Antragstellerinnen: Prof. Dr. Christina Pfeuffer (Philosophisch-Pädagogische Fakultät; Human Technology Interaction) und Prof. Dr. Hanna Comteße (Fernuniversität Hagen, Klinische und Gesundheitspsychologie)
Beschreibung:
Die Anhaltende Trauerstörung (ATS) ist eine beeinträchtigende und persistierende Trauerreaktion, die als neue Diagnose in die ICD-11 aufgenommen wurde. Kognitive Modelle der ATS nehmen an, dass verlustbezogene Aufmerksamkeitsverzerrungen zu deren Entstehung und Aufrechterhaltung beitragen. Dabei wird von unterschiedlichen Aufmerksamkeitslenkungsmustern hinsichtlich Erinnerungsreizen an die verstorbene Person (z.B. Fotoalben) sowie Reizen, die mit dem Tod oder dessen Umständen assoziierten sind (z.B. Friedhöfe), ausgegangen. Bisherige Studien deuten auf eine selektive Aufmerksamkeitsfokussierung für beide Formen verlustbezogenen Materials hin. Allerdings weist die bisherige Forschung einige Limitationen auf. Es wurden fast ausschließlich Reaktionszeitaufgaben eingesetzt, die zugrundeliegende Mechanismen der Aufmerksamkeitslenkung nicht vollständig abbilden können. Zudem wurde unterschiedliches verlustbezogenes Material nie gemeinsam betrachtet, wodurch spezifische Veränderungen in Komponenten der Aufmerksamkeit unerforscht bleiben, und es wurde zumeist kein idiosynkratisches Stimulusmaterial verwendet, obwohl die relevanten Reize hochgradig individuell sind. Außerdem wurden vorwiegend Personen mit subklinischer ATS untersucht und es fehlten geeignete Kontrollgruppen. Um diese Limitationen zu überwinden und die Erkenntnisbasis systematisch zu erweitern, kombiniert das vorliegende Projekt kognitive Grundlagenforschung mit klinischer Forschung, indem innovative kognitive Paradigmen und Eye-Tracking angewendet werden. Damit sollen Prozesse der reaktiven und proaktiven Aufmerksamkeitslenkung untersucht werden, indem individuell relevante, personen- und todesbezogene Reize sowie geeignetes Kontrollmaterial einer Gruppe von Personen mit ATS dargeboten wird. Weiterhin erfolgt die Darbietung in einer Trauerkontrollgruppe und einer gesunden Kontrollgruppe, um die Spezifität der Aufmerksamkeitsmuster zu überprüfen (Gesamtstichprobe N = 144). Durch die Eye-Tracking Erfassung können zugrundeliegende Mechanismen geprüft werden, wobei insbesondere Antisakkadeneffekte betrachtet werden. Die Ergebnisse können das Verständnis von Veränderungen der Aufmerksamkeitslenkung bei ATS grundlegend verbessern und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Optimierung von Störungsmodellen und Identifizierung von neuen Ansatzpunkten für Interventionen leisten. Die systematische, translationale Verknüpfung der klinischen und kognitiven Forschungsmethoden hat zudem das Potential, vergleichbare Untersuchungen in anderen Störungsbereichen anzuregen.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:
2025 - 2028
Antragstellerin:
Prof. Dr. Rita Rosner (Philosophisch-Pädagogische Fakultät; Lehrstuhl Klinische und Biologische Psychologie)
Projektbeteiligte:
Dr. Anna Vogel (Philosophisch-Pädagogische Fakultät; Lehrstuhl Klinische und Biologische Psychologie)
Kooperationspartner:
Universitätsklinikum Leipzig; Philipps-Universität Marburg; Goethe-Universität Frankfurt am Main
Beschreibung:
