Nachhaltigkeit erleben: Studierende verbinden Wissen mit gesellschaftlichem Engagement

Wie lassen sich wissenschaftliche Inhalte mit praktischem Engagement für eine nachhaltige Zukunft verbinden? Im Projektseminar des Zusatzstudiums "Nachhaltige Entwicklung" hatten Studierende im Sommersemester die Möglichkeit, genau das zu erfahren. Gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern aus Eichstätt und Ingolstadt entwickelten und realisierten sie Projekte, die einen konkreten Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten.

Im Mittelpunkt des Seminars stand das Service Learning-Konzept, das akademisches Lernen mit gesellschaftlichem Engagement verbindet. Die Studierenden brachten ihr im Studium erworbenes Wissen in die Praxis ein und setzten sich aktiv mit aktuellen ökologischen und sozialen Herausforderungen auseinander. Dabei orientierten sie sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der UNESCO und entwickelten Ideen, wie Nachhaltigkeit im universitären und gesellschaftlichen Umfeld gestärkt werden kann.
Nach der Kontaktaufnahme mit verschiedenen Organisationen und Einrichtungen aus der Region entstanden in enger Zusammenarbeit unterschiedliche Projektvorhaben, die im Laufe des Semesters umgesetzt wurden. Die Kooperation bot den Studierenden die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, praktische Erfahrungen zu sammeln und gemeinsam mit den Projektpartnerinnen und Projektpartnern nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
Zum Abschluss des Seminars präsentierten die Projektgruppen ihre Ergebnisse vor Kommilitoninnen und Kommilitonen, den beteiligten Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern sowie weiteren Angehörigen der Universität. Die Präsentationen boten zugleich Raum für einen gemeinsamen Austausch und eine Reflexion über die Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolge der Projekte.
Begleitend zur praktischen Projektarbeit erhielten die Studierenden fachliche Impulse zu Themen wie Service Learning, nachhaltigem Engagement und Umweltpsychologie. So wurde das Seminar zu einer Lernumgebung, in der wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Verantwortung auf praxisnahe Weise miteinander verbunden wurden. 
Im Folgenden eine Übersicht der Projekte des Seminars.

Nachhaltigkeit sichtbar machen – Projektseminar in Kooperation mit dem Weltladen Ingolstadt

Projektmitglieder: Emma Gerstner
Projektpartner*innen: Weltladen Ingolstadt

Emma Gerstner, Studentin des Sustainability in Business and Economics Studiengangs an der KU, entwickelte im Rahmen des Seminars verschiedene Kommunikationsvorlagen für die Öffentlichkeitsarbeit des Weltladen Ingolstadt. Ziel war es insbesondere die externe Kommunikation des Ladens zu aktualisieren, zu vereinheitlichen und zu professionalisieren und so deren Arbeit als Teil Nachhaltiger Entwicklung sichtbarer zu machen. Die Projektarbeit bestand aus mehreren einzelnen Projekten - insbesondere galt es für Gerstner das neue Corporate Design des Dachverbands auf verschiedene Ebenen und Plattformen anzuwenden, wodurch Vorlagen für Flyer, Plakate, Handzettel und Social-Media-Posts entstanden, die künftig von den Ehrenamtlichen zeitsparend genutzt werden können. Besonderen Wert legte die Studentin auf eine nutzerfreundliche und ressourcenschonende Gestaltung: die Druckvorlagen sind so konzipiert, dass sie mit geringem Aufwand vor Ort ausgedruckt und geschnitten werden können und reduzierten Tintenverbrauch aufweisen. Viele der entstandenen Designs werden erst in den kommenden Wochen und Monaten öffentlich zu sehen sein, sobald Veranstaltungen beworben werden. Ein bereits abgeschlossenes und im Geschäft einsehbares Ergebnis ist ein Plakat mit QR-Code, das BesucherInnen zum Bewerten des Weltladens auf Google Maps auffordert, um die lokale Sichtbarkeit zu erhöhen. Des Weiteren konnte die Studentin bezüglich der Suche nach einem Sammelzentrum von ausgedienten Mobiltelefonen eine Lösung mit der lokalen Volkshochschule in Aussicht stellen.

Campus-clean-Up Challenge mit der Brauerei Gutmann 

Projektmitglieder: Angela Kopf, Ronja Rosenlöcher
Projektpartner*innen: Brauerei Gutmann Eichstätt

Das Projekt „Anpacken. Aufräumen. Zusammenkommen. Die Campus-clean-Up Challenge mit der Brauerei Gutmann“ ist ein innovatives Eventkonzept, das Umweltschutz mit spielerischen Elementen (Gamification) und sozialem Austausch verbindet. Konzipiert von Ronja Rosenlöcher und Angela Kopf in Kooperation mit der Brauerei Gutmann, der Stadt Eichstätt und der lokalen Gastronomie (Haifischbar), zielt die Aktion darauf ab, öffentliche Flächen und die Ufer der Altmühl aktiv von Müll zu befreien. Durch Instrumente wie ein „Müll-Bingo“ und ein Umwelt-Kreuzworträtsel wird die klassische Müllsammlung zum teambasierten Wettbewerb aufgewertet, bei dem am Ende die aktivsten Gruppen Preise gewinnen. Das Projekt leistet einen konkreten Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs), insbesondere zu nachhaltigen Städten (SDG 11) und nachhaltigem Konsum (SDG 12). Obwohl der ursprüngliche Termin im Juli aufgrund der studentischen Prüfungsphase verschoben werden musste, steht die logistische und organisatorische Vorbereitung vollständig. Die Durchführung erfolgt nun im Rahmen der offiziellen universitären Nachhaltigkeitswoche im kommenden Wintersemester.

Sieben neue Zuhause für heimische Insekten

Projektmitglieder: Chantal Betz und Winona Zschocke
Projektpartner*innen: Fachbereich Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Grünplanung des Landratsamtes Eichstätt, Anne Fröhlich und Nadja Bauer & fairEInt, Dagmar Kusche

Chantal Betz und Winona Zschocke  haben im Rahmen des Projektseminars den Eichstätter Obstgarten um sieben verschiedene Insektenhotels erweitert. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Dagmar Kusche von fairEInt und Anne Fröhlich vom Landratsamt Eichstätt.
Ziel war es, Kindern, Schulklassen und allen Besucher*innen die Vielfalt heimischer Insekten näherzubringen und zu zeigen, welche wichtige Rolle sie für unsere Ökosysteme spielen. Jede Station ist einer bestimmten Insektengruppe gewidmet und bietet eine passende Nisthilfe für Wildbienen, Hummeln, Marienkäfer, Florfliegen oder Ohrenkneifer. Dabei kommen natürliche Materialien wie Schilf, Wilde Karde, Hartholz oder Stroh zum Einsatz. Die unterschiedlichen Bauweisen verdeutlichen die verschiedenen Ansprüche der Tiere an ihren Lebensraum. Ergänzt werden die Insektenhotels durch liebevoll gestaltete Infotafeln. Sie erklären, welche Insekten die einzelnen Hotels nutzen, weshalb sie unterschiedlich aufgebaut sind und welchen Beitrag ihre Bewohner für die Natur leisten. Kleine Forscheraufträge laden insbesondere Kinder dazu ein, die Hotels aufmerksam zu beobachten und ihre Umgebung spielerisch zu entdecken.
Das Projekt wird zukünftig noch durch einen Workshop ergänzt, in dem Kinder unter Anleitung eigene kleine Insektenhotels aus einfachen Naturmaterialien bauen können. So möchten die zwei Studentinnen nicht nur neue Lebensräume für heimische Insekten schaffen, sondern auch Begeisterung für den Naturschutz wecken und zeigen, dass jeder mit einfachen Mitteln einen wertvollen Beitrag zum Insektenschutz leisten kann.

Bitte keine Enten füttern: Student der Uni Eichstätt entwickelt Infotafel für mehr Naturverständnis

Projektmitglieder: Lukas Hässner
Projektpartner*innen: Fachbereich Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Grünplanung des Landratsamtes Eichstätt, Anne Fröhlich

Lukas Hässner entwickelte gemeinsam mit dem Landratsamt Eichstätt eine neue Infotafel zur Entenfütterung für den Rieder Weiher im Zukunftsgarten. Das Schild wurde im Rahmen des Zusatzstudiums konzipiert und wird nun erstmals vor Ort eingesetzt.
„Mein Ziel ist es, Besucherinnen und Besucher für den Naturschutz zu sensibilisieren und die oft unsichtbaren Zusammenhänge in der Natur verständlich zu machen. Viele Menschen sehen beim Entenfüttern nur die Tiere, was anschließend im Gewässer passiert, bleibt dagegen meist verborgen. Mit der Infotafel möchte ich zeigen, wie eng unser eigenes Verhalten mit dem ökologischen Gleichgewicht eines Weihers zusammenhängt. Wer diese Zusammenhänge kennt, kann Gewässer und ihre Bewohner noch bewusster schützen“, sagt Lukas Hässner, Masterstudent der Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Viele Menschen verbinden das Füttern von Enten mit einem positiven Naturerlebnis. Weniger bekannt ist jedoch, dass über Futterreste und Entenkot zusätzliche Mineralstoffe wie Stickstoff und Phosphor in das Gewässer gelangen. Diese fördern das Wachstum von Algen und können langfristig das ökologische Gleichgewicht des Weihers beeinträchtigen. Beim Abbau abgestorbener Algen wird Sauerstoff verbraucht, wodurch sich die Lebensbedingungen für Fische, Wasserinsekten und andere Organismen verschlechtern können. Die Infotafel erklärt diesen Kreislauf mit leicht verständlichen Texten und eigens gestalteten Grafiken.
 

Handlungsorientierte Umweltbildung an der Maria-Ward-Realschule: Der Eichstätter „Nachhaltigkeits-Parcours“

Projektmitglieder: Richard Kurz
Projektpartner*innen: Malteser Hilfsdienst Eichstätt, Alissa Schuster


Am 22. Juli 2026 fand an der Maria-Ward-Realschule Eichstätt ein interaktiver „Nachhaltigkeits-Parcours“ statt. Organisiert wurde das Projekt von Richard Kurz in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst. Rund 130 Schülerinnen der achten Jahrgangsstufe durchliefen fünf abwechslungsreiche Stationen, an denen sie ökologische, ökonomische und soziale Aspekte nachhaltigen Handelns praxisnah und interaktiv kennenlernen konnten.
Der Parcours war so konzipiert, dass er innerhalb einer regulären Doppelstunde durchgeführt werden konnte. Die fünf Klassen wechselten im 15-Minuten-Takt zwischen den Stationen und sammelten dabei vielfältige Erfahrungen rund um das Thema Nachhaltigkeit.
Die erste Station vermittelte mithilfe eines digitalen Kahoot-Quiz grundlegende Aspekte der Nachhaltigkeit aus ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Perspektive. In der zweiten Station übten die Schülerinnen die richtige Mülltrennung und lernten deren Bedeutung für die Kreislaufwirtschaft kennen. Die dritte Station thematisierte den Ressourcenverbrauch und die Umweltwirkungen verschiedener Alltagsprodukte sowie die Bedeutung einer langen Nutzungsdauer. In der vierten Station wurden bei einer nachhaltigen Brotzeit zentrale Kriterien einer umwelt- und klimafreundlichen Ernährung erarbeitet. Die fünfte Station behandelte die soziale Nachhaltigkeit anhand einer kooperativen Turm-Challenge, die die Bedeutung von Planung, Kommunikation und Zusammenarbeit verdeutlichte.