Die Fachgruppe Geschichte der Universität Eichstätt organisiert in diesem Semester eine Vortragsreihe zum Thema "Frauen in der Geschichte: Weibliche Lebenswelten von der Antike bis zur Neuzeit", um ein oft vernachlässigtes, aber zentrales Thema der historischen Forschung ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Frauen haben in allen Epochen der Geschichte eine entscheidende Rolle gespielt, doch ihre Leistungen und Lebensrealitäten finden häufig nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.
Mit der Vortragsreihe soll Studierenden und Dozierenden die Möglichkeit geben werden, mehr über verschiedenen Aspekte weiblicher Lebenswelten und Wirklichkeiten zu erfahren. Die Vorträge beleuchten sowohl bekannte Persönlichkeiten, als auch das Alltagsleben von Frauen in unterschiedlichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontexten. Ziel ist es, die historische Vielfalt und Komplexität weiblicher Erfahrungen sichtbar zu machen und ein Bewusstsein für die Bedeutung von Geschlechterperspektiven zu fördern.
Zum Vortrag:
Wundererzählungen waren als historische Quellen lange vernachlässigt und unterschätzt, bis sie im Zuge der neuen Sozial- und Kulturgeschichte als wertvoll für Fragestellungen nach sozialen Beziehungen, Alltag und Geschlecht erschlossen wurden. Neue Untersuchungsfelder aus dem Bereich der Disability Studies, der Umweltgeschichte und der Human-Animal Studies sind aktuell hinzugekommen. Insbesondere für das quellenarme Frühmittelalter bieten Wundererzählungen daher aufschlussreiche Einblicke in weibliche Lebenswelten und dies auch über die privilegierte Sphäre von adligen Frauen hinaus. Exemplarisch hierfür werden im Vortrag die Vita der Lioba von Tauberbischofsheim und die Monheimer Walpurgiswunder in den Blick genommen. Neben einer quantitativen Auswertung werden auch einzelne darin enthaltene Wundererzählungen im Detail vorgestellt und diskutiert, um die Quellen möglichst selbst sprechen zu lassen.