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Neu erschienen: "The Oxford Encyclopedia of Germanic Linguistics"

Mit der "Oxford Encyclopedia of Germanic Linguistics" ist ein neues Handbuch zu den germanischen Sprachen erschienen. Herausgegeben von Prof. Dr. Sebastian Kürschner (KU Eichstätt-Ingolstadt) und Prof. Dr. Antje Dammel (Universität Münster), versammelt es als umfangreichstes bislang zu diesem Thema erschienenes Werk 75 Artikel, die einzelne germanische Sprachen porträtieren, Themen aus Grammatik, Sprachvariation und Sprachkontakt vergleichend in den Blick nehmen und Forschungsperspektiven aufzeigen.

Zu den germanischen Sprachen gehören einige der am besten beschriebenen Sprachen der Welt, etwa Englisch, Deutsch und Niederländisch, aber auch kleinere Sprachen wie Färöisch, Friesisch oder Luxemburgisch. Die Oxford Encyclopedia of Germanic Linguistics erschließt diese Vielfalt in vergleichender Perspektive und ist die bislang umfangreichste Enzyklopädie, die die gesamte germanische Sprachfamilie abdeckt. Die Beiträge stammen von internationalen Fachleuten und wurden im Peer-Review-Verfahren begutachtet. Die redaktionelle Arbeit teilten sich die Herausgebenden mit den Associate Editors Jarich Hoekstra und Steffen Höder (beide Universität Kiel), Oliver Schallert (FAU Erlangen-Nürnberg) und Freek Van de Velde (KU Leuven).

Das Werk gliedert sich in folgende Bereiche:

  • Überblick über die germanischen Sprachen: Enthalten sind Artikel zum Urgermanischen und zur Etymologie des Wortschatzes sowie zwölf Sprachporträts, die neben gut dokumentierten großen Sprachen wie Englisch, Deutsch und Niederländisch oder mittelgroßen Sprachen wie Schwedisch und Norwegisch auch kleinere Sprachen wie Friesisch, Luxemburgisch und Jiddisch umfassen.

  • Grammatik: Behandelt werden Phonologie und Graphematik, Morphologie und Syntax der germanischen Sprachen aus vergleichender, sowohl gegenwartssprachlicher als auch historischer Perspektive.

  • Variationslinguistische Perspektiven: Im Mittelpunkt stehen unter anderem das Verhältnis von Dialekten und Standardvarietäten, die soziale Variation, die Sprache in Social Media sowie Register und Enregisterment.

  • Sprachkontakt: Betrachtet werden Kontaktsituationen in Europa und weltweit, von rezeptiver Mehrsprachigkeit über die Entwicklung von Pidgins und Kreolsprachen bis zu urbanen Multiethnolekten.

  • Forschungsperspektiven: Vorgestellt werden generative, gebrauchsbasierte, typologische und pragmatische Ansätze, ebenso Korpus- und Computerlinguistik, Spracherwerb und das Verhältnis von Gebärdensprachen zu germanischen Sprachen.

Die Enzyklopädie versteht sich als umfassende Ergänzung zu bestehenden Handbüchern wie dem Cambridge Handbook of Germanic Linguistics (2020). Sie zeichnet sich durch ihre Breite aus, verbindet sprachhistorische und gegenwartssprachliche Perspektiven und behandelt neben grammatischen Themen ausführlich Variation und Sprachkontakt. Zugleich macht sie Forschungslücken sichtbar und soll weitere vergleichende Forschung zu den germanischen Sprachen anregen. Zu den Autorinnen und Autoren zählen unter anderem Karin Aijmer, Hans-Olav Enger, Caroline Féry, Peter Gilles, Charlotte Gooskens, Carlos Gussenhoven, Tore Kristiansen, Samantha Litty, Stefan Müller und Damaris Nübling.

Die Enzyklopädie ist als Printausgabe bei Oxford University Press erschienen und zugleich online Teil der Oxford Research Encyclopedia of Linguistics. Alle Artikel der Printausgabe sind auch in der Online-Ausgabe enthalten. Diese soll fortlaufend erweitert und aktualisiert werden. Beiträge, die nicht mehr in die Printausgabe aufgenommen werden konnten, etwa Sprachporträts zu Isländisch und Niederdeutsch, sollen dort ergänzt werden.

Zugang zur Enzyklopädie:

 

Bibliographische Angaben: Kürschner, Sebastian & Antje Dammel (Hrsg., 2026): The Oxford Encyclopedia of Germanic Linguistics. Oxford: Oxford University Press. ISBN 978-0-19-091570-4.

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