Die Anhaltende Trauerstörung (ATS) ist eine andauernde und beeinträchtigende Trauerreaktion nach dem Tod eines geliebten Menschen, die in die erstmals in die ICD-11 aufgenommen werden soll. Die Prävalenz der ATS wird auf etwa 5 Prozent geschätzt, mit hohen Komorbiditätsraten. Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als wirksam für die Behandlung von anhaltenden Trauersymptomen erwiesen, jedoch als weniger wirksam bei sekundären Folgen wie Depressionen und allgemeiner psychischer Gesundheit. Die Ergebnisse der Pilotstudie zeigten, dass insbesondere somatoforme Störungen bei ATS-Patienten überraschend häufig auftraten und dass eine ansonsten hochwirksame trauerspezifische kognitive Verhaltenstherapie (PG-CBT) bei der Somatisierung weniger wirksam war. In dieser randomisierten kontrollierten Studie wird die PG-CBT, ergänzt um ein zusätzliches Behandlungsmodul für somatoforme Symptome, im Vergleich zu einer unterstützenden Kontrollbedingung mit grundlegenden therapeutischen Elementen (Present-Centered Therapy, PCT) untersucht. 204 ATS-Patienten werden nach Randomisierung einer PG-CBT oder PCT unterzogen, um einen relevanten minimalen klinischen Unterschied von 5,5 Punkten in der mittleren Veränderung auf der PG-13-Schweregrad-Skala zwischen der Eingangserhebung und der 12-Monats-Follow-up-Messung zwischen den Gruppen zu zeigen (Power von 80%, Alpha-Niveau von 5%). Das Vorgehen ist so konzipiert, dass Verzerrungen so weit wie möglich vermieden werden (Stratifizierung, blinde Ratings, ITT-Analyse, ausgewogene Behandlungsdosis, Kontrolle von Allegiance-Effekten). Die Ergebnisse werden die Entwicklung von Behandlungsrichtlinien für diese neue Diagnose international und national vorantreiben.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (Klinische Studien)
Laufzeit:
2016 - 2023
Fordoc:
https://fordoc.ku.de/id/eprint/2326/
Antragsteller: Professor Dr. Gerd Dicke (Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät; Lehrstuhl für Ältere deutsche Literaturwissenschaft)
Beschreibung: Der um 1350 entstandene ‚Edelstein‘ des Berner Dominikaners (Ulrich?) Boner ist die erste als geschlossenes ‚buoch‘ konzipierte Sammlung äsopischer Fabeln und kleinepischer Exempla deutscher Sprache. Ihren Erfolg belegen 36 bekannte, zumeist illustrierte Codices, die Verbreitung durch die Handschriftenmanufaktur Diebold Laubers und zwei Inkunabeln, mit denen der Bamberger Druckerverleger Albrecht Pfister bereits 1461/62 das Investitionsrisiko der ersten Kombination von Typen- und Holzschnitt-Druck einging. Frühesten ‚Edelstein‘-Studien Gellerts, Gottscheds und Lessings folgten drei frühe Gesamtausgaben, an denen die sich formierende Germanistik ihr editorisches Rüstzeug ausbildete und debattierte.
Das Editionsziel ist vorgeben: eine Leithandschriften-Ausgabe der autorintendierten archetypischen Vollform als Referenztext für zwei bestandsreduzierte und textlich modifizierte Wirkformen, die synoptisch vergleichbar sein sollen. Die edierte Vollform erscheint in drei Ansichtsmodi (moderat und forciert normalisiert sowie nach ihrer jeweiligen Leiths. transkribiert), denen Transkripte repräsentativer Textzeugen ihrer Fassungen spaltenweise versparallel zugeschaltet werden können. Wie die editionsrelevanten Textzeugen sind auch die 30 nicht transkribierten synoptisch oder eigenständig in Vollansichten ihrer Digitalfaksimiles darstellbar. Die UB Heidelberg begleitete das Projekt bereits im Vorfeld durch den Aufbau der virtuellen Handschriftenbibliothek. Sie wird alle Phasen der digitalen Edition im Rahmen ihrer Infrastruktur heiEDITIONS technisch betreuen, von der Datenhaltung über die TEI-Modellierung und Authoring-Aspekte bis hin zur XML-Verarbeitung, -Visualisierung und langfristigen Datenpublikation. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf der Entwicklung eines im Oxygen XML Editor integrierten Eingabetools für einen genuin digital modellierten Variantenapparat und auf dem Ausbau der Möglichkeiten synoptischer Text- und Bildanzeige liegen.
