ZRKG-Tagung

Arbeiten am PC

„Dieselbe Welt – und doch alles anders? Transformationen in Zeiten religiöser und gesellschaftlicher Umbrüche“

ZRKG-Tagung vom 19. bis 21. Mai 2021 in Eichstätt

Erstmalig führt das ZRKG eine die drei Forschungsfelder verbindende Tagung durch. Diese wendet sich vor dem Hintergrund von religiösen und gesellschaftlichen Umbrüchen dem Konzept der Transformation zu, um seine analytische und heuristische Leistungsfähigkeit in Blick auf die Verarbeitung solcher Umbrüche zu diskutieren. Hierzu liefern namhafte Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen Beiträge im Rahmen von vier Sektionen und einer Abendveranstaltung. Die Tagung möchte das ZRKG um eine Postersession bereichern. Die Poster sollen vor allem Nachwuchswissenschaftler/-innen ermöglichen, ihre Themen und Ideen, sofern sie sich auf das Tagungsthema beziehen, im Rahmen einer Postersession zu präsentieren. Der Call for Posters läuft bis einschließlich 29. Januar 2021 (verlängerte Einreichungsfrist).

Alle Informationen zur Zielsetzung der Tagung, zum Programm und zum Call for Posters finden Sie auf dieser Seite.

Sollte aufgrund von Einschränkungen durch die Corona-Pandemie eine Durchführung vor Ort nicht möglich sein, wird die Tagung dennoch in einem Hybrid- oder Online-Format stattfinden.

Zielsetzung der ZRKG-Tagung

Wir sind derzeit mit tiefgreifenden Krisen und Umbrüchen konfrontiert, die den religiösen Bereich wie die Gesellschaft(en) insgesamt betreffen. Die Corona-Pandemie hat dies zur konkreten Alltagserfahrung gemacht; zugleich lässt sie grundlegendere Entwicklungen und Verwerfungen umso deutlicher hervortreten. Die Tagung wendet sich vor diesem Hintergrund dem Kon­zept der Transformation zu, um seine analytische und heuristische Leistungsfähigkeit in Blick auf die Ver­ar­beitung solcher Umbrüche zu diskutieren. Dabei geht es einerseits um eine interdisziplinäre An­näherung an den Begriff der Transformation. Dieser bezieht sich nicht generell auf geschichtlichen Wandel und gesellschaftliche Veränderungen, sondern markiert jene mit dem Titel angezeigte Erfahrung, dass die Wirk­lichkeit als Ganzes in einer anderen, neuen Weise gesehen, erlebt und gedeutet wird. Hier spielen Fragen der Medialität, der Sprache und Kultur, der Denk- und Lebensformen, der ordnenden Kategorien und lei­tenden Orientierungen eine zentrale Rolle, die selbst geschichtlichem Wandel und manchmal epochalen Brü­chen unterworfen sind. Nach der interdisziplinären Annäherung an das Konzept der Transformation (Sektion I) geht die Tagung in drei Schritten vor, die den Forschungs­feldern des ZRKG entsprechen: Zunächst nehmen wir Umbrüche und Herausforderungen der Ge­gen­wart in den Blick (Sektion II) und fragen nach den religiösen, kirchlichen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen und -konflikten, die sie anstoßen. Sektion III thematisiert exemplarische historische Transformationsprozesse, die u.a. mit dem Wandel von Medien und Sprache, der Begegnung von Kulturen, Übersetzungsprozessen, For­men von Abgrenzung und Adaptation zusammenhängen. Sektion IV schließlich wendet sich Fragen der Persönlichkeitsbildung zu: Krisen und die Verarbeitung von Umbrüchen stellen hohe Anforderungen an die Kompetenzen und an die Bildung der einzelnen Personen wie der gesellschaftlichen Gruppen. Zugleich lassen sich Bildungsprozesse selbst als Formen der Transformation verstehen, welche die ganze Person (ihre intellektuelle, affektive und leibliche Dimension) betreffen, von Prozessen intersubjektiver An­erkennung abhängen und die Fähigkeit einer Gesellschaft maßgeblich prägen, mit Krisen und Umbrüchen umzugehen. 

