BAföG und weitere Förderungen auf gesetzlicher Grundlage

BAföG (Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz)

BAföG - Geld vom Staat

BAföG steht für mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Hochschulsystem. Diese staatliche Studienfinanzierung gibt es seit 1971, und sie hat sich millionenfach bewährt. Mehr als vier Millionen Menschen konnten bisher dank BAföG studieren. Heute profitiert knapp ein Fünftel der Studierenden vom Bundesausbildungsförderungsgesetz.

Mit dem BAföG (Abkürzung für: Bundesausbildungsförderungsgesetz) sollen junge Menschen eine Ausbildung finanzieren können, die ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Die Studierenden bekommen BAföG, wenn die eigenen finanziellen Mittel und die der Eltern oder Ehegatten/Lebenspartner dazu nicht ausreichen.

Studierenden-BAföG wird in der Regel zur Hälfte als Zuschuss (= Geschenk) und zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Von der Darlehenssumme muss man insgesamt maximal 10.010 Euro zurückzahlen.

Viele Studierende wissen gar nicht, dass sie eine BAföG-Förderung erhalten könnten. Wir sagen: Lassen Sie sich in Ihrem Studenten- oder Studierendenwerk beraten:

Zuständig für Eichstätt:

Studentenwerk Erlangen-Nürnberg

Geschäftsstelle Nürnberg
Andreij-Sacharow-Platz 1
90403 Nürnberg
Tel.: +49 9131 8002-59

Zuständig für Ingolstadt:

Studentenwerk Erlangen-Nürnberg

Geschäftsstelle Erlangen
Hofmannstraße 27
91052 Erlangen
Tel.: +49 9131 8002-900

 
▶︎ Sprechtage in Eichstätt finden derzeit nicht statt!

 

Weiterführende Informationen:

Wohngeld

Das Wohngeld hilft Personen mit geringem Einkommen bei den Wohnkosten und muss bei der örtlichen Wohngeldstelle beantragt werden. Studierende sind allerdings selten berechtigt, Wohngeld zu erhalten.

Ein Antrag auf Wohngeld lohnt sich dann, wenn Studierende dem Grunde nach keinen Anspruch auf BAföG haben (§ 20 Absatz 2 Wohngeldgesetz). Wer hingegen deshalb kein BAföG erhält, weil das Einkommen der Eltern und Ehegatten/Lebenspartner oder das eigene Einkommen/Vermögen zu hoch ist, ist vom Wohngeld ausgeschlossen. Die Unterhaltspflicht der Eltern und Ehegatten/Lebenspartner tritt dann ein.

Hinweis: Bevor man Wohngeld beantragen kann, muss man einen BAföG-Antrag gestellt haben!
Ob nämlich dem Grunde nach kein Anspruch auf BAföG-Förderung besteht, stellt allein das zuständige Amt für Ausbildungsförderung am Studienort fest. Der ablehnende BAföG-Bescheid gilt dann als Nachweis gegenüber der Wohngeldstelle.

Studierende können einen Wohngeldantrag stellen, wenn

  • ihre Ausbildung keine förderungsfähige Ausbildung nach dem BAföG ist (§ 2 BAföG).
  • sie Leistungen von Begabtenförderungswerken erhalten (§ 2 Absatz 6 Nr. 2 BAföG).
  • für die Förderung eines Zweit-, Ergänzungs- oder Aufbaustudiums die Voraussetzungen nicht erfüllt sind (§ 7 Absatz 2 BAföG).
  • sie ohne wichtigen oder unabweisbaren Grund die Ausbildung abbrechen oder die Fachrichtung wechseln (§ 7 Absatz 3 BAföG).
  • sie Ausländer/innen sind und nicht die Voraussetzungen des § 8 BAföG erfüllen.
  • sie die Altersgrenze nach § 10 Absatz 3 BAföG überschritten haben.
  • die BAföG-Förderungshöchstdauer überschritten ist (§ 15 Absatz 2 BAföG) und die Voraussetzungen einer Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus (§ 15 Absatz 3 BAföG) oder für eine Hilfe zum Studienabschluss (§ 15 Absatz 3a BAföG) nicht erfüllt sind.
  • sie keinen Leistungsnachweis nach § 48 BAföG vorgelegt haben.
  • BAföG ausschließlich als verzinsliches Darlehen gezahlt wird.

Arbeitslosengeld II

Studierende erhalten nur ausnahmsweise Arbeitslosengeld II, und zwar in besonderen Lebenslagen.

Studierende haben in der Regel keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II - kurz ALG II oder umgangssprachlich "Hartz IV" genannt -, da sie BAföG beziehen können.

Allerdings gibt es einige Ausnahmen, zum Beispiel können Studierende, die bei ihren Eltern wohnen, unter bestimmten Voraussetzungen nach § 7 Absatz 6 Nr. 2 Sozialgesetzbuch - Zweites Buch (SGB II) eine Aufstockung zur BAföG-Förderung erhalten.

Lassen Sie sich bei den Sozialberatungsstellen der Studenten-/Studierendenwerke individuell beraten!

