Sie ist zu den Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek zu sehen (Mo-Fr 8:30-20; Sa 9-13). Führungen, auch für Schulklassen, gern auf Anfrage (Nadin.Burkhardt@ku.de)
Während des Sommersemesters 2026 haben sich die Archäologiestudierenden an der KU mit antiken Berufen und ihren Spuren bis in unsere Gegenwart beschäftigt. Im Mittelpunkt standen typische Tätigkeiten der griechischen und römischen Welt – etwa Müller, Hirte, Fischhändler, Tuchmacher, Töpfer, Goldschmied, Arzt, Bestatter und Pädagoge. Die Studierenden untersuchten historische Quellen und archäologische Zeugnisse und führten Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern gleicher oder verwandter Berufe aus Eichstätt und Umgebung.
Denn viele Fragen, die das Handwerk heute bewegen, sind erstaunlich zeitlos. Wie wird Wissen weitergegeben? Wie entstehen Qualität und Innovation? Welche Bedeutung haben regionale Ressourcen, nachhaltige Produktion und handwerkliche Erfahrung? Und welchen gesellschaftlichen Wert besitzt handwerkliches Können?
Archäologische Forschung beschäftigt sich nicht nur mit einer fernen Vergangenheit, sondern hilft uns, die Entstehung unserer heutigen Lebenswelt besser zu verstehen. Sie zeigt, wie eng unsere Alltagspraktiken und Handwerke in ihren gesellschaftlichen Strukturen mit der Vergangenheit verbunden sind. Viele Traditionen und Fertigkeiten, die uns heute selbstverständlich erscheinen, reichen weit zurück – manche Ideen, Arbeitsweisen und Formen des Zusammenlebens haben ihre Wurzeln bereits in der Antike.
Die Studierenden haben diese Verknüpfung von Beruf und Handwerk in der Antike mit unseren heutigen Zeiten in einer Ausstellung umgesetzt. Über ihre Produkte und Gerätschaften werden das griechische und römische Handwerk, das Wissen und das Können greifbar. Regionale Museen wie das LIMESEUM, das Stadtmuseum Ingolstadt und das Römer- und Bajuwaren-Museum Kipfenberg sowie private Leihgeber haben interessante Objekte zum Thema beigetragen.
Die Ausstellung versteht sich nicht nur als Blick in die Vergangenheit, sondern als Beitrag zum Wissenstransfer zwischen Universität, Handwerk und Gesellschaft. Sie zeigt, dass historische Forschung nicht Selbstzweck ist, sondern Denkanstöße für aktuelle Fragen liefern kann – etwa zur Bedeutung des Handwerks, zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen oder zum Wert von Erfahrung und über Generationen weitergegebenem Wissen.