Tagungsprogramm

(Stand 25.01.2021)

Mittwoch, 19.05.2021

14.30 Uhr     Begrüßung und Hinführung durch die beiden Direktoren des Zentrums    

Sektion I: Annäherungen an das Konzept der Transformation

15.00 Uhr       Prof. Dr. Thomas Düllo, Berlin/Oslo: „Kleiner Wandel, große Wirkung – die soziokulturellen Wandlungstypen ‚Transformation‘ und ‚Loop‘"

16.30 Uhr       Prof. DDr. Kurt Appel, Wien: „Die letzte Transformation der Wirklichkeit“

17.00 Uhr       Prof. DDr. Isabella Guanzini, Linz: „Metamorphosen. Geboren werden, Auferstehen, Sterben“

 

Donnerstag, 20.05.2021

Sektion II: Transformationsprozesse der Gegenwart: (Post-)Säkularität

 9.00 Uhr        Prof. Dr. David Martyn, St. Paul, Minnesota, USA: „Überwindung, Verwandlung oder Verdrehung? Säkularisierung aus postkolonialer Sicht“

10.00 Uhr       Prof. Dr. Isabelle Stauffer, Eichstätt: „Ironie und Fremdheit bei Monique Schwitter und Jonas Lüscher“

11.30 Uhr        Prof. Dr. Silvia Henke, Luzern: „Religiöse Figuren der Transformation in zeitgenössischer Kunst“

 

Postersession

12.30 Uhr        Ausstellung der ausgewählten Poster von Nachwuchswissenschaftler/-innen

 

Sektion III: Geschichtliche Transformationsprozesse

14.30 Uhr        Prof. Dr. Michael Neumann, Eichstätt: „Revolution als Apokalypse“

15.00 Uhr        Prof. Dr. Lucian Hölscher, Bochum: „Geschichtsbrüche im 20. Jahrhundert“

17.00 Uhr        Prof. Dr. Jürgen Bärsch, Eichstätt: „Transformation und Neukodierung rituellen Handelns in der katholischen Liturgie des 17. und 18. Jahrhunderts"

 

Abendveranstaltung

19.00 Uhr        Begrüßung durch die Hochschulleitung und Vorstellung des ZRKG

19.30 Uhr        Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr, Leipzig: „Das abstrakte Wir und der gespürte Nächste. Figuren der Sozialität und die Dilemmata des Religiösen in der Coronakrise“

20.45 Uhr        Empfang und Möglichkeit zum Austausch anschließend Feuerperformance im Hofgarten

 

Freitag, 21.05.2021

 8.15 Uhr          Musikalische Einführung (Orgel mit Prof. DDr. Andreas Weckwerth)

Sektion IV: Bildungsherausforderung ‚Transformation‘

 9.00 Uhr         Hinführung Prof. Dr. Krassimir Stojanov, Eichstätt: „Bildung als Selbsttransformation“

                         Prof. DDr. Ralf Koerrenz, Jena: „Bildung als Erinnerung“

10.15 Uhr        Prof. Dr. Hans Christoph Koller, Hamburg: „Bildung als Transformationsprozess“

10.45 Uhr        Diskussion der beiden Vorträge mit eigenen Beiträgen aus Forschungsfeld II

12.45 Uhr        Schlusswort und Tagungsende

 

Die Dauer der Vorträge beträgt 30 Minuten, die des Abendvortrags 45 Minuten. Nach und zwischen den Vorträgen der Tagung besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

 

 

Call for Posters

Die Vorträge der ZRKG Tagung „Dieselbe Welt – und doch alles anders? Transformationen in Zeiten religiöser und gesellschaftlicher Umbrüche“ möchten wir um eine Postersession bereichern. Die Poster sollen vor allem Nachwuchswissenschaftler/-innen ermöglichen, ihre Themen und Ideen, sofern sie sich auf das Tagungsthema beziehen, zu präsentieren. Die über die Poster vermittelten Themen können am zweiten Tagungstag ab 12.30 Uhr auf einer zweistündigen Postersession vorgestellt werden. Wir möchten den Posterbeitragenden die Möglichkeit geben, auf die Fragen der Interessenten vor Ort einzugehen.

Bitte reichen Sie Ihre Idee für ein Posterthema mit Titel und einer kurzen inhaltlichen Skizze (ca. 200 Wörter) in elektronischer Form (WORD) im angehängten Formular bis 29.01.2021 (verlängerte Einreichungsfrist) unter zrkg(at)ku.de ein. Es darf nur jeweils ein Posterthema unter dem Namen derselben Person eingereicht werden; auch gemeinschaftliche Projekte können präsentiert werden. Bitte geben Sie an, ob das Posterthema Teil Ihres Dissertation- oder Habilitationsprojektes oder einer Post-Doc-Studie ist, und welcher Sektion der Tagung Sie es zuordnen.

Die Beurteilung der Skizze und die Auswahl für die Postersession erfolgt durch den wissenschaftlichen Lenkungsausschuss der Tagung. Die Bewerber/-innen werden bis 15.02.2021 über die Zulassung ihres Posters informiert.

Bitte beachten Sie, dass für die Posterbeiträger/-innen keine Reisekosten übernommen werden können. Auf Basis der präsentierten Poster entscheidet der Ausschuss in einer zweiten Sitzung über die Aufnahme des Posters in den Tagungsband und in die Online-Präsentation der Tagung.