Dom Vicente Ferreira, Teilnehmer der COP 30, war in Eichstätt zu Gast und berichtete den Studierenden aus erster Hand von den sozialen und ökologischen Herausforderungen im Osten Brasiliens. In seiner Diözese Livramento de Nossa Senhora engagiert er sich entschieden für die Rechte der Menschen in den Quilombo-Gemeinden und gegen die zerstörerischen Auswirkungen des internationalen Bergbaus. Bekannt wurde er bereits als Weihbischof von Belo Horizonte, als er sich nach der Dammbruchkatastrophe von Brumadinho klar an die Seite der Betroffenen stellte: Das „Dom“ in seinem Namen, so sagt er, „soll als Schild für die Armen dienen“
Für die Studierenden war die Begegnung mit Dom Vicente eine eindrückliche Gelegenheit, um den theoretischen Diskurs zu umwelt- und gerechtigkeitsethischen Fragestellungen zu „erden“. Die Schilderungen zur Situation indigener Völker und benachteiligter Bevölkerungsgruppen sowie zur Zerstörung des Amazonas-Ökosystems machten betroffen. Es kamen aber auch hoffnungsvolle Entwicklungen zur Sprache, z. B. das zivilgesellschaftliche Engagement der Betroffenen und die Wirkmacht sozialer und institutioneller Netzwerke.
Dom Vicente betonte die Rolle der katholischen Kirche im Kampf gegen die sozialen und ökologischen Herausforderungen und stellte in diesem Zusammenhang das Schreiben der kontinentalen Bischofskonferenz vor, mit dem Titel: „Ein Aufruf für Klimagerechtigkeit und das gemeinsame Haus: Ökologische Umkehr, Transformation und Widerstand gegen Scheinlösungen“.
Mit zwei starken Impulsen richtete sich Dom Vicente Ferreira an die jungen Menschen: Zum einen rief er dazu auf, den eigenen Intellekt nicht zu vernachlässigen angesichts zunehmender KI-Nutzung. Zum anderen ermutigte er zur persönlichen Begegnung mit Menschen, Kulturen und Regionen, um ein umfassendes Bild der Lebenswirklichkeit von Mensch und Natur entwickeln zu können.
Bericht von Maja Eder