Science2Business: Austausch über Transformation, Weiterbildung und Nachhaltigkeit

Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in der unternehmerischen Praxis nutzbar gemacht werden? Und welche Chancen entstehen, wenn Wissenschaft und Wirtschaft enger zusammenarbeiten? Mit diesen Fragen hat sich das Unternehmensforum „Science2Business – Wissenschaft trifft Wirtschaft“ der KU befasst. In Kooperation mit der Wirtschafts- und Wissenschaftsförderung der Stadt Ingolstadt brachte die Veranstaltung im Georgianum in Ingolstadt Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Kammern und Verbänden zusammen.

Im Mittelpunkt des Unternehmensforums, das zum zweiten Mal an der KU veranstaltet wurde, standen aktuelle Herausforderungen der digitalen Transformation und die Frage, wie Unternehmen ihre Zukunftsfähigkeit sichern können – und dabei auch wissenschaftliche Erkenntnisse nutzbar machen können. Deutlich wurde dabei: Gefragt sind nicht nur technologische Lösungen, sondern auch neue Formen des Lernens, der Zusammenarbeit und des strategischen Wandels.

Unternehmensforum
Prof. Dr. Ulrike Senger

Ein Schwerpunkt lag auf dem lebenslangen Lernen und der Rolle von künstlicher Intelligenz in Aus- und Weiterbildung. Prof. Dr. Ulrike Senger, Stiftungsprofessorin für Hochschulbildung und Hochschuldidaktik an der KU, zeigte auf, wie Lernprozesse so gestaltet werden können, dass sie nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Wie KI bereits heute in der beruflichen Bildung eingesetzt wird, verdeutlichte anschließend Gerhard Heiß aus dem Bereich Ausbildung der AUDI AG. Er schilderte sowohl die Chancen für individualisierte Lernprozesse als auch Herausforderungen wie Datenqualität, Transparenz und Akzeptanz.

Mit dem Thema Nachhaltigkeit griff Jessica Stang, Koordinatorin für akademische Weiterbildung an der KU, einen weiteren Zukunftsaspekt auf. Am Beispiel der so genannten „Sustainability Coaches“ stellte sie vor, wie die KU ihre Weiterbildungsangebote weiterentwickelt, und lud die Teilnehmenden ein, sich aktiv in die Gestaltung neuer Programme einzubringen.

Dass der Austausch nicht auf die Vorträge beschränkt blieb, zeigte die Meet-&-Connect-Area. Dort präsentierten Forschungseinrichtungen, Studierende und kommunale Partner aktuelle Projekte und Kooperationsmöglichkeiten. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen.

Unternehmensforum
Dr. Gunther Bös, Audi AG

Einen weiteren Akzent setzte die Fokus-Session zum Thema „Transformation und Restrukturierung von Unternehmen“. Angesichts technologischer Umbrüche, neuer Kundenanforderungen und globaler Unsicherheiten gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung. Dr. Philipp Krug, Manager bei der Struktur Management Partner GmbH, zeigte anhand aktueller Fallbeispiele, wie Unternehmen in schwierigen Marktphasen strategische Neuausrichtungen erfolgreich gestalten können. Er betonte die Bedeutung einer klaren Analyse, einer Priorisierung und einer konsequenten Umsetzung, um Veränderungsprozesse nachhaltig zu verankern.

Die interne Perspektive eines Großunternehmens ergänzte Dr. Gunther Bös, Leiter Entwicklung Veränderungskompetenzen bei der AUDI AG. Er erläuterte, wie Veränderungskompetenz systematisch aufgebaut werden kann und welche Rolle Führung, Organisationskultur und Qualifizierung dabei spielen. Die Beiträge machten deutlich, dass Transformation nicht nur technologische, sondern vor allem auch kulturelle und strukturelle Veränderungen erfordert.

Zum Abschluss des Forums richtete Dr. Michael Tretter, Geschäftsführer des Instituts für angewandte Nachhaltigkeit (INAS), den Blick auf die zukünftigen Anforderungen an Unternehmen. In seiner Keynote „Was bleibt, was kommt, was zählt? Nachhaltigkeitsberichterstattung unter neuen Vorzeichen“ zeigte er auf, dass Nachhaltigkeitsberichterstattung zu einem strategischen Steuerungsinstrument werden kann. Das Unternehmensforum machte sichtbar, wie eng Transformation, Nachhaltigkeit und Weiterbildung miteinander verknüpft sind. Zugleich wurde deutlich, wie zentral der kontinuierliche Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und die nachhaltige regionale Entwicklung ist.