Besuch von Jovan Mutamba

Forschung & Projekte

Qualifikationsarbeiten

Sprachliche Inputfaktoren und ihr Einfluss auf die Sprachverarbeitung und -produktion von monolingualen und bilingualen Kindern. Eine elektrophysiologische Studie (Promotionsprojekt Theresa Bloder - abgeschlossen)

Worum geht's?

Mehrsprachigkeit prägt sowohl unsere Gesellschaft als auch unseren Alltag zunehmend und rückt somit immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Eine wachsende Anzahl an systematisch durchgeführten Forschungsarbeiten verdrängt zuvor vertretene negative Ansichten zu Mehrsprachigkeit - regelmäßig mehrere Sprachen zu benutzen wird heute nicht mehr als einschränkender Faktor wahrgenommen, sondern zunehmend mit positiven Auswirkungen auf Kognition und Kreativität in Zusammenhang gebracht.

Ein Problem mit mehrsprachig aufwachsenden Kindern entsteht aber, wenn diese im Verlauf ihrer Sprachentwicklung nicht altersgerechte sprachliche Kompetenzen zeigen. Die Tatsache, dass mehrsprachige Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung (SES) oft ein ähnliches Sprachprofil aufweisen wie mehrsprachige Kinder ohne SES in ihrer nicht-dominanten Sprache stellt Sprachtherapeut*innen vor die Herausforderung einer sicheren Diagnosestellung. Denn für die robuste Diagnose einer SES bei mehrsprachigen Kindern muss ein Sprachdefizit in beiden Sprachen bestimmt werden. Dies kann einfach sein, wenn diagnostische Mittel für beide Sprachen zur Verfügung stehen und der sprachliche Input für beide Sprachen eindeutig ist. Häufiger gestaltet sich die Situation allerdings als schwierig, da neben ausreichenden Fremdsprachkenntnissen der Therapeut*innen auch die Mittel zur Erfassung der kindlichen Sprachkompetenz in der Erstsprache fehlen.

Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen des Mehrspracherwerbs (genauer: des bilingual italienisch-deutschen Spracherwerbs) von jenen einer SES abzugrenzen und das genaue Zusammenspiel zwischen (1) der Quantität und der Qualität des Sprachinputs, (2) phonologischen Diskriminations- und Verarbeitungsprozessen, gemessen mittels Elektroenzephalographie anhand auditorisch evozierter Potentiale, und (3) der allgemeinen Sprachkompetenz der Kinder zu untersuchen.

Die Ergebnisse sollen Praktiken im Hinblick auf die Beurteilung des Sprachstandes sowie die Evaluation möglicher Risiko- und Schutzfaktoren verbessern und es dem klinischen Personal erleichtern, störungswertige Abweichungen vom regelrechten mehrsprachigen Spracherwerb frühzeitig erkennen zu können sowie die Über- und Unteridentifikationen von SES in dieser Population zu verringern.

Deutsch für den beruflichen (Pflege-)Alltag (Promotionsprojekt Slavica Stevanović)

Worum geht's?

Die Studie ‚Deutsch für den beruflichen (Pflege-)Alltag‘ (vorläufiger Titel) untersucht die sprachliche Beschaffenheit authentischer Gespräche aus dem Klinikalltag und deren potenzielle Auswirkungen auf ausländische Pflegekräfte mit Deutschkenntnissen auf B1/B2-Niveau. Die Sprachgebrauchsanalyse beruht auf dem eigens erstellten audiografierten und transkribierten Korpus mit Pflegepraxisanleitungen. Ihr Ziel ist es, die in der Pflege in wiederkehrend vorkommenden Kommunikationssituationen verwendeten sprachlichen Mittel und kommunikativen Handlungen zu erfassen und linguistisch zu beschreiben, damit anschließend didaktische Konsequenzen für die Unterrichts- und Materialgestaltung in beruflichen Sprachkursen abgeleitet werden können.

MAUS – „Mehrsprachig aufwachsende Kinder sprachlich fördern“: Frühe Sprachförderung mehrsprachiger Kinder mit einem alltagsintegrierten Ansatz (Promotionsprojekt Nora Budde-Spengler)

Promotionsprojekt von Frau Nora Budde-Spengler im Bereich Deutsch als Zweitsprache.

Lehrprojekte und internationale Kooperationen

Internationale Kooperation mit der Deutschen Evangelischen Oberschule (DEO) in Kairo/Ägypten

Bereits seit einigen Semestern besteht eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Evangelischen Oberschule in Kairo (DEO), einer der größten und renommiertesten deutschen Auslandsschulen. KU-Studierende des fachdidaktischen Moduls "Wortschatz und Grammatik" unterrichten einmal in der Woche Schülerinnen und Schüler der DEO digital in Kleingruppen. Im Zentrum steht dabei die Förderung des aktiven Sprachgebrauchs, also besonders des Sprechens. Höhepunkt bildet die in der Regel einmal jährlich durchgeführte Exkursion nach Kairo, bei der sich alle Beteiligten die Gelegenheit haben, sich persönlich kennenlernen und in Präsenz zusammen zu arbeiten.

Weitere Informationen

Internationale Kooperation mit der Makerere-Universität in Kampala/Uganda

Internationale Kooperation mit der Pennsylvania State University (PSU) in den USA

Seit dem WS 23/24 findet ein Lehrprojekt mit der PennState University (PSU) statt. Studierende der KU nehmen online an Deutschkursen an der PSU teil, unterstützen den Deutschunterricht und reflektieren ihre Erfahrungen. Diese Kooperation ist eingebettet in das Modul "Das Deutsche als Erwerbsgegenstand: Linguistische Grundlagen".  

Kooperation mit den Maltesern in Eichstätt

Seit dem WS 24/25 besteht eine Kooperation mit den Maltesern in Eichstätt, bei der Studierende der KU Geflüchtete aus unterschiedlichen Herkunftsländern sprachlich fördern. Die Förderung findet in verschiedenen Kursformaten (Alphabetisierungskurs, Kinderkurs, Sprachcafé) statt. Die Studierenden entwickeln Fördereinheiten mit passenden Fördermaterialien und reflektieren ihre Erfahrungen. Das Projekt ist eingebettet in das Modul „DaZ und DaF in außerschulischen Lernkontexten“.  

Mit ERASMUS+ nach Europa ...