Sie befinden sich hier: KU.de  Fakultäten  Philosophisch-Pädagogische Fakultät  Professur für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik  Profil und Lehrkonzept

 

Das Studium der Kunstpädagogik und Kunstdidaktik ermöglicht es unseren Studierenden, bildnerisch-praktische, theoretisch-empirische und reflexive Kompetenzen und Qualifikationen zu erwerben, um als Vermittlerinnen und Vermittler an Schulen und in vielfältigen Vermittlungsfeldern kultureller Institutionen tätig zu sein. Dies gilt vor allem angesichts sich stetig erweiternder Bildwelten und einer Globalisierung ihrer (Bild)-Sprache(n). Für die Kunstpädagogik und Kunstdidaktik ist es daher im Sinne John Deweys entscheidend, vielfältige »Ästhetische Erfahrungssituationen« zu schaffen, diese kontinuierlich zu evaluieren und zu optimieren. Das Wissen um die Theorien der ästhetischen Bildung und die methodische Pluralität in der Vermittlungs- und Forschungspraxis bilden hierfür die Arbeitsgrundlage.

 

Die Lehre an der Professur für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik geht grundsätzlich davon aus, dass die Vermittlung von Kunst und Kultur ein umfassender Auftrag in einem ganzheitlichen Bildungsbegriff und somit von großer gesellschaftlicher und bildungspolitischer Bedeutung ist. Ausgangspunkt hierfür sind ästhetisch-kulturell geprägte Kontexte des Lehrens und Lernens. Kulturelle Bildung ist prädestiniert, den Auftrag der Persönlichkeitsbildung zu leisten und den Erwerb von Sozialkompetenz, Sachkompetenz, Gestaltungskompetenz und kommunikativer Kompetenz sicherzustellen.

 

Durch die Begegnung mit Kunst wollen wir als Vermittlerpersönlichkeiten gemeinsam Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dazu befähigen, Qualitätsmaßstäbe für Kultur, Werte, Ästhetik und damit des gesamten gesellschaftlichen Zusammenlebens zu entwickeln. Sie nehmen dadurch am kulturellen Leben teil und gestalten es aktiv mit. Selbsttätigkeit und reflexive Auseinandersetzung mit der historisch überlieferten, aktuellen, gesellschaftlich und symbolisch strukturierten Umwelt bilden hierbei einen entscheidenden Bezugsrahmen. 

In der Kunstvermittlung übernehmen wir in vielfältigen Handlungsfeldern die Aufgabe, eigene künstlerische Erfahrungen auf die Ebene der fachlichen Vermittlung zu übertragen und (inter)kulturelle Denk- und Gestaltungsprozesse anzuregen. Im Kunstunterricht und in außerschulischen, komplementären Lernumgebungen der Kunstvermittlung führen wir hin zu anschaulichem Denken, zu Kritikfähigkeit und ästhetischer Handlungskompetenz. Die Vermittlung von Instrumentarien zur Betrachtung, Analyse und Interpretation von Kunstwerken und Artefakten der materiellen Kultur bildet einen weiteren Aufgabenbereich. Spezifische Begrifflichkeiten aus dem Kontext der kulturellen Bildung und der Nachbar- bzw. Bezugsfächer/-wissenschaften unterstützen uns dabei, die Vernetzung von künstlerischem Schaffen und ästhetischem Denken mit gesellschaftlich-politischen Überlegungen zu erkennen und Wirkungszusammenhänge offenzulegen. 

Mit der Kunst- und Kulturvermittlung wird als Hauptanliegen das Erlangen einer kulturellen Kompetenz verfolgt. Diese beinhaltet als ein hohes Bildungs- und Erziehungsziel das Wissen über die eigene – aber auch die andere, bislang vielleicht noch fremde Identität. Hierbei die notwendigen Brücken zu bauen, erkennen wir als einen der entscheidenden Bildungsaufträge in unserer Zeit und innerhalb unserer Gesellschaft. Dieser Gedanke wird auch in den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) erkennbar, welche deutlich machen, dass die »kulturelle Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen unverzichtbar [ist]« und weiter betont, dass »Kinder und Jugendliche daher intensiver als bisher an Kultur herangeführt werden müssen.« Dabei geht es um ein Zusammenwirken der »etablierten Formen«, der Schulfächer Kunst, Musik, Theater und »innovativen, örtlichen Einzelprojekten«, welches vor allem durch die weithin erkennbare Öffnung der Schulen und der Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern unterstützt wird.

