Gastvorträge von Prof. Dr. Antónia Correia: Gender, Leadership und Governance im Tourismus

Prof. Dr. Antónia Correia, assoziierte Professorin für Wirtschaft an der Universität der Algarve, ist eine international anerkannte Expertin in der Tourismusforschung. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Tourismusmarketing, Konsumentenverhalten, Diversität und Female Leadership. Im Wintersemester 2025/26 war sie zweimal digital in der Lehrveranstaltung „Projektarbeit“ zu Gast und brachte internationale Perspektiven auf zentrale Gleichstellungsfragen im Tourismus ein.

Der erste Vortrag thematisierte die Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen der Tourismusbranche, trotz eines Frauenanteils von 54 % in der Gesamtbelegschaft. Prof. Correia zeigte auf, wie strukturelle Barrieren wie Lohnunterschiede, eingeschränkte Aufstiegschancen und maskuline Unternehmenskulturen weiterhin wirksam sind. Sie argumentierte auf Basis theoretischer Frameworks, dass individuelle Leistung allein systemische Ungleichheiten nicht überwinden kann.

Ein Highlight war die Beteiligung von Linda Pereira, einer international renommierten portugiesischen Kommunikations- und Event-Expertin, die Impulse zu Leadership, globalen Netzwerken und strategischer Sichtbarkeit gab.

Im zweiten Vortrag ging es um Governance-Strukturen und räumliche Gerechtigkeit im Tourismus. Prof. Correia analysierte, wie Geschlechterverhältnisse Raumproduktion und Entscheidungsprozesse prägen und warum top-down gesteuerte Tourismusplanung oft zu ungleichen Machtverhältnissen führt. Kollaborative Ansätze hingegen ermöglichen nachhaltigere und gerechtere Entwicklungen.

Einen praktischen Einblick bot Apolónia Rodrigues, Projektleiterin des Dark Sky® Alqueva Modells. Sie zeigte, wie durch kollaborative Steuerung und weibliche Führung innovative, nachhaltige Tourismusräume entstehen können.

Erkenntnisse und Relevanz für die Lehre

Die beiden Gastvorträge boten den Studierenden eine wertvolle Gelegenheit, aktuelle internationale Forschung, praxisnahe Beispiele und strategische Lösungsansätze für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Tourismus kennenzulernen. Zentrale Erkenntnisse waren:

  • Gleichstellung im Tourismus erfordert strukturelle Veränderungen.
  • Governance beeinflusst maßgeblich die Qualität und Gerechtigkeit von Entwicklungsprozessen.
  • Frauen spielen eine Schlüsselrolle in nachhaltiger Innovation und Führung.
  • Netzwerke und Empowerment sind essenziell für den Wandel.

Die Veranstaltungen boten nicht nur fundierten Input, sondern auch Inspiration für künftiges Engagement in Wissenschaft und Praxis.