An der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt findet am 6. Mai turnusgemäß eine Präsidentenwahl statt. Dabei wird nur eine Bewerberin zur Wahl stehen: die Amtsinhaberin Prof. Dr. Gabriele Gien. Sie wird am Tag der Wahl zunächst in einem hochschulinternen Hearing ihre Vorhaben für eine angestrebte dritte Amtszeit präsentieren. Anschließend tritt ein 28-köpfiges Gremium an die Wahlurne.
Eine Präsidentenwahl findet an der KU gemäß der Grundordnung alle fünf Jahre statt – so lange dauert die Amtszeit der Präsidentin bzw. des Präsidenten. Die Wahlsatzung der Trägerstiftung der KU regelt den Ablauf der Wahl. Dem Wahlgremium gehören die acht internen und acht externen Hochschulräte an, außerdem acht Vertreterinnen und Vertretern, die der Senat aus seinen Reihen benennt, sowie vier Vertreterinnen und Vertretern, die der Stiftungsrat entsendet. Auf diese Weise sind alle Gruppierungen der Universität – Professorinnen und Professoren, der akademische Mittelbau, das wissenschaftsunterstützende Personal sowie die Studierenden – beteiligt. Zugleich steuern die drei wichtigsten universitären Gremien – Stiftungsrat, Hochschulrat und Senat – gemeinsam diese für die KU bedeutsame Wahl.
Viele Schritte des mehrstufigen Verfahrens konnten bereits absolviert werden: Nach der Stellenausschreibung wurden Bewerbungen hinsichtlich der formalen Eignung der Bewerberinnen und Bewerber geprüft. Es folgte ein Hearing vor den Mitgliedern des Wahlgremiums, ehe die Kandidatenliste erstellt wurde. Die Bewerbung der einzigen verbliebenen Kandidatin wurde anschließend an den Heiligen Stuhl nach Rom geschickt. Dies ist eine Besonderheit an der KU. Der Vatikan erteilt vor der Wahl das „Nihil obstat“, also eine kirchliche Unbedenklichkeitserklärung. Nachdem dieses Placet vorliegt, steht einer Wahl nichts mehr im Wege.
Die amtierende Präsidentin Gabriele Gien
Einzige Kandidatin bei dieser Wahl ist die Germanistin Prof. Dr. Gabriele Gien. Seit 2014 steht sie an der Spitze der KU. Sie war zunächst vom Träger der Universität zur kommissarischen Präsidentin ernannt worden, nachdem der vorherige Präsident kurzfristig zurückgetreten war. 2016 und 2021 wurde Gabriele Gien durch Wahlen im Amt bestätigt. Nun bewirbt sie sich für eine dritte Amtszeit. Zu ihrem wichtigsten Ziel hat sie erklärt, die laufenden Verhandlungen mit dem kirchlichen Träger und dem Freistaat Bayern zur Finanzierung der KU nach 2028 zu einem guten Abschluss zu bringen, um einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger gute Ausgangsbedingungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Universität zu ermöglichen. Die Wahl für das Präsidentenamt erfolgt – so sieht es die Grundordnung vor – für die Dauer von fünf Jahren. Würde Gabriele Gien, die im Verlauf der kommenden fünf Jahre die Ruhestandsgrenze von 67 Jahren erreicht, vorzeitig aus dem Amt ausscheiden, fände eine vorgezogene Neuwahl einer Präsidentin oder eines Präsidenten statt.
Gien wurde am 11. Januar 1962 in München geboren, sie ist verheiratet und zweifache Mutter. Nach dem Studium ging sie zunächst in den Schuldienst. Es folgten wissenschaftliche Stationen in Augsburg und Freiburg, ehe sie 2009 an die KU auf den Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur berufen wurde. Wenig später wurde sie Vizepräsidentin für Studium und Lehre. In den Jahren 2013 und 2014 war sie Vorsitzende des Senats der KU. Zu den wichtigsten Erfolgen ihrer Amtszeit zählen die Aufnahme der KU in die Deutsche Forschungsgemeinschaft verbunden mit einer deutlichen Steigerung der Drittmitteleinwerbungen, regelmäßige Erfolge in maßgeblichen Förderprogrammen, eine Profilierung des Studienangebots und die vierfache Auszeichnung als „beliebteste Universität in Deutschland“. 2024 kürten das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und die Wochenzeitung „Die Zeit“ Gabriele Gien unter den deutschen Hochschulpräsidenten und -rektoren zur „Hochschulmanagerin des Jahres“.