KI an der KU: Neues Zertifikat für Dozierende

Das Thema Künstliche Intelligenz ist längt im universitären Alltag angekommen – auch an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Egal ob bei der Recherche, beim Schreiben von Seminararbeiten oder auch bei der Vorbereitung von Lehrveranstaltungen: Sowohl Studierende als auch Dozierende nutzen die KI. Gleichzeitig verändern sich durch ihren Einsatz Prüfungsbedingungen und -richtlinien. Um Dozierenden in diesem rasant verändernden Umfeld Orientierung und Sicherheit zu geben, bietet die KU nun als eine der ersten deutschen Universitäten ein Weiterbildungszertifikat „KI für Lehrende“ an.

„Wir wollen Dozierenden und damit auch unseren Studierenden die Möglichkeit geben, KI verantwortungsbewusst, sinnvoll und reflektiert einzusetzen und ihnen gleichzeitig einen sicheren Rahmen bieten, an dem sie sich orientieren können“, erklärt Prof. Klaus Meier, KU-Vizepräsident für Studium und Lehre, die Idee des neuen Zertifikats. Gleichzeitig ermöglicht das Zertifikat den teilnehmenden Dozierenden, ihr erworbenes Wissen auch nachzuweisen. 

Ab Januar 2026 können Dozierende sich in Online- und Präsenzveranstaltungen, aber auch in einem Selbstlernkurs zu verschiedenen Themen rund um den Einsatz und den Umgang mit der KI weiterbilden. Schließen sie fünf verschiedene Arbeitsbereiche ab – was innerhalb eines Kalenderjahres möglich ist – und reflektieren zum Abschluss das Gelernte, erhalten sie das „KI-Zertifikat für Lehrende“. Entwickelt wurde das Zertifikat von der Stabsstelle Personalentwicklung und Weiterbildung. Inga Maria Schütte ist hier als Hochschuldidaktikerin für die Konzeption der hochschuldidaktischen Weiterbildungen und des Zertifikats zuständig. „Uns war es wichtig, dass wir den Dozierenden eine flexible und an der Praxis orientierte Weiterbildung ermöglichen“, erklärt sie. „Im Dezember haben wir das Zertifikat erstmals beworben und schon jetzt zeigt sich, dass die Nachfrage groß ist – einige Kurse sind bereits fast ausgebucht.“ 

Das Zertifikat setzt sich aus verschiedenen Weiterbildungen zusammen, die sich sowohl inhaltlich als auch in ihrer Form abwechslungsreich ergänzen. So werden die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz in einem Selbstlernkurs, der von der Online-Plattform ki-campus.org angeboten wird, erarbeitet. Das Thema „KI in der Hochschuldidaktik“ wird in Form verschiedener Weiterbildungen der Stabsstelle Personalentwicklung und Weiterbildung angeboten. Alternativ können über den ProfiLehrePlus-Verbund entsprechende Kurse an anderen Universitäten besucht und angerechnet werden. Der Arbeitsbereich „KI und Prüfen“ wird in einem ganztägigen Kurs zum Prüfen im Zeitalter von KI abgedeckt. Besonders gefragt ist bereits jetzt das Thema „KI und rechtliche Aspekte in der Hochschullehre”. Hier befassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem mit dem Thema Datenschutz und Urheberrecht beim Erstellen von KI-generierten Texten oder Bildern. 

Um nach Abschluss aller Weiterbildungen schließlich das Zertifikat „KI für Lehrende“ zu erhalten, ist eine „Abschlussreflexion“ zu verfassen und es müssen Reflexionsfragen schriftlich beantwortet werden. 

Besonders flexibel wird das neue Zertifikat dadurch, dass auch früher oder an anderen Hochschulen erworbene KI-Kenntnisse angerechnet werden können. Außerdem ist es zwar möglich, das Zertifikat in einem Jahr zu absolvieren. Sollte eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer länger brauchen, können aber auch früher absolvierte Arbeitsbereiche angerechnet werden. 

Ziel ist es, den Dozierenden Sicherheit für den direkten und indirekten Einsatz der KI zu geben. Hochschuldidaktikerin Schütte betont: „Wir wollen Dozierenden auch helfen, Vorbehalte abzubauen! Es geht nicht darum, Studierende unter Generalverdacht zu stellen und ihnen Täuschung durch den Einsatz der KI zu unterstellen.“ Sie sieht im neuen Zertifikat eine Chance für Dozierenden, die KI nicht nur selbst sinnvoll einzusetzen, sondern auch einen verantwortungsbewussten Einsatz zu ermöglichen. 

Hinweis: Das Foto zu diesem Text wurde mit KI erstellt!