Kunst- und Forschungsprojekt an der Professur für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik das im Rahmen der Förderlinie „Gesellschaftliche Transformation“ durch die Volkswagenstiftung unterstützt wird.
Leitung, Konzeption und Umsetzung: AkadDin Petia Knebel, wissenschaftliche Mitarbeiterin Dipl.-Designerin Kerstin Muhr
Oktober 2025 bis Oktober 2026
In Zusammenarbeit mit den Bauhöfen der Stadt und des Landkreises Eichstätt entsteht eine Kunstausstellung, welche die Vielseitigkeit und gesellschaftliche Bedeutung der Arbeit der Bauhof-Mitarbeitenden sichtbar macht. Zugleich stellt sie diese Tätigkeiten in einen Kontext ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit. Auf respektvolle und einladende Weise zeigt das Projekt, wie eng kommunale Arbeit, Gemeinwohl und nachhaltige Verantwortung miteinander verbunden sind.
Mit Malereien, Grafiken und Skulpturen machen Studierende alltägliche, oft übersehene Tätigkeiten aus neuen Perspektiven sichtbar und setzen Impulse für mehr Anerkennung und Respekt im Alltag.
„bauHÖFLICHE Grüße“ versteht sich als Einladung zum Dialog zwischen Bevölkerung und Bauhof-Mitarbeitenden und als künstlerischer Beitrag für Wertschätzung und Nachhaltigkeit in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben.
Das Logo „bauHÖFLICHE Grüße“ macht als Wort-Bildmarke sowohl die Struktur des Bauhofs als auch die Persönlichkeit der Mitarbeitenden sichtbar. Es besteht aus einem zweiteiligen Schriftzug, der einen Kreis öffnet und optisch wieder schließt, als ein Zeichen für Zusammenhalt und den Platz im größeren Ganzen.
Typografisch enthält das Logo ein subtil erkennbares Wortspiel: Das „O“ in „BAUHOF“ kann gleichzeitig als „Ö“ gelesen werden, wodurch das Wort „HÖFLICHE“ entsteht. Die kontrastierende Schriftwahl unterstützt diesen spielerischen Effekt und die Aussage des Logos: Die kräftige Blockschrift in Orange steht für Stabilität und Zuverlässigkeit, die graue Schreibschrift für das Persönliche und Menschliche. Sie erinnert an eine Unterschrift und hebt die individuelle Arbeit jedes Mitarbeiters hervor.
Das Orange greift die Warnschutzkleidung der Bauhof-Mitarbeitenden auf und steht zugleich für Energie, Lebensfreude und Tatkraft. Es motiviert zum Handeln. Das dezente Grau schafft dazu einen ruhigen, professionellen Ausgleich.
Für den Schriftzug „BAUHOF“ kommt die schlichte, serifenlose Schrift DIN Condensed Bold zum Einsatz, die durch ihre klare, kraftvolle Form Präsenz und Stabilität vermittelt. Ergänzt wird sie durch die handschriftlich wirkende Amsterdam One, deren fließende, organische Linien einen lebendigen, persönlichen Charakter einbringen.
Der bewusste Wechsel zwischen der kraftvollen Grotesk und der ausdrucksstarken Schreibschrift erzeugt eine dynamische Spannung, die zugleich harmonisch wirkt.
Christopher Esch, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand, stellte am 29. Oktober 2025 Ergebnisse der Begleitforschung aus dem Fachbereich der Sozial- und Organisationspsychologie vor.
„Kleine Kommunen, große Wirkung“ ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Disziplinen Kunstpädagogik, Sozial- und Organisationspsychologie, Europäische Ethnologie und Journalistik, welches das Potenzial kommunaler Bauhöfe für nachhaltige Entwicklung in Kleinstädten erforscht. Dabei werden auch Bürgerbeteiligung und gesellschaftliche Teilhabe untersucht, um einen möglichst übertragbaren Ansatz für Transformationen in ländlichen Räumen zu entwickeln. Das Projekt nutzt den von der Kunstpädagogik entwickelten „Transformative Design Space“, um Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Gestaltung nachhaltiger Lösungen einzubinden und so gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten.
Die kommunalen Bauhöfe werden als zentrale Akteure für nachhaltige Entwicklung unter anderem seitens der Psychologie untersucht. Die hierfür notwendigen Forschungsparadigmen sowie erste Befunde aus der Evaluation von Fragenbögen stellte Christopher Esch einer Gruppe von 16 Studierenden der Kunstpädagogik vor. Dem fachwissenschaftlichen Vortrag von Esch schloss sich ein intensiver Austausch an, in dem sowohl die forschungsmethodische Herangehensweise als auch die Verwertbarkeit der Ergebnisse diskutiert wurden.
Die präsentierten Forschungsergebnisse der Psychologie sowie auch Erkenntnisse aus den Untersuchungen der Europäischen Ethnologie sollen als Inspirationsquelle für künstlerische Umsetzungen im Rahmen des Projekts „Bauhöfliche Grüße“ dienen. In Malereien, Grafiken und Skulpturen werden darin die vielfältigen Arbeitsbereiche der Bauhofmitarbeitenden auf wertschätzende Art und Weise visualisiert und im Anschluss daran in einer Ausstellung präsentiert.
Fotos: Wissenschaftlicher Mitarbeiter Christopher Esch, Prof. Rainer Wenrich, AkadDin Petia Knebel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Dipl.- Designerin Kerstin Muhr sowie BA- und MA-Studierende der Kunstpädagogik.