Zehn Tage in Nairobi: Studierende der KU erleben internationale Perspektiven der Sozialen Arbeit
Es war ein erstes Kennenlernen und damit der Startschuss für eine neue internationale Kooperation: Ende Juni besuchten sieben Studierende der Sozialen Arbeit der KU und ihre Dozentin Dr. Monika Pfaller-Rott die Co-operative University of Kenya (CUK) in Nairobi. Im Rahmen ihrer zehntägigen Studienreise war die Gruppe außerdem bei der Caritas Nairobi zu Gast und nahm an der internationalen Tagung „World Conference on Social Work, Education and Social Development“ teil.
Für die Studierenden bot der Besuch an der CUK einen wertvollen Einblick in Studium und Soziale Arbeit in Kenia. Dabei war für die Gruppe vor allem der intensive Austausch mit den Studierenden in Nairobi über deren Studienerfahrungen, die unterschiedlichen Semesterstrukturen sowie Möglichkeiten für Praktika und den Berufseinstieg interessant. „Auch Gespräche über das Leben auf dem Campus, die Wohnmöglichkeiten und den Hochschulalltag haben unser Verständnis für die Rahmenbedingungen des Studiums und die Herausforderungen Sozialer Arbeit in Kenia erweitert“, erzählt Pfaller-Rott. Die Gruppe wurde auf dem Campus vom Vizekanzler der CUK Professor Kamau Ngamau empfangen, der seinen Gästen die Universität vorstellte.
Neue Kooperation startet bereits im Juli
Die Reisegruppe im Büro des Vizekanzlers
„Der Besuch in Nairobi ist Ausgangspunkt für erste Kooperationsprojekte, die schon im Juli starten. Im ersten Schritt öffnen wir bereits geplante Online-Seminare für Teilnehmende von der CUK“, berichtet Pfaller-Rott. Bei der Veranstaltung „Nachhaltige Entwicklung von Sinti- und Roma-Frauen in Deutschland“ am 9. Juli, die ihm Rahmen der Kooperation mit der Gandhigram Rural University in Tamil Nadu in Indien stattfindet, diskutieren erstmals auch Studierende der CUK mit. Später soll diese Kooperation erweitert werden und in Zukunft regelmäßig Studierende von allen drei Universitäten zusammenbringen.
Soziale Arbeit, die auf Gemeinschaft basiert
Die Reisegruppe der KU zu Gast bei Caritas Nairobi
Im nächsten Schritt steht dann besonders die Community-based Social Work – also eine gemeinschaftsbasierte Sozialarbeit – im Fokus der Zusammenarbeit. „Diese Art der Sozialen Arbeit erlebe ich in Deutschland, einer stark individualisierten Gesellschaft, nur rudimentär“, erklärt Pfaller-Rott. Beim Besuch der Caritas Nairobi konnten die Teilnehmenden der Studienreise ihr Wissen über diese Form der Sozialen Arbeit vertiefen und die Community-based Social Work in der Praxis erleben. „Dieser partizipative und Gemeinwesen-orientierte Ansatz hat uns besonders beeindruckt und bietet wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung Sozialer Arbeit auch in Deutschland“, erklärt Pfaller-Rott.
„World Conference on Social Work, Education and Social Development“
Dr. Monika Pfaller-Rott und ihre Reisegruppe vor dem Kongresszentrum in Nairobi
Der persönliche Höhepunkt für Pfaller-Rott war die Welttagung der Sozialen Arbeit mit 2500 Teilnehmenden, die vom 26. bis 29. Juni in Nairobi stattfand. Ihr Vortrag zum Thema „Epistemische Souveränität und Demokratisierung von Wissen: Indigenes Wissen und ihre transformative Rolle in Sozialer Arbeit und Forschung in Deutschland“ bot Anlass zu fachlichem Austausch mit zahlreichen internationalen Kolleginnen und Kollegen. Für Pfaller-Rott fasst das Tagungsmotto „Harambee“ – übersetzt „An einem Strang ziehen“ – ihre Erfahrungen in Nairobi gut zusammen: „Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam die globalen Herausforderungen der Sozialen Arbeit angehen. Für mich gehört dazu die Kooperation und der enge Austausch mit unseren kenianischen Partnern.“
Möglich wurde die Studienreise durch die finanzielle Unterstützung des Förderkreises der Fakultät für Soziale Arbeit, hinzu kamen Mittel der Fakultät und aus dem PROMOS-Programm des International Office der KU.