Vor zehn Jahren war die KU noch die einzige deutsche Universität, die nach EMAS zertifiziert war – bis heute ist sie die einzige, die den Standard „EMASplus“ erreicht. Im Vergleich zum regulären „Eco-Management and Audit Scheme“ (EMAS) der Europäischen Union erweitert dieses aufwändige Prüfverfahren, dem sich die KU freiwillig stellt, das Umweltmanagement um soziale und ökonomische Aspekte. Für Professor Klaus Stüwe, als Vizepräsident zuständig für die Nachhaltigkeitsstrategie der KU, ist es eine Bestätigung, dass heute viele deutsche Universitäten und Hochschulen nachziehen: „Wir sind Vorreiter und Vorbild, aber vor allem arbeiten wir gemeinsam auf ein größeres Ziel hin: Wir wollen Nachhaltigkeit auf dem Campus, in Forschung und Lehre und in allen Bereichen der Universität leben und damit die Gesamtentwicklung systematisch an den globalen Zielen der Nachhaltigkeit ausrichten. Wir wünschen uns, dass immer mehr Hochschulen in Deutschland mit uns den Weg in eine nachhaltigere Zukunft gehen.“
Durch EMAS wird die Umweltleistung der KU nach Kernindikatoren beispielsweise zum Strom- und Wasserverbrauch bewertet. Außerdem zeichnet sich EMAS durch eine hohe Transparenz aus. Umweltthemen müssen gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert werden, dazu gehört die jährliche Veröffentlichung der validierten Umwelterklärung sowie die Eintragung im EMAS-Register. Zu einer erfolgreichen EMAS-Zertifizierung gehören außerdem die Einbindung von Mitarbeitenden und Studierenden in den Entwicklungsprozess der Organisation und die Prüfung der Rechtssicherheit. Hervorzuheben ist, dass durch EMAS eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung an der KU maßgeblich unterstützt wird.
Nachhaltigkeit an der KU ist mess- und sichtbar
Die EMASplus-Zertifizierung ist nicht nur eine Urkunde, die gerahmt wird. Vielmehr legt Frank Zirkl, Nachhaltigkeitsmanager der KU, Wert darauf, dass die erreichten Ziele für Mitarbeitende und Studierende sichtbar und die Erfolge messbar sind. In der Praxis ist der EMAS-Prozess eine systematisch angelegte Vorgehensweise, um die Umweltleistung der KU kontinuierlich zu verbessern. So werden beispielsweise durch das jährlich verabschiedete Nachhaltigkeitsprogramm konkrete Maßnahmen für insgesamt sechs Handlungsfelder formuliert und umgesetzt, damit die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie erreicht werden. Anlässlich des Jubiläums hat Zirkl zehn konkrete Maßnahmen, die exemplarisch für die Nachhaltigkeitsziele stehen und die Erfolge der Nachhaltigkeitsarbeit der KU belegen, zusammengestellt. In den vergangenen zehn Jahren – seit der ersten EMAS-Zertifizierung – ging der Papierverbrauch der KU um rund zwei Drittel zurück. Gleichzeitig wurde der Anteil an Recyclingpapier deutlich gesteigert, was auch die hervorragenden Ergebnisse der KU im Wettbewerb „Papieratlas“, belegen. Die KU konnte seit 2015 rund ein Drittel ihres Strom-Verbrauchs einsparen. Außerdem ist die KU bereits 2012 vollständig auf Öko-Strom umgestiegen. Damit konnten die CO2-Mengen um etwa 75 Prozent reduziert werden. In Bezug auf die Mobilität fährt die KU zweigleisig. Zum einen gestaltet sie die Dienstwagenflotte sukzessive nachhaltiger und setzt immer mehr auf E-Mobilität. Zum anderen fördert sie mit Angeboten wie dem Job Rad und der Mobilitätsapp „goFLUX“ für Mitfahrgelegenheiten mehr umweltfreundliche Mobilität. Sichtbar wird die Veränderung in den Außenanlagen an beiden Standorten, wo Biodiversität gefördert wird und deutlich zunimmt. Nachhaltigkeit ist fest verankert in den Bereichen Forschung und Lehre sowie beim studentischen Engagement und im Transfer. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist heute fester Bestandteil von Forschung und Lehre. Die KU ist seit mehreren Jahren als Fairtrade-University ausgezeichnet. Damit wird fairer Handel nicht nur theoretisch thematisiert, sondern ganz konkret im Universitätsalltag gelebt. Neben den Bemühungen um Arbeits- und Gesundheitsschutz ist die KU familienfreundliche Hochschule und engagiert sich für Gleichberechtigung und fördert Frauen in der Wissenschaft. Nicht zuletzt bietet sie Studierenden Partizipationsmöglichkeiten – beispielsweise im Green Office, wo die Studierenden Nachhaltigkeit an der KU mitgestalten können.
Mit EMAS hat die KU mit viel Weitsicht einen wichtigen Grundstein für eine nachhaltige Zukunft gelegt. Auch dank des EMAS-Zertifizierungsprozesses, den die KU seit zehn Jahren kontinuierlich durchläuft, ist sie für die aktuellen Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes gut aufgestellt. Das Gesetz schreibt seit 2023 ein Energie- oder Umweltmanagementsystem vor. Was für viele Bildungseinrichtungen eine große Herausforderung darstellt, ist für die KU seit zehn Jahren gelebte Realität.