AI-Ethics in Mobility (Academic Master Class), 08.09.2021, IAA München

IAA

 

Informationen zum Workshop am 08.09.2021

 

Neuerscheinung: Jahrbuch für Moraltheologie, Band 5

Die Digitalisierung transformiert das Gesundheitswesen und bringt neue Formen der Interaktion zwischen Menschen und Maschinen hervor. Digitale Technologien verändern sowol das Krankheitserleben als auch die medizinische und pflegerische Praxis. Die Fragestellungen der Beiträge reichen von informationsethischen Aspekten über die Neubestimmung der Verhältnisse zwischen Patient*innen und Fachpersonal bis hin zum Status künstlicher Intelligenz. Wie verändert sich das Körperverständnis, wenn die Grenzen zwischen Leib und Umwelt technologisch neu definiert werden? Ersetzt in Zukunft gar die Maschine den Menschen in der Gesundheitsversorgung? Verbessern digitale Technologien Mensch und Gesundheit oder stellen sie das Humane in menschlichen Sorgebeziehungen in Frage? Das Buch sucht nach Antworten auf diese Herausforderungen und leistet so einen kritisch-konstruktiven Beitrag zur interdisziplinären Diskussion in theologisch-ethischer Perspektive.

5. – 8. September 2021 - Symposium der Internationalen Vereinigung Sozialethik und Moraltheologie in Straßburg – „Die Universalität der Menschenrechte“

Wie ist Würde universalisierbar? Christine Korsgaards Beitrag zur Lösung eines kantischen Problems

Im Rahmen der Vorstellung von Forschungsprojekten des wissenschaftlichen Nachwuchses, stellt Benedikt Rauw am Montag, 6. September die Frage, wie mit Immanuel Kant und Christine Korsgaard die Frage nach der Universalität von Würde garantiert werden kann.

Kants Begriff der Menschheit (homo noumenon), wie er in der „Menschheit-als-Selbstzweck-Formel“ in der Grundlegung formuliert ist, bietet das Potential ein allgemeingültiges Würdeprinzip im einzelnen Menschen anzunehmen und krankt dennoch daran, dass er den Menschen (homo phaenomenon) nur ungenügend in den Blick nimmt. Erfahrung und Empirie sind für Kant Störfaktoren der Willensbildung, insofern der Wille moralisch genannt werden soll. Wie ist es nun möglich, aus dem Prinzip der Menschheit Handlungsgründe zu gewinnen, die sich in der Erfahrungswelt und Sinnenwelt des Menschen auch tatsächlich durchsetzen können? Ist die Menschheit-als-Selbstzweck-Formel so zu erweitern, dass sie nicht nur ein universales Prinzip für alle rationalen Wesen bildet, sondern auch gehaltvolle Ethik, mithin sogar ein materielles Verständnis von Menschenrechten begründen kann? Wegen der prekären Brücke, die Kant zwischen der Sinnenwelt und dem rationalen Prinzip schlägt, ist diese Möglichkeit oft verneint worden und Kant gibt im Hinblick auf Menschenrechte in seinen späteren Schriften, insbesondere in der Rechtslehre, keinen Anlass dazu, eine solche Konzeption bei ihm zu vermuten.

Mit Christine Korsgaard wird im Vortrag versucht zu zeigen, dass Kants Selbstzweck-Formel als Ausgangspunkt einer gehaltvollen Ethik dienen kann. Korsgaard weist den Geltungsbereich des moralischen Prinzips aus und setzt rechtfertigende Gründe und erklärende Motivationen in ein wirksames Verhältnis zueinander. Korsgaards erstpersonaler, konstruktivistischer Ansatz beantwortet dabei einerseits die Frage nach den Quellen der Normativität und andererseits deren Verhältnis zum phänomenalen Menschen. Gleichzeitig soll mit Korsgaard analysiert werden, welche Konsequenzen dieser Würdebegriff für den Umgang mit nicht-rationalen Lebewesen, d.h. Tieren, hat.

 

ZRKG-Tagung vom 19. bis 21. Mai 2021 in digitalem Format

Dieselbe Welt – und doch alles anders? Transformationen in Zeiten religiöser und gesellschaftlicher Umbrüche“

Informationen zur Tagung finden Sie unter: www.ku.de/zrkg/aktivitaeten/zrkg-tagung

Philosophisch-theologische Nachwuchstagung am 20. April 2021

Digitalisierung als struktureller Wandel der Gesellschaft. Zwischen Reduktion und Transformation.


Online-Veranstaltung

 

Digitalisierung ist in aller Munde. Sie beschreibt nicht nur die sich beschleunigende Verbreitung
der Computertechnologie und damit verbundene technische Verfahren. Sie ist zum Inbegriff geworden
für den Übergang in eine neue Zeit mit neuen Möglichkeiten und Fragestellungen. Doch wofür steht
„Digitalisierung“ eigentlich?

Digitalisierung ist ein gesellschaftlicher Prozess mit weitreichenden Folgen.   Digitalisierung   
berührt   unser   Denken,   Handeln   und Interagieren.  Es  verwandelt  uns  und  unsere  
Lebenswelt.  Neben diesen  transformativen  Bewegungen  lassen  sich  auch  reduktive Tendenzen   
beobachten,   wenn   etwa   soziale   Interaktion   zu technischer   Kommunikation   wird,   oder   
wenn   die   Grenzen zwischen Mensch und Maschine immer mehr verschwimmen.

Auch stehen wir nicht erst am Anfang dieser Veränderungen, sie haben längst begonnen und prägen
unseren Alltag. Im Umgang mit der Technik haben sich neue kulturelle (Bewusstseins-)Formen
entwickelt,  die  wir  uns  vergegenwärtigen  müssen,  bevor  wir  sie verstehen können.

