Maximiliana-Kocher-Preis für junge Historikerinnen und Historiker

Maria Theresa Weidinger

Maria Weidinger
Maria Theresa Weidinger

Maria Theresa Weidinger erhält den Maximiliana-Kocher-Preis für ihre mediävistische Bachelorarbeit zum Thema „Vermächtnisse der Salzburger Jenseitsvorsorge aus dem Spätmittelalter“, die sich durch ihre herausragenden Qualitäten deutlich von anderen Abschlussarbeiten abhebt. Betreut wurde sie von Prof. Dr. Thomas Wetzstein (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte).

Weidinger hat für ihre Arbeit eine umfangreiche handschriftliche Überlieferung erschlossen. Dabei handelt es sich um Testamente aus den Jahren 1363 bis 1511 aus dem Archiv der Erzabtei St. Peter (Salzburg), die damit erstmals erschlossen und interpretiert wurden. Die in lateinischer und frühneuhochdeutscher Sprache verfassten Texte wurden von ihr quellenkritisch bewertet sowie einer umfassenden inhaltlichen Analyse unterzogen.

Ihre Befunde auf der Grundlage einer akribischen Interpretation, die ein hoch entwickeltes historisches Fachwissen zeigt, ergänzen die bisherigen Forschungen zur spätmittelalterlichen Jenseitsvorsorge aus einer regionalen Perspektive. In Übereinstimmung mit einer in Lateineuropa nachweisbaren Intensivierung der Vorsorge für das Seelenheil, das seinen Ausdruck in einer Zunahme frommer Stiftungen fand, kann sie die wachsende Bedeutung dieser religiösen Praxis auch im Erzstift und in der Bischofsstadt Salzburg nachweisen. Der von ihr dabei erbrachte hohe zeitliche und intellektuelle Einsatz verdient besondere Wertschätzung und Anerkennung, heißt es in der Jury-Begründung.

Nach ihrem Abitur am Rottmayr-Gymnasium in Laufen an der Salzach hat Maria Theresa Weidinger begonnen, an der KU Gymnasiallehramt sowie den Interdisziplinären Bachelorstudiengang mit den Fächern Latein und Geschichte zu studieren (LehramtPlus). Während ihres Studiums war sie u.a. als wissenschaftliche Hilfskraft und Tutorin tätig. Im Sommersemester 2019 hat sie ihr Studium mit Bestnote abgeschlossen.

Die Preisträgerin im Video

Preisträger 2020

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Der Stifter: Die Maximiliana Kocher M.A. Stiftung

Prof. Dr. Sabine Ullmann, Vorsitzende der Maximiliana Kocher M.A. Stiftung
Prof. Dr. Sabine Ullmann, Vorsitzende der Maximiliana Kocher M.A. Stiftung

Die Maximiliana Kocher M.A. Stiftung erinnert an die Doktorandin Maximiliana Kocher M.A., die wenige Monate vor Abschluß ihrer Promotionsschrift im Oktober 2000 in jungen Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall unverschuldet ums Leben gekommen ist. Es war die Idee und der Wunsch von Maximiliana Kocher selbst, im Falle ihres kinderlosen Todes eine Stiftung zur Förderung der Geschichtswissenschaften und junger Historikerinnen und Historiker ins Leben zu rufen. Diesem Wunsch folgend hat die Mutter die Maximiliana Kocher M.A. Stiftung errichtet. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Geschichtswissenschaften, insbesondere der bayerischen Landesgeschichte. Die Stiftung fördert junge Historikerinnen und Historiker und verleiht den Maximiliana-Kocher-Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten.

In diesem Jahr geht der Preis an Maria Theresa Weidinger und ihre Arbeit über die „Vermächtnisse der Salzburger Jenseitsvorsorge aus dem Spätmittelalter“, Herzlichen Glückwunsch!

Prof. Dr. Sabine Ullmann, Vorsitzende der Maximiliana Kocher M.A. Stiftung