Projektpartner: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Universitätsbibliothek)
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 2023 - 2025
Antragstellerin: Prof. Dr. Stefanie Eifler (Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung)
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Antragsteller:
Prof. Dr. Marcel Oliver (Mathematisch-Geographische Fakultät; Lehrstuhl für Angewandte Mathematik)
Beschreibung:
Dynamische Regime sind Strömungen, die gemeinsame und einheitliche dynamische oder statistische Eigenschaften haben, häufig in einem genau definierten Raum- oder Zeitbereich. Allgemein spricht man von dynamischen Zuständen im Sinne einer Zerlegung der Strömung in Bestandteile mit einheitlichen Eigenschaften, vor allem Rossby-Wellen oder "balancierte Strömung" einerseits und Schwerewellen andererseits. Um die Kopplungen zwischen diesen Prozessen und den beiden Wellenregimen zu verstehen, zielt dieses Teilprojekt auf deren Trennung und individuelle Quantifizierung.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (Transregio)
Laufzeit:
2022 - 2024
Antragsteller:
Dr. Andreas Kallert, Dr. Simon Dudek (Mathematisch-Geographische Fakultät; Lehrstuhl für Humangeographie)
Kooperationspartner:
Dr. Simon Dudek
Beschreibung:
Die Motivation des Forschungsprojektes ist es, die bisherige vor allem politik- und finanzwissenschaftliche Forschung zu kommunalen Schuldenhilfen um eine noch nicht vorhandene, raumbezogene und qualitative Perspektive zu ergänzen. Aufbauend auf den konzeptionellen Ansätzen des austeritätspolitischen Föderalismus und des austerity managements zielt das beantragte Projekt darauf ab, sowohl die lokalen Auswirkungen konditionaler Schuldenhilfen auf kleine Kommunen im föderalen Vergleich als auch den Einfluss auf räumliche Disparitäten zu analysieren. In einer komparativen Studie werden hierzu alle zwischen 2011 und 2018 an Entschuldungsprogrammen teilnehmenden Kommunen in den Bundesländern Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland untersucht. Dies geschieht anhand von drei Teilzielen: Erstens einer qualitativen Inhaltsanalyse der Konsolidierungsverträge zwischen den Ländern und Kommunen, zweitens einer ökonometrischen Analyse der Konsolidierungsprogramme auf soziostrukturelle Merkmale der Kommunen und drittens darauf aufbauend einer expert*innen-basierten Feldanalyse der Auswirkungen und der Strategien im Umgang mit Sparprogrammen in ausgewählten Konsolidierungs-Kommunen.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (Sachbeihilfe)
Laufzeit:
2022 - 2025
Projektwebseite:
https://www.ku.de/konsolidierungsatlas
Antragstellerin:
Prof. Dr. Dominika Langenmayr (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät; Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre)
Kooperationspartner:
Eberhard Karls Universität Tübingen
Beschreibung:
Die Entwicklung der Produktivität von Firmen ist ein entscheidender Faktor für ein langfristiges Wirtschaftswachstum. Während sich die Firmenproduktivität in Europa über die Zeit zum Teil recht unterschiedlich entwickelt hat, wurden diese Unterschiede in der Literatur bisher weitgehend ignoriert. Inwieweit die Politik und insbesondere die Steuerpolitik auf das Produktivitätswachstum Einfluss nehmen kann, ist daher eine noch unerforschte Frage. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es folglich, sich eingehender mit der Rolle der Steuerpolitik bei der Erklärung und Förderung des Produktivitätswachstums auseinanderzusetzen. Mehr Informationen auf den verlinkten Webseiten.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:
2019 - 2027
Projektwebseite:
https://www.rsit-uni-tuebingen.de/for-2738/
Fordoc:
fordoc.ku.de/id/eprint/2834/
Antragsteller:
Prof. Dr. Julia Dietrich (Philiosophisch-Pädagogische Fakultät; Professur für Empirische Bildungsforschung)
Projektpartner:
