KU bringt Erasmus+-Expertise nach Brüssel

Wie kann studentischer Austausch in Europa einfacher, digitaler und nutzerfreundlicher werden? Mit dieser Frage hat sich eine Konferenz der Europäischen Kommission in Brüssel beschäftigt. Mit dabei war auch die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die bei der Digitalisierung des Erasmus+-Programms europaweit eine besondere Rolle einnimmt.

Thomas Grubauer, Erasmus+ Hochschulkoordinator im International Office, vertrat die KU bei der ESCI+ Consultation Conference und nahm in diesem Rahmen stellvertretend für die Universität auch die Auszeichnung als „ESCI Champion“ entgegen. Mit diesem Titel würdigt die Europäische Kommission Hochschulen, die bei der digitalen Weiterentwicklung des Erasmus+-Programms als Vorreiter gelten und ihre Erfahrungen an andere Einrichtungen weitergeben. Erasmus+ ist das bekannteste europäische Austauschprogramm für Studierende. Jedes Jahr gehen damit europaweit mehr als eine Million Menschen zum Lernen, Lehren oder Arbeiten ins Ausland. Damit solche Aufenthalte künftig einfacher organisiert werden können, treibt die Europäische Union seit einigen Jahren die Digitalisierung des Programms voran.

Dazu gehört zum Beispiel, dass Hochschulen wichtige Unterlagen nicht mehr auf Papier austauschen, sondern digital. Auch Studienabkommen, Anerkennungsverfahren und die Übermittlung von Studierendendaten sollen Schritt für Schritt elektronisch abgewickelt werden. Ziel ist es, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen, den Aufwand für Hochschulen zu verringern und Studierenden die Planung ihres Auslandsaufenthalts zu erleichtern.

Im Mittelpunkt der Konferenz in Brüssel stand die Frage, wie diese digitalen Strukturen in der nächsten Erasmus+-Programmgeneration ab 2028 weiterentwickelt werden sollen. Nach Angaben der Europäischen Kommission nahmen mehr als 220 Personen vor Ort teil, mehrere hundert weitere waren online zugeschaltet. Vertreten waren Hochschulen, nationale Behörden, Studierendenorganisationen und weitere Einrichtungen aus ganz Europa. Vorgestellt wurden erste Ergebnisse einer großen Befragung zur bisherigen Entwicklung digitaler Erasmus+-Prozesse. Deutlich wurde dabei: Die bestehenden Angebote sollen nicht grundlegend neu aufgebaut, sondern gezielt verbessert und besser miteinander verknüpft werden. Geplant ist also kein Neustart, sondern die Weiterentwicklung eines bereits etablierten Systems.

Für die KU ist das Thema von besonderer Bedeutung: Sie wurde von der Europäischen Kommission als einzige Hochschule in Deutschland als „ESCI Champion“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung gilt zunächst bis 2027 und macht die besondere Rolle der KU bei der Digitalisierung von Erasmus+ sichtbar. Grundlage dafür ist die langjährige Arbeit an digitalen Abläufen rund um den Auslandsaufenthalt. So hat die KU Verfahren aufgebaut, die etwa Studienabkommen und Anerkennungsprozesse deutlich vereinfachen. Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit von International Office, Studierendenorganisation und Rechenzentrum.

An die Konferenz schloss sich ein Arbeitstreffen der ESCI Champions an. Dort berichtete Thomas Grubauer gegenüber der Europäischen Kommission über den Stand der Digitalisierung des Erasmus+-Programms in Deutschland und stellte die hier aufgebauten Unterstützungsstrukturen vor. Außerdem brachte er praktische Erfahrungen aus der KU in die Diskussion über die nächste Programmgeneration ein. Thema war dabei auch, wie Hochschulen in Ländern wie Großbritannien und der Schweiz bei einer stärkeren Einbindung in Erasmus+ unterstützt werden können. Zudem wurde besprochen, wie die ESCI Champions die Europäische Kommission im kommenden akademischen Jahr in der Übergangsphase zur neuen Programmgeneration begleiten können.