Die    Tagung    geht    diesen    Fragen    nach    und    identifiziert Digitalisierung  als  
strukturellen  Wandel  der  Gesellschaft.  Dabei werden   die   philosophischen,   ethischen   und  
 theologischen Dimensionen  erörtert  und  darauf  befragt,  wo  sich reduktive  und wo
transformative Prozesse diagnostizieren und an ausgewählten Beispielen festmachen lassen.

 

Ethische Grundlagen für Künstliche Intelligenz in der Luftfahrt

www.ku.de/news/ethische-grundlagen-fuer-kuenstliche-intelligenz-in-der-luftfahrt

Save the Date

• • • Wissenschaftskongress Ingolstadt • • •

 

Künstliche Intelligenz - Innovationen für die Stadt von morgen!

 

„Die Evolution des menschlichen Geistes verkörpert sich in der Evolution der Technik.“ – Nora Arikha

 

Der erste Wissenschaftskongress Ingolstadt rückt näher! Lassen Sie sich durch Vorträge renommierter Speaker, Hochschulpartnern und Experten aus Forschung & Wirtschaft begeistern. Betrachten Sie KI aus unterschiedlichen Blickwinkeln und lassen Sie sich für Ihre Arbeit inspirieren.

 

Die Themen sind dabei so vielfältig, wie das Forschungsfeld „Künstliche Intelligenz“ selbst:

Mobilität, Medizin & Pflege, Ethik und Kunst & Kreativität.

 

Interessiert? Dann jetzt vormerken! Wir bitten Sie, das SAVE THE DATE auch an Fakultäten, Partner und Interessierte weiterzuleiten.

https://www.wissenschaftskongress-in.de/

 

Die Sprecher der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie zum Tod von Eberhard Schockenhoff

 

Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit haben wir die Nachricht vom Tod unseres Kollegen Eberhard Schockenhoff aufgenommen. Wir trauern um einen Kollegen, der seit Jahrzehnten die deutschsprachige Moraltheologie durch seine Persönlichkeit und seine Schriften ganz wesentlich geprägt hat.

Eberhard Schockenhoff hat mit immenser Schaffenskraft wie wenige andere zahlreiche ethische Debatten in Kirche und Gesellschaft begleitet und inspiriert. Seine Schriften zählen zu den Referenztexten der Disziplin.

Sein klares Urteilsvermögen und seine umfassenden Kenntnisse haben ihn zu einem wichtigen Gesprächspartner im kirchlichen und politischen Raum werden lassen, wovon nicht zuletzt seine Mitgliedschaft im Deutschen Ethikrat zeugt. Über den deutschsprachigen Raum hinaus war er ein gefragter Moraltheologe und durch seine in andere Sprachen übersetzten Schriften bekannt. Verwurzelt in den großen christlichen Traditionen theologisch-ethischen Denkens, ging es ihm um dessen Vermittlung mit den modernen Ideen von Würde und Verantwortung.

Die Stimme von Eberhard Schockenhoff hatte in der Moraltheologie und weit darüber hinaus großes Gewicht und wird schmerzlich fehlen. Sein Tod riss ihn jäh aus Projekten, deren Rezeption im Fach gewiss war. Sein dem Leben zugewandter Glaube hat ihn zugleich unaufgeregt und ernsthaft die moralischen Fragen der Zeit durchdenken lassen. Seine eigenen Positionen und Argumente hat Eberhard Schockenhoff dabei immer dem kollegialen Diskurs ausgesetzt.

Wir gedenken des Verstorbenen im Gebet und trauern mit der Familie und den Freundinnen und Freunden, die ihn vermissen werden.

 

Christof Breitsameter/Stephan Goertz

München / Mainz, 19. Juli 2020

Neuerscheinungen
Treue und Vertrauen
Neuerscheinung

Aufgrund der zunehmenden moralischen Signifikanz technischer Artefakte plädieren zentrale Ansätze der Technikethik dafür, das klassischerweise dem Menschen vorbehaltene Attribut der Handlungsfähigkeit / „agency“ auf technische Artefakte auszuweiten. Nur so könne das komplexe Handlungsgeflecht bei Mensch-Maschine-Interaktionen angemessen beschrieben und im Hinblick auf die Frage nach Verantwortung ethisch bewertet werden. Im folgenden Artikel werden drei  dieser Ansätze (L. Floridi, D. G. Johnson, P.-P. Verbeek) vorgestellt und daraufhin untersucht, inwieweit sie ihrem Anspruch gerecht werden, deskriptiv wie normativ die Sachlage zu erhellen. Zusätzlich wird jedes Konzept am Beispiel des Dieselskandals konkret ausbuchstabiert und so noch einmal auf seine Erklärungskraft hin überprüft. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Agency-Attribution für technische Artefakte nicht nur keinen Mehrwert bietet, sondern sogar noch Verwirrung stiftet und überdies das Risiko der Verantwortungs-Verschleierung enthält.  

Due to the increasing moral significance of technical artefacts, increasingly common approaches in technical ethics attempt to expand the attribution of agency to technical artefacts, a task traditionally reserved for human beings.These approaches argue that this is the only proper way to describe and evaluate the complexity of human-machine-interaction from an ethical perspective, especially with regard to the question of responsibility.In the following article, we present three of these approaches (L. Floridi, D. G. Johnson, P.-P. Verbeek) and analyse to what extent they do justice to their claim to clarify matters both descriptively and normatively.To test their explanatory power, each concept is spelled out in practice, using the diesel emissions scandal as an example.The study comes to the conclusion that attributing agency to technical artefacts creates no additional benefit but causes even more confusion and runs the additional risk of obscuring ethical responsibility.