Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur partizipative Forschungsmethoden wie Citizen Science, Photovoice, Design Thinking und arts-based Forschung. Die Teilnehmenden setzten sich insbesondere damit auseinander, wie Beteiligung konkret gestaltet werden kann, welche unterschiedlichen Interessen dabei aufeinandertreffen und wie wissenschaftliche Qualität mit gesellschaftlicher Relevanz verbunden werden kann. Schon in seiner Begrüßung brachte der Vizepräsident der KU Prof. Dr. Jens Hogreve dieses Ziel auf den Punkt: „Das Ziel ist es nicht nur, bestehende Forschung zu diskutieren, sondern Sie dabei zu unterstützen, Ihre eigenen Ideen zu fundierten, originellen und gesellschaftlich relevanten Forschungskonzepten weiterzuentwickeln.“
Praxisbeispiele ergänzten die wissenschaftlichen Perspektiven: Unter anderem wurde das Nürnberger Citizen-Science-Projekt „Nürnberg forscht“ vorgestellt. Ein Besuch des Gostenhof Superblock in Nürnberg machte zudem den Stadtraum selbst zum Forschungs- und Erfahrungsraum. Auch Projekte der KU wie „Eichstätt – Raum für alle“, in dem Jugendliche untersuchten, wie öffentlicher Raum genutzt wird, wessen Bedürfnisse darin sichtbar werden, und welche Perspektiven weniger Beachtung finden, zeigten Chancen und Herausforderungen partizipativer Forschung auf.
In Workshops und gemeinsamen Arbeitsphasen entwickelten die Teilnehmenden ihre eigenen Forschungsideen weiter. Dabei ging es unter anderem um die Einbindung lokalen Wissens in die Klimaforschung, die Beteiligung von Jugendlichen und Pflegekräften sowie die Einbeziehung marginalisierter Gruppen. Gemeinsam war ihnen die Frage, wie Menschen nicht nur Gegenstand von Forschung sein, sondern an der Entstehung von Wissen beteiligt sein können.
Das Camp verband damit wissenschaftliche Expertise, praktische Erfahrungen und eigenes Erproben. Ziel war es, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler dazu anzuregen, Forschung neu zu denken – als einen Prozess, an dem Menschen außerhalb der Wissenschaft aktiv beteiligt sind und in dem unterschiedliche Formen von Wissen zusammenkommen. Für die jungen Forschenden war aber vor allem die Erfahrung des „Miteinanders“ ein großer Mehrwert des Camps. Das Transformation Summer Camp sollte damit nicht nur Wissen über partizipative Forschung vermitteln. Es sollte einen Raum schaffen, in dem Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ihre eigenen Forschungsperspektiven erweitern, Erfahrungen aus der Praxis kennenlernen und gemeinsam darüber nachdenken können, wie Forschung mit Menschen und für die Gesellschaft gestaltet werden kann.
Das Transformation Summer Camp wurde im Rahmen des Transferprojekts Mensch in Bewegung II an der KU konzipiert und organisiert. Eine zentrale Rolle spielte das Citizen Science Lab der KU. Unterstützt wurde das Camp unter anderem durch die Zusammenarbeit mit der Citizen-Science-Plattform mit:forschen!, die bereits in die Entwicklung des Formats einbezogen war.
Text: Melena Renner
Fotos: Maria Bartholomäus