Weitere Ausnahmen
  • Außergewöhnliche Härtefälle
    In besonderen Härtefällen können auch Studierende Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem  SGB II erhalten - allerdings ausschließlich auf Darlehensbasis (§ 27 Absatz 4 SGB II).
    Beispiele: Ein besonderer Härtefall kann vorliegen, wenn durch eine verzögerte BAföG-Zahlung zu Studienbeginn die gesamte Ausbildung gefährdet ist. 
    Studierende können Ansprüche für ungedeckte Unterhaltskosten geltend machen, wenn sie krankheitsbedingt oder weil sie Kinder erziehen nicht neben dem Studium jobben können. In diesem Fall können auch für BAföG-Bezieher ergänzende Leistungen bewilligt werden.
    Immer ist der Einzelfall entscheidend.
  • Mehrbedarfe
    Studierende, die ein Kind erwarten oder erziehen, und Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten haben häufig zusätzliche Bedarfe, die vom BAföG nicht abgedeckt werden. Für diese "nicht-ausbildungsgeprägten" Mehrbedarfe können sie Zuschussleistungen beantragen (§ 27 Absatz 2 SGB II).
    Beispiele: Werdende Mütter erhalten einen Mehrbedarfszuschlag ab der 13. Schwangerschaftswoche und Einmalleistungen für Bekleidung und Erstausstattung.
    Behinderte und chronisch kranke Studierende können Kosten für "unabweisbare, laufende, nicht nur einmalige besondere Bedarfe" (Hygieneartikeln oder Therapien, die nicht durch die Krankenkassen übernommen werden) und kostenaufwändige Ernährung beantragen (§ 21 Absatz 2, 3, 5, 6 SGB II).
  • Studienunterbrechung
    Wer wegen Krankheit, Schwangerschaft und Kindererziehung vom Studium beurlaubt ist und deshalb in dieser Zeit kein BAföG bekommt, kann ALG II beantragen. Das Studium darf in dieser Zeit nicht betrieben werden. Ein Anspruch auf ALG II kann auch ohne Beurlaubung entstehen, wenn Studierende länger als drei Monate krank sind und deshalb ihren BAföG-Anspruch verlieren.
  • Teilzeitstudium
    Da Studierende in regulären Teilzeitstudiengängen vom BAföG ausgeschlossen sind, können sie ALG II beziehen, wenn alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind.
  • Zwischen Bachelor und Master 
    Wer länger als einen Monat nach Beendigung des Bachelor-Studiums auf den Beginn des Masters warten muss, kann sich arbeitssuchend melden. Wer dann ALG II bezieht, muss allerdings auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.  
Kinder von Studierenden

Auch wenn studentische Eltern in der Regel keinen Anspruch auf ALG II haben, so können ihre minderjährigen Kinder unter 15 Jahren unter Umständen Anspruch auf Sozialgeld nach dem SGB II haben.

Statt ALG II: "Hilfe zum Lebensunterhalt"

Wenn Studierende wegen langer Krankheit oder Behinderung nach dem SGB II nicht "erwerbsfähig" sind, können sie in Ausnahmefällen "Hilfe zum Lebensunterhalt" nach dem Sozialgesetzbuch - Zwölftes Buch beanspruchen.

Bayerisches Begabtenförderungsgesetz

Der Freistaat Bayern gewährt zur Förderung überdurchschnittlich Begabter Ausbildungsbeihilfen. Stipendien und Büchergeld werden den Studierenden an wissenschaftlichen Hochschulen und an Fachhochschulen in Bayern gewährt. Die Ausbildungsbeihilfe wird auf Antrag gewährt.

Zuständig für Studierende an wissenschaftlichen Hochschulen:

Stipendienreferat der Universität München
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Tel.: (089) 2180-2424

Zuständig für Studierende an Fachhochschulen:

Amt für Ausbildungsförderung
beim Studentenwerk München
Leopoldstraße 15
80802 München
Tel.: (089) 381960

Weiterführende Informationen:

Bayerisches Eliteförderungsgesetz

Die Universität Bayern e.V. reicht die Graduierten- und Postgraduiertenstipendien nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz aus. Die Auswahl erfolgt jeweils rechtzeitig zum Beginn des Sommer- bzw. Wintersemesters. Eine Bewerbung ist nahezu laufend möglich. Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt zweimal im Jahr. Die KU trifft eine Vorauswahl; die endgültige Entscheidung trifft die Universität Bayern e.V.. Wenn Sie ein Graduierten- oder Postgraduiertenstipendium nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz erhalten, können Sie an speziellen Angeboten der Universität Bayern sowie des Elitenetzwerks Bayern teilnehmen.

Die Frist für Anträge auf Förderung nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz ist an der KU für das Wintersemester 2012/13 der 20.11.2012. Die erforderlichen Unterlagen sind:

  • ein inhaltliches und zeitliches Arbeitsprogramm des Promotionsvorhabens,
  • zwei fachwissenschaftliche Gutachten zur Förderwürdigkeit durch unterschiedliche Hochschullehrerinnen/ Hochschullehrer,
  • Zeugnisse über den Hochschulabschluss und die Hochschulzugangberechtigung,
  • Lebenslauf des Antragstellers/ der Antragsstellerin,
  • Beschreibung des vorhandenen Doktorandenausbildungsprogramms durch die betreuenden Hochschullehrerin/ Hochschullehrer.

Die vollständigen Bewerbungsunterlagen schicken Sie bitte an das Referat für Forschungsförderung der KU. Für weitere Auskünfte steht der Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs zur Verfügung.

Weiterführende Informationen:

Ansprüche nach dem Bundesversorgungsgesetz

Anspruchsberechtigter Personenkreis sind im Wesentlichen Waisen und Halbwaisen infolge des Zweiten Weltkrieges und Kinder von Kriegsbeschädigten. Im Übrigen ergeben sich Ansprüche auf Erziehungsbeihilfe, soweit u.a. nach dem Soldatenversorgungsgesetz, dem Zivildienstgesetz, dem Häftlingsgesetz und dem Opferentschädigungsgesetz Vorschriften des BVG entsprechend anzuwenden sind. Für die Erziehungsbeihilfen an Studierende an Hochschulen und Fachhochschulen sind die Hauptfürsorgestellen zuständig. Die Anschriften können bei den Sozialämtern der Stadt- bzw. der Kreisverwaltung erfragt werden, die in der Regel auch die Anträge entgegen nehmen.