In Eichstätt und Umgebung entstehen an vielen Schulen engagierte und kreative Projekte im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Häufig bleiben diese Projekte jedoch innerhalb der jeweiligen Schule und werden außerhalb des direkten Umfelds kaum wahrgenommen.
Der Nachhaltigkeits-Projektautomat möchte genau hier ansetzen. Ein ausgedienter Snackautomat wird an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, zunächst im KU ZLB, zu einem sichtbaren Ort für schulische Nachhaltigkeitsprojekte aus der Region umgebaut.
Der Automat soll Projekte sichtbar machen, Interesse wecken und erste Kontakte ermöglichen. Er versteht sich dabei nicht als vollständiges Netzwerk oder als eigenes Bildungsangebot, sondern als niedrigschwelliger Einstieg in nachhaltige Themen und regionale Schulprojekte.
Jede teilnehmende Schule erhält im Automaten einen festen Platz für ein kleines Produkt, Objekt oder Ausstellungsstück aus einem Nachhaltigkeitsprojekt. Gezeigt werden können zum Beispiel:
Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Produkt allein, sondern die Geschichte dahinter. Jedes Objekt steht für einen Lernprozess, eine Idee, eine Herausforderung oder eine Lösung.
Zu jedem Projekt gehört ein QR-Code, der auf eine kurze digitale Projektseite führt. Dort finden Besucherinnen und Besucher Informationen zum Projekt, zu den Beteiligten, zum Nachhaltigkeitsbezug und zu möglichen Ansprechpartnern.
Der Nachhaltigkeits-Projektautomat verfolgt drei zentrale Ziele:
Das Projekt richtet sich an verschiedene Gruppen:
Damit der Automat übersichtlich und sinnvoll bleibt, gelten für die Projekte einige einfache Kriterien. Ein Projekt sollte:
Nicht jedes Schulprojekt eignet sich automatisch für den Automaten. Diese Begrenzung gehört bewusst zum Konzept.
Die teilnehmenden Schulen liefern jeweils ein kleines Produkt oder Objekt sowie einen kurzen Informationstext für die digitale Projektseite. Die Inhalte werden für einen festgelegten Zeitraum im Automaten gezeigt und anschließend ausgetauscht. Dadurch können regelmäßig neue Projekte präsentiert werden.
Die ausgestellten Produkte sollten:
Da der Automat über eine Kühlfunktion verfügt, können auch bestimmte Lebensmittel oder empfindlichere Produkte gezeigt werden. Gleichzeitig steigen dadurch die Anforderungen an Hygiene und Betreuung.
Die Produkte können symbolisch für etwa 1 Euro angeboten werden. Der Erlös fließt direkt an die jeweiligen Schulprojekte zurück. Dabei geht es nicht um ein Geschäftsmodell oder eine vollständige Finanzierung. Der symbolische Preis soll vor allem Wertschätzung ausdrücken und den Projekten einen kleinen Beitrag zurückgeben. Höhere Herstellungskosten tragen weiterhin die Schulen selbst. Wichtig ist, dass nicht nur günstige oder leicht herstellbare Projekte bevorzugt werden.
Der geplante Standort im KU ZLB ist fachlich besonders passend. Dort treffen Schulen, Lehramtsstudierende, Dozierende und weitere Bildungsakteure direkt aufeinander. Gleichzeitig bietet der Standort Möglichkeiten für eine spätere Erweiterung. Denkbar sind zum Beispiel:
Damit der Projektautomat dauerhaft wirksam bleibt, soll er durch weitere Elemente ergänzt werden. Dazu gehören:
Für die Umsetzung des Projekts braucht es eine verantwortliche Koordination. Diese übernimmt unter anderem:
Die Schulen liefern die Produkte, kurze Projekttexte, gegebenenfalls Bilder und eine Ansprechperson. Außerdem müssen technische Fragen wie Strom, Wartung, Kühlung, Hygiene und Betreuung geklärt werden.
Damit sichtbar wird, ob das Projekt erfolgreich ist, können verschiedene Kriterien betrachtet werden. Dazu gehören zum Beispiel:
Der Nachhaltigkeits-Projektautomat kann ein sichtbares und innovatives Format für den Landkreis Eichstätt werden. Er macht nachhaltige Bildungsarbeit konkret, greifbar und öffentlich sichtbar.
Seine Stärke liegt darin, Aufmerksamkeit zu erzeugen, Wertschätzung auszudrücken und erste Kontakte zwischen Schule und Universität zu schaffen.
Gleichzeitig ersetzt der Automat keine intensive Netzwerkarbeit oder vertiefte Bildungsangebote. Deshalb ist es sinnvoll, ihn als Kern eines größeren, aber bewusst schlanken Projekts zu verstehen.
In Verbindung mit digitalen Projektseiten, klaren Auswahlkriterien, wechselnden Inhalten und ergänzenden Austauschformaten kann aus dem Nachhaltigkeits-Projektautomaten ein langfristig tragfähiges Projekt für die Region werden.