Prof. Dr. Benjamin Dahlke analysiert Verhältnis der US-Katholiken zu Trump
"Vom Auftreten her agiert Leo als Anti-Trump"
Ein Jahr nach dessen zweitem Amtsantritt zeichnet der Theologe und US-Kenner Benjamin Dahlke ein differenziertes Bild vom Katholizismus unter Donald Trump. Geeint sieht er die Bischöfe aber in ihrer Kritik am harten Migrationskurs.
DOMRADIO.DE: Am Tag nach der Amtseinführung vor knapp einem Jahr haben Sie mit Blick auf das Verhältnis USA-Vatikan gesagt, es werde schon schwierig werden. Wie schwierig ist es tatsächlich geworden?
Prof. Benjamin Dahlke: Es ist in der Tat schwierig geworden, gerade in Fragen der Migrationspolitik. Das hatte sich bereits während des Wahlkampfes angedeutet, als Trump ankündigte, auch Abschiebungen in größerem Maße vorzunehmen und auch die Grenzen sehr streng bewachen zu lassen.
Hinzugekommen ist, dass jetzt innerhalb des Landes die Migrationsagentur ICE eingesetzt wird und sich dagegen massiver Widerstand formiert hat. Das ist ein zentrales Thema, bei dem es erhebliche Differenzen zwischen der aktuellen Administration und der katholischen Kirche gibt.