 

 

Die Kunstpädagogik betrachten wir als ein bildnerisch-praktisches und theoretisches Handlungs- und Reflexionsfeld, das sich sowohl an historischen als auch an aktuellen künstlerischen Verfahren orientiert. Innerhalb des Studiums der Kunstpädagogik erschließen wir daher künstlerische Denkweisen und Methoden für die und gemeinsam mit den unterschiedlichen Alters- und Zielgruppen. Künstlerische Experimentierfelder im Wahrnehmen und Gestalten, nach Nelson Goodman auch »Wege der Welterzeugung«, schaffen für die Studierenden im Prozess der bildnerisch-praktischen und ästhetischen Erfahrung eine Anschlussmöglichkeit an aktuelle und internationale Kunst- und Kulturdiskurse. 

Die Kunstdidaktik ist die Domäne der Organisation und Strukturierung von Inhalten der Kunstvermittlung, das Feld des theoretisch-empirischen und wissenschaftlichen Denk- und Aktionsraums. Mithilfe adäquater Methoden, d. h. qualitativ, quantitativ und mit mixed-methods, erforschen wir die Wege des Lehrens und Lernens in der und durch die Kunst und nehmen damit Anteil an den vielfältigen und internationalen Forschungsdiskursen. 

 

Mit dem Konzept »Denken und Lernen mit Bildern« erschließen wir den realen und den digitalen Raum der Bilder. Der Bildbegriff ist hierbei in einem umfassenden Sinn gemeint und bezieht sowohl Bilder der Fläche als auch Bildwerke im Raum mit ein. Die Auseinandersetzung mit einer derart umfänglichen Bildwelt, bestehend auch aus hybriden Bildern, deren Produktion unterschiedliche Gestaltungsformen verknüpft, zielt darauf, Bilder produzieren, reflektieren und verstehen zu lernen. Die Vermittlung im Kommunikationsraum der Kunst berücksichtigt die Kunstgeschichte und rekurriert dabei auf das gesamte Zeitfenster des künstlerischen Schaffens bis hin zu aktuellen Positionen der Kunst. Hochkunst und Alltagsästhetik bilden hierbei die Handlungsareale der Vermittlung. Ein »Pendeln« zwischen den Bildwelten ist dabei eine Prämisse und zeichnet einen zeitgemäßen Kunstunterricht an allen Schularten und in sämtlichen Jahrgangsstufen aus.

 

 

Im Rahmen ihres Studiums der Kunstpädagogik schaffen wir für die Studierenden der Lehrämter als auch der außerschulischen Kunst- und Kulturvermittlung mit bildnerisch-praktischen und theoretischen Seminaren Erfahrungsräume und multimediale Lernumgebungen. Die Studierenden erhalten hier Möglichkeiten, sich auch durch eigene Ausstellungen in ihrem künstlerischen Schaffen zu erfahren, kunstpädagogische Handlungschoreografien für die Vermittlung von Kunst zu erproben und auszudifferenzieren. Die theoretischen Lehrveranstaltungen dienen der Begegnung mit und dem Entwickeln und Erproben von kunstpädagogischen Übersetzungswegen. Eine frühzeitige und eigenständige Lehr- und Vermittlungserfahrung wird durch die Vernetzung von Universität, Schule und außerschulischen Kunst- und Kulturinstitutionen sichergestellt. Unsere bildnerisch-praktischen Seminare ermöglichen das Experimentieren mit unterschiedlichen Techniken und Materialien von der Handzeichnung, der Malerei, dem digitalen Filmschnitt und multimedialen Rauminstallationen bis zum 3D-Druck. Englischsprachige Lehrveranstaltungen schaffen zusätzlich Raum für den Erwerb interkultureller Kompetenz und die Begegnung mit internationaler Fachliteratur und Forschungsansätzen. Arbeits- und Studienkooperationen, wie z. B. mit der Columbia University/New York bilden die Grundlage für einen weiterführenden fachlichen Austausch. Aus den Lehrveranstaltungen entwickeln und realisieren wir gemeinsam Forschungsprojekte und Publikationen. 

 

Durch die einzigartige Kooperation mit der Bayerischen Museumsakademie bieten wir unseren Studierenden die Möglichkeit, den Handlungsraum »Museum« als Erlebnis- und Erfahrungsraum und komplementäre Lernumgebung zu erschließen und wesentliche Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder des Museumswesens und des Kulturmanagements zu erhalten. Wir entwickeln gemeinsam mit namhaften Vertretern des Kulturwesens Konzepte für einzelne Veranstaltungsformate der Bayerischen Museumsakademie und sind von Beginn an mit deren Konzeption und Umsetzung befasst. Ein besonderes Anliegen ist es, mit der Bayerischen Museumsakademie dazu beizutragen, das Fort- und Weiterbildungsprofil der KU Eichstätt-Ingolstadt zu erweitern.