Prof. Dr. Ulrich Kropač wird Vorsitzender bei der Arbeitsgemeinschaft der Religionspädagogik

Erstmals haben sich in Bonn fast 200 Vertreterinnen und Vertreter der katholischen, evangelischen, jüdischen, orthodoxen und muslimischen Religionspädagogiken im deutschsprachigen Raum getroffen, um gemeinsam über die Gestaltung religiösen Aufwachsens zu diskutieren. Neben dem interreligiösen Austausch hat sich die Arbeitsgemeinschaft Katholische Religionspädagogik und Katechetik (AKRK) im Rahmen des Treffens als eigenständiger eingetragener Verein neu gegründet. In den Vorstand wurden zwei Vertreter der KU gewählt.

Prof. Dr. Ulrich Kropač, Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Religionslehre, für Katechetik und Religionspädagogik, wurde zum Vorsitzenden sowie sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Michael Winklmann zum Kassenwart gewählt. Mit ihrer Wahl gestalten zwei KU-Vertreter die Entwicklung der neu aufgestellten Fachgesellschaft in den kommenden Jahren maßgeblich mit. Der AKRK ist die Vereinigung aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in der Religionspädagogik in Deutschland, der Schweiz und Österreich tätig sind. Nachdem der Arbeitskreis schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet, wurde ihm nun durch die Neugründung als eingetragener Verein eine neue rechtliche Grundlage gegeben. Kropač sieht in seiner Wahl zum Vorsitzenden sowie der Wahl Winklmanns einen Beleg für den guten Ruf der KU.

Prof. Kropac bei der Eröffnungsrede
Prof. Dr. Ulrich Kropac bei der Eröffnungsrede

Die Tagung in Bonn war Kropač auch in Bezug auf die konstruktive interreligiöse Zusammenarbeit ein wichtiger Startschuss: „Bisher kümmerte sich jede Community um ihre eigenen Angelegenheiten. Es ist ein Novum, dass alle wissenschaftlichen Religionspädagogiken auf Augenhöhe zusammenkommen.“ Lange waren die evangelische und die katholische Religionspädagogik allein schon in Bezug auf die Schülerzahlen im deutschsprachigen Raum prägend. Sie arbeiteten eigenständig und organisierten sich innerhalb ihrer wissenschaftlichen Disziplin. Doch durch die Pluralisierung der Gesellschaft bildeten sich in den letzten Jahren auch in Deutschland wissenschaftliche Religionspädagogiken anderer Religionen heraus. Die Konferenz in Bonn brachte nun erstmals rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus evangelischer, islamischer, jüdischer, katholischer und orthodoxer Religionspädagogik zusammen. Thema der Tagung war „Konstruktionen religiösen Aufwachsens: Religiöse Bildungsbiografien zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Anhand von Vorträgen, Workshops und Postern die Teilnehmenden mit dem Aufwachsen in verschiedenen spirituellen und religiösen Kontexten auseinander.

Text: Melena Renner
Foto: Simon Strobl