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Prof. Dr. Carolin Kreisbeck neue Inhaberin des Lehrstuhls für Mathematik - Analysis

Prof. Dr. Carolin Kreisbeck
© Schulte Strathaus

Prof. Dr. Carolin Kreisbeck hat an der KU den Lehrstuhl für Mathematik - Analysis übernommen. Ihre Forschung ist im Bereich der angewandten Analysis, genauer der Variationsrechnung und der Theorie nicht-linearer partieller Differentialgleichungen, angesiedelt. Motiviert sind ihre Fragestellungen durch Anwendungen aus der Praxis, wie beispielweise den Material- und Geowissenschaften, der Bildverarbeitung und auch der Theorie des maschinellen Lernens. Vor ihrer Berufung an die KU war Kreisbeck (Jahrgang 1983), die im Allgäu aufgewachsen ist, Assistant Professor am Mathematischen Institut der niederländischen Universität Utrecht.

„Die Mathematik, wie sie an der Universität gelehrt wird, eröffnet einem neue logische Welten, in denen es weniger um das klassische Rechnen wie im Schulunterricht geht, sondern um das Verständnis von Strukturen und Zusammenhängen“, schwärmt Kreisbeck. Ein Schlüsselerlebnis, das ihr den Weg in die Mathematik öffnete, war die Lektüre des populärwissenschaftlichen Buches „Fermats letzter Satz“. Darin wird das Ringen des britischen Wissenschaftlers Andrew Wiles um ein mathematisches Rätsel beschrieben, das über Jahrhunderte ungelöst war. „Ich habe mir vorgestellt, wie Wiles über Jahre hinweg in einem Dachzimmer saß, um über diese Fragestellung zu grübeln. Dass etwas so faszinierend sein muss, um sich so ausdauernd damit zu beschäftigen, hat mich tief beeindruckt“, so Kreisbeck. Im Austausch mit ihrem Mann, der als Physiker tätig ist, ringt sie augenzwinkernd darum, ob Mathematik oder Physik die herausragendere Disziplin ist: „Für mich ist Mathematik eine kreative Wissenschaft und spannend wie ein Krimi!“

Zwar versteht sich Kreisbeck als Grundlagenforscherin, Ausgangspunkt für ihre Überlegungen sind jedoch stets Fragestellungen aus der Praxis. Einen Bereich bilden dabei unter anderem Materialwissenschaften. Die meisten Materialen sind – etwa bei Verbundwerkstoffen oder Legierungen – Mischungen aus verschiedenen Grundbausteinen, die zum Beispiel einem Flugzeugflügel bestimmte Eigenschaften verleihen. „Das Ganze ist dabei mehr als bloß die Summe der Teile. So kommt es, dass solche Kombinationen meist eine bessere Charakteristik haben als ihre einzelnen Elemente. Spannend ist es, mathematisch zu beschreiben, warum dies so ist“, erklärt sie. Das kann man mit Hilfe moderne Methoden von Variationsrechnung, die sich mit Minimierungsproblemen auf unendlich dimensionalen Räumen beschäftigt, untersuchen.

Professorin Kreisbeck studierte Mathematik an der Universität Augsburg und der Technischen Universität München. 2010 promovierte sie an der Universität Regensburg. Anschließend war Kreisbeck als Postdoc an Universitäten in Pittsburgh und Lissabon tätig sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Berliner Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik bzw. an der Universität Regensburg in einer DFG-Forschergruppe.