersaal der Sommerresidenz KU-Präsidentin Gien. Diese vereine in ihrem Führungsstil gleich vier Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Gien gehe mit ihren Mitmenschen „respektvoll und fair“ um, habe den Mut, für ihre Standpunkte einzustehen, und suche zugleich auch in strittigen Fragen den Ausgleich. Zugleich bescheinigte er ihr einen Führungsstil, der Erfolge nicht als Anlass zur Selbstzufriedenheit nehme: „Sie beherzigen den Grundsatz: Der größte Feind des Erfolges ist der Erfolg.“

Seehofer

Seehofer hob zudem die starke Entwicklung der KU während Giens Amtszeit hervor. Sichtbar geworden sei dies in Forschung, Lehre und Profilbildung, aber auch in der großen Wertschätzung durch Studierende. Als Meilenstein nannte er die Aufnahme der KU in die Deutsche Forschungsgemeinschaft. „Das kriegt man nicht durch Kontakte und freundliches Auftreten, sondern nur durch Spitzenforschung und Leistung“, sagte Seehofer. Auch die wiederholte Auszeichnung der KU als beliebteste Universität Deutschlands durch die Studierenden und Absolventen sei Ausdruck dieser Entwicklung. Solche Erfolge seien zwar immer Gemeinschaftsleistungen, betonte Seehofer. Neben der positiven Entwicklung der Universität hob Seehofer auch das gute Miteinander innerhalb der KU und in ihren Gremien hervor. In der Zusammenarbeit zwischen Stiftung, Hochschulrat, Senat und Hochschulleitung habe er eine Gemeinschaft erlebt, „die zusammensteht und von dem Ziel beseelt ist, das Beste für die jungen Leute, für die Universität und damit auch für unsere Region zu erreichen“.

Barbara Loos

Auch Barbara Loos würdigte Gien vor allem als Persönlichkeit. Das Wort, das ihr zur Präsidentin immer wieder einfalle, sei „klug“, sagte die Vorsitzende des Hochschulrats. In diesem Begriff stecke alles, was gute Führung ausmache: nicht nur Intelligenz, sondern auch Empathie, Respekt, Beharrlichkeit und die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen. Gerade dieser Dreiklang aus analytischer Stärke, menschlicher Zugewandtheit und strategischer Klarheit habe Gien in den vergangenen Jahren ausgezeichnet. Zugleich verwies Loos auf die positive Entwicklung der KU in den vergangenen Jahren. Diese sei Ergebnis großer Anstrengung, hoher Verlässlichkeit und eines Führungsstils, der persönliche Zurücknahme mit institutioneller Verantwortung verbinde. Rückblickend könne die Zeit unter Gien, so Loos, einmal als „goldene Ära“ der Universität erscheinen.

Thomas Hoffmann

Thomas Hoffmann erinnerte in seinem Grußwort an die Ausgangslage zu Beginn von Giens Präsidentschaft. In der öffentlichen Wahrnehmung sei die KU damals oft als „Schiff in tosender See“ beschrieben worden. Mit Blick auf diese zurückliegenden schwierigen Jahre hob der Vorsitzende des Senats hervor, wie sehr sich die Universität seither zum Positiven verändert habe. Die Jahre mit der Notwendigkeit zu Sparmaßnahmen seien für alle „eine extreme Härte“ gewesen. Dass die KU diese Phase gemeinsam bewältigt habe, sei Ausdruck einer besonderen Führungskultur und eines starken inneren Zusammenhalts: „Nur aufgrund der wunderbaren Führung und der Zusammenarbeit in dieser Universität ist es uns gelungen, hier durch zu gehen.“ Umso dankbarer sei man, dass Gien die KU auch in ihrer dritten Amtszeit weiterführen werde.

Gabriele Gien

In ihren Dankesworten stellte Gabriele Gien die Gemeinschaft der Universität in den Mittelpunkt. Sie dankte allen, die die KU in den vergangenen Jahren getragen und mitgestaltet haben – im Präsidium, in Senat, Hochschulrat und Stiftungsrat, in den Fakultäten und der Verwaltung sowie unter den Studierenden. Ihr Credo sei, dass Erfolg an einer Universität nur gemeinsam möglich sei. „Mutmacher zu haben, ist eine Quelle des Glücks“, sagte Gien. Im Rückblick auf die ersten Jahre ihrer Präsidentschaft erinnerte Gien an Phasen, in denen es darauf angekommen sei, den Blick trotz aller Belastungen nach vorne zu richten. „Auf gar keinen Fall nach unten schauen, sondern immer nach oben“, beschrieb sie ihre Haltung. Entscheidend sei gewesen, Herausforderungen nicht allein bewältigen zu müssen, sondern sich auf ein starkes Miteinander verlassen zu können. Deshalb seien gerade die ersten kleinen Erfolge wichtig gewesen: Sie hätten gezeigt, dass die Universität wieder zusammenfinde und gemeinsam etwas bewegen könne. Zugleich machte Gien deutlich, dass Zuversicht kein Schönreden bedeute: „Zuversicht und Optimismus zu bewahren, heißt nicht, Herausforderungen wegzulächeln.“ Mit Blick auf die Zukunft unterstrich Gien, dass die KU ihr Profil in einer sich wandelnden Hochschullandschaft weiter schärfen müsse. Die Universität habe eine besondere Rolle – als forschungsstarke, werteorientierte und gesellschaftlich engagierte Hochschule. „Wir müssen noch einzigartiger werden und noch sichtbarer werden“, sagte Gien. Die besondere Stärke der KU liege dabei im gemeinsamen Arbeiten an einer Vision.

Musik

Gabriele Gien steht seit 2014 an der Spitze der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, zunächst interimistisch, seit 2016 als gewählte Präsidentin. 2021 und 2026 wurde sie im Amt bestätigt. Die in München geborene Germanistin kam 2009 auf den Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an die KU und wurde noch im selben Jahr zur Vizepräsidentin für Studium und Lehre gewählt. Von 2013 an war sie Vorsitzende des Senats. Bundesweite Aufmerksamkeit erhielt Gien 2024 mit der Auszeichnung als „Hochschulmanagerin des Jahres“, verliehen vom Centrum für Hochschulentwicklung und der Wochenzeitung Die Zeit. Während ihrer Amtszeit hat die KU ihr Profil in Forschung, Lehre, Transfer und Internationalisierung deutlich geschärft; 2023 wurde sie als erste nichtstaatliche Universität in Deutschland Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft.


Text und Fotos: Christian Klenk

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