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Exkursion ins Museum für Kommunikation in Nürnberg am 2. Juli 2026

Das Seminar „Literaturkritik von Christian Thomasius bis zu Booktok“ von Prof. Dr. Isabelle Stauffer besuchte am 2. Juli 2026 das Museum für Kommunikation in Nürnberg, um sich über medienhistorische Bedingungen für Presse, Verlage, Radio, Fernsehen und soziale Medien zu informieren. 

Elke Schneider, Museumsreferentin für Bildung und Vermittlung, führte die Studierenden durch die Ausstellung. Besonders beeindruckend war es, über die Entwicklung des Telefons von den Anfängen bis zum Smartphone zu erfahren und technische Geräte aus den Anfängen des modernen Journalismus zu sehen wie Mikrophone und Radios. Einige Exponate zeugten zudem von der zentralen Rolle, die das Radio – neben dem Film – für die nationalsozialistische Propaganda spielte.

 

Abb. 2: Kondensatormikrofon ELA M 302/2 des ehemaligen Reichsrundfunk (1939)

 

Im Ausstellungsteil zum Journalismus, der von Dozierenden der Journalistik in Eichstätt in Zusammenarbeit mit dem Museum gestaltet wurde, konnte man eine der ersten regelmäßig veröffentlichten Zeitungen Deutschlands bewundern: Avisa Relation oder Zeitung von 1609. Auch die Fotografien Gertrud Gerardis (1914–2002) zogen große Aufmerksamkeit auf sich. Sie gilt als die erste Pressefotografin Deutschlands. Spannend war zudem, wie der als ‚rasender Reporter‘ bekannte Egon Erwin Kisch (1888–1948) der Reportage im Literaturbetrieb erste und dauerhafte Anerkennung verschafft hat. Über die Enthüllungsjournalistin Nellie Bly (1864–1922) war zu erfahren, dass sich von Jules Vernes’ Roman In 80 Tagen um die Welt (1873) zu einer Weltreise hat inspirieren lassen – und mit nur 72 Tagen schneller als alle anderen vor ihr war. Und natürlich ging es auch um Influencerinnen und Influencer. 

An einer interaktiven Station konnte man testen, ob man Fake News von richtigen Nachrichten unterscheiden kann. Das erwies sich als gar nicht so einfach! Und noch etwas ließ sich erproben: Wie ist es, mit historischer Tinte und Federn zu schreiben?

Abb. 3: Studierende erproben das Schreiben mit Schreibfedern, angeleitet von Elke Schneider 

 

Die dabei entstandenen Briefe konnten dann über eine Rohrpost-Installation verschickt werden. 

Der Besuch des Museums für Kommunikation machte die Geschichte des Journalismus für die Studierenden anschaulich – und forderte auch dazu heraus, sich mit der Rolle der Zensur auseinanderzusetzen und mit der Frage, inwiefern KI eine Bedrohung oder eine Chance für den Journalismus bedeutet. Verblüffend fanden die Studierenden den Raum mit den vielen Geheimschriften und dass es eine pinke Barbieschreibmaschine gab.

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