Universität Leipzig; University of California, Irvine (UCI); University of Essex
Beschreibung:
Das Vorhaben erforscht die Entwicklung der Lernmotivation von Studierenden, eines der zentralen Faktoren für erfolgreiche Studienverläufe.¬¬ Untersucht werden kurzfristige Entwicklungsdynamiken der momentanen Motivation von einer Lernsituation zur nächsten und langfristigere Entwicklungsprozesse über ein bzw. zwei Semester hinweg. Im Fokus stehen situationsspezifische Dynamiken der einflussreichen Eccles’sche Erwartungs-Wert-Theorie (z.B. Eccles & Wigfield, 2002), welche in der bisherigen Forschung kaum erforscht wurden, obwohl diese Theorie Aussagen über situations- und aufgabenspezifische Motivation und Wahlentscheidungen macht. Ziel des Gemeinschaftsprojekts ist die Überprüfung des von den Antragstellerinnen entwickelten Dynamischen Erwartungs-Wert-Modells (DEWM), welches die Erwartungs-Wert Theorie und das Kontroll-Wert-Modells (z.B. Pekrun, 2018) mit dynamischen Systemtheorien integriert.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Laufzeit:
2021 -2025
GEPRIS:
Antragsteller:
Dr. Gerhard Rainer und Prof. Dr. Christian Steiner (Mathematisch-Geografische Fakultät; Lehrstuhl für Humangeographie)
Beschreibung:
In den letzten Jahren hat sich eine große Zahl an sozialwissenschaftlichen Arbeiten mit theoretisch-konzeptionellen Fragen der Qualität von Produkten auseinandergesetzt. Das Forschungsprojekt schließt sich konzeptionell den pragmatisch-prozessorientierten Arbeiten aus diesem Feld an, die Qualität als Resultat kontroverser Prozesse der Qualifizierung verstehen. Dabei widmet es sich der Untersuchung von Qualifizierungsprozessen in der Weinwirtschaft, in der sich in den letzten Jahrzehnten ein besonders dynamischer Globalisierungsprozess nachzeichnen lässt, der sowohl in Weinregionen der Alten als auch der Neuen Welt zu tiefgreifenden Umstrukturierungen geführt hat. Damit einher geht eine Neukonfiguration von Wertschöpfungsketten in der sich globalisierenden Wein- und Getränkeindustrie. Das Projekt geht davon aus, dass die fortschreitende Globalisierung erhebliche Auswirkungen auf die Mechanismen der Qualifizierung von Wein ausübt, die sich je nach lokal-globaler Einbettung der Produktion in unterschiedlicher Weise konfigurieren müssten. Man spricht dabei von Geographien der Qualifizierung, da Qualifizierung als Prozess gefasst wird, der immer lokal und regional in soziale Beziehungen und institutionelle Kontexte eingebettet, gleichzeitig aber auch in lokal-globale Beziehungsnetze eingebunden ist. Mehr Informationen auf den verlinkten Webseiten.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (Sachbeihilfe)
Laufzeit:
2021 - 2023
Projektwebseite:
https://www.ku.de/mgf/geographie/humangeographie/forschung/geographien-der-qualifizierung-im-globalisierten-weinmarkt
Antragsteller: Prof. Dr. Michael Rathmann (Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Alte Geschichte)
Projektpartner: Universität zu Köln
Beschreibung: Ein Textcorpus der lateinischen geographischen Schriften und Fragmente von den Anfängen bis Isidor von Sevilla ist ein Desiderat der Forschung. An diesem Punkt setzt das vorliegende Projekt an, indem es die entsprechenden Texte mit textkritischem Apparat, Kommentaren, Übersetzungen, Einführungen und fortlaufend aktualisierten Bibliographien samt einer innovativen kartographischen Aufbereitung präsentiert. Mit dem hier konzipierten Open-Access-Arbeitstool wird eine wissenschaftlich fundierte Forschungsgrundlage bereitgestellt, von dem nicht nur die Altertumswissenschaften und ihre Nachbardisziplinen profitieren werden, sondern jede interdisziplinäre und transkulturelle Vergleichsforschung der Kultur-, Literatur- und Medienwissenschaften, die sich im Zuge des Topological Turn mit historischen Raumkonzeptionen beschäftigen, einschließlich der Kartographie, Toponomastik, Kulturanthropologie und Migrationsforschung.
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 2024 -
Antragstellerin:
Dr. Janin Jäger (Mathematisch-Geographische Fakultät, Lehrstuhl für Angewandte Mathematik)
Beschreibung:
Die Approximation mit Kernfunktionen wird in vielen Bereichen der Wissenschaft und Ingenieurtechnik verwendet. Außerdem spielen diese Kernfunktionen eine wichtige Rolle im Maschinellen Lernen, beim Lösen partieller Differentialgleichungen und in der Geostatistik. Besonders die Approximation von Daten auf Riemannschen Mannigfaltigkeiten hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, zum Beispiel für globale Wettermodelle. Strikt positiv definite Kerne erlauben die Konstruktion von Approximationen aus beliebig verteilten Messdaten. Die theoretischen Grundlagen dieser Kerne auf allgemeinen Mannigfaltigkeiten sind jedoch noch wenig erforscht. Ziel dieses Projektes ist es die strikt positiv definiten Kerne auf Riemannschen Mannigfaltigkeiten zu charakterisieren und eine Untersuchung ihrer Approximationseigenschaften durchzuführen. In späteren Projektteilen sollen bedingt positiv definite Kerne charakterisiert und untersucht werden. Hierbei wird die Approximation nicht nur aus Linearkombinationen der Kernfunktionen gebildet, sondern die Addition bestimmter Funktionen aus endlich-dimensionalen Räumen ist zulässig. Ein weiterer wichtiger Zweck des Projekts ist die Untersuchung von Kernen, die invariant unter bestimmten Untergruppen der isometrischen Gruppe der Riemannschen Mannigfaltigkeit sind, wie zum Beispiel Reflexionen oder Rotationen. Insgesamt sollten es die Ergebnisse den Anwendern erlauben passendere Kerne zu identifizieren oder zu konstruieren. Außerdem werden bestehende Theorien zu einzelnen Mannigfaltigkeiten vereinheitlicht und erweitert.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:
2021 - 2025
Antragsteller:
Dr. Manuel Rausch, Prof. Dr. Michael Zehetleitner (Philosophisch-Pädagogische Fakultät; Professur für Allgemeine Psychologie II)
Kooperationspartner:
Ludwig-Maximilians-Universität München (Gesamtleitung SPP); Max Planck Institute for Research on Collective Goods; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Beschreibung:
Die wissenschaftliche Psychologie wird gegenwärtig von einer Vertrauenskrise erschüttert, welche davon ausgelöst wurde, dass viele einflussreiche psychologische Studien nicht repliziert werden können. Eine mögliche Erklärung für das Scheitern von Replikationsstudien ist, dass psychologische Theorien oft unterspezifiziert sind. Als mögliche Gegenmaßnahme wurde vorgeschlagen, formale kognitive Modellierung einzusetzen, um so präzisere Vorhersagen zu generieren. Jedoch wurde nie empirisch geklärt, ob kognitive Modellierung überhaupt für die Replizierbarkeit nützlich ist. Angesichts der großen Anzahl von arbiträren Analyseentscheidungen, die während der kognitiven Modellierung getroffen werden müssen, könnte kognitive Modellierung für die Replizierbarkeit sogar kontraproduktiv sein. Das Projekt möchte die Replizierbarkeit von Modellierungen zu untersuchen, die auf der Theorie des Bayesianischen Gehirns basieren, wobei auf die Replizierbarkeit von drei exemplarischen Studien fokussiert wird. Als erster Schritt sollen anhand des Originaldatensatzes die Analysen der Originalstudien reproduziert werden. In einem Schritt soll die Robustheit von kognitiven Modellierungen untersucht werden, indem systematisch der Einfluss einer Vielzahl theoretisch äquivalenter Analyseentscheidungen auf die Ergebnisse untersucht wird. Zuletzt soll in exakten Replikationsstudien überprüft werden, ob sich die Ergebnisse der Originalstudien in neuen Studien wiederholen lassen.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:
2021 - 2024
Antragsteller: Professor Dr. Marco Steinhauser (Philosophisch-Pädagogische Fakultät; Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie)
Beschreibung: Wenn Fehler in Entscheidungsaufgaben unter Zeitdruck auftreten, können diese Fehler mit hoher Zuverlässigkeit und innerhalb von Sekundenbruchteilen berichtet werden. Dieses sogenannte Fehlerbewusstsein beruht vermutlich auf einem Evidenz-Akkumulationsprozess, bei dem Evidenz für einen Fehler aus mehreren Quellen gesammelt wird. Die Fehlerpositivierung, ein ereigniskorreliertes Potenzial (EKP), das sein Maximum zwischen 200 und 500 ms nach Fehlern erreicht, wurde als neuronales Korrelat der akkumulierten Evidenz identifiziert, da es vorhersagt, ob und mit welcher Sicherheit Versuchspersonen einen Fehler entdecken. Es ist allerdings wenig bekannt, welche kognitiven und physiologischen Mechanismen den Input für diesen Prozess liefern und somit bestimmen, ob ein Fehler explizit erkannt wird oder nicht. Laut frühen Ideen spiegelt die Fehlernegativierung, ein frühes EKP-Korrelat der Fehlerverarbeitung, ein Gehirnsignal wider, