Mit ihrem Projekt „Shaping Responsibility – Transformative Education for Active Citizens“ (SHARE) will die KU innovative Lehr- und Lernformate erproben, Studiengänge weiterentwickeln und Studierende noch gezielter an realen gesellschaftlichen Fragestellungen arbeiten lassen. Im Zentrum des Vorhabens steht die Gründung einer hochschulweiten „Academy for Social Responsibility & Transformative Education“. Sie soll als neue Plattform für gesellschaftsorientierte und fachübergreifende Lehre wirken. Lehrende werden bei der Entwicklung neuer Formate unterstützt und die Zusammenarbeit zwischen Fakultäten und externen Partnern gestärkt. Im Sinne von akademischer Selbstreflexion gehört auch die Evaluation zur Aufgabe der Academy. Erfolgreiche Ansätze sollen schließlich auch für andere Hochschulen nutzbar gemacht werden – unter anderem durch offene Lehr- und Lernmaterialien, Fachveranstaltungen und bundesweite Vernetzungsangebote.
An dem fächerübergreifenden Vorhaben sind zum Start zehn Studiengänge beteiligt, unter anderem aus den Bereichen Data Science, Journalistik, Nachhaltigkeit und Ethik, Entrepreneurship, Bildungswissenschaften, Deutsch als Fremdsprache und Geographie. Die Studierenden sollen ihr Wissen künftig nicht nur in Seminaren erwerben, sondern es verstärkt in konkreten gesellschaftlichen Anwendungsfeldern einsetzen und reflektieren. Zugleich ist vorgesehen, Studentinnen und Studenten stärker an der Weiterentwicklung von Curricula, Lehrformaten und Bildungszielen zu beteiligen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Zusammenarbeit mit Kommunen, Unternehmen, kulturellen Einrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Reale gesellschaftliche Fragestellungen sollten damit stärker zum Ausgangspunkt universitärer Lern- und Forschungsprozesse werden, erklärt KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien. Sie sieht in der Förderung einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung der Universität: „Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen wie Klimawandel, KI oder Desinformation. Das Projekt ‚Shaping Responsibility‘ wird unsere Studierenden noch mehr als bisher dazu befähigen, gesellschaftliche Transformationsprozesse verantwortungsvoll mitzugestalten.“
Ergänzt wird das Projekt durch neue Unterstützungsangebote für Lehrende, digitale Kooperationsplattformen und ein „Transformation Lab“ als neuen Lehr- und Lernort für innovative und interdisziplinäre Formate. Dr. Thomas Metten, der den Antrag für die KU konzipiert und koordiniert hat, betont die strukturelle Bedeutung des Vorhabens: „Mit dem Projekt wird es erstmals möglich, transformative Hochschulbildung breit in den unterschiedlichen Studiengängen der KU zu verankern. Gesellschaftliche Verantwortung, Demokratiebildung und Nachhaltigkeit werden damit zu zentralen Profilmerkmalen eines Studiums an der KU. Die KU geht damit den nächsten Schritt bei der Stärkung ihres Profils als engagierte und verantwortungsbewusste Universität, die aktiv zur Gestaltung gesellschaftlicher Transformationsprozesse beiträgt.“
Die Umsetzung des Projekts beginnt offiziell am 1. Juli 2026 und ist auf vier Jahre angelegt. Zunächst stehen Planung, Koordination und Abstimmung im Mittelpunkt. Anschließend folgt ein mehrstufiger Prozess zur Weiterentwicklung der beteiligten Studiengänge, zum Aufbau der Academy sowie zur Einrichtung neuer Unterstützungs- und Transferstrukturen.
Das Vorhaben verfolge das Ziel, Studierende nicht nur fachlich exzellent auszubilden, sondern sie zugleich dazu zu befähigen, gesellschaftliche Veränderungen reflektiert, evidenzbasiert und verantwortungsvoll mitzugestalten, betont der Vizepräsident für Studium und Lehre, Prof. Dr. Klaus Meier. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die besondere Rolle der KU im deutschen Hochschulsystem: „Als engagierte Universität verbindet die KU Lehre, Forschung und gesellschaftliche Verantwortung zukunftsweisend. Ich bin überzeugt, dass wir in der deutschen Universitätslandschaft damit eine Vorreiterrolle einnehmen“, so Meier. Die Auswahl durch die Jury der Stiftung Innovation in der Hochschullehre ermutige die KU, diesen innovativen Weg weiterzugehen. „Das ist für uns die Exzellenz, nach der wir streben.“
Mit dem Projekt SHARE will die KU ihre Lehre künftig noch stärker an gesellschaftlicher Verantwortung und wissenschaftlicher Reflexion ausrichten. „Unsere Lehre und das Studium an der KU werden noch mehr geprägt sein von einem forschungsorientierten Fokus auf gesellschaftliche Verantwortung. Wir wollen unsere Studierenden evidenzbasiert und auf solider ethischer Grundlage dazu befähigen und ermutigen, sich in die Gesellschaft einzubringen. Sie klagen nicht über Krisen, sondern wirken an Lösungen mit und gestalten Zukunft.“ Bei der Umsetzung kann die KU auf umfangreiche Vorarbeiten aufbauen. Dazu zählen die langjährige Erfahrung im Service Learning, bestehende Transferstrukturen, das Citizen Science Lab sowie die bereits etablierte School of Transformation & Sustainability.
Bei der Ausschreibung „Die Welt ist mein Campus“ waren nach Angaben der Stiftung Innovation in der Hochschullehre insgesamt 219 Anträgen eingereicht worden. Bundesweit wurden 29 Vorhaben für die Förderung ausgewählt. In Bayern ist die KU neben der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die einzige geförderte Universität; darüber hinaus erhielten die Hochschulen Augsburg und Nürnberg sowie die Hochschule für Musik in Nürnberg einen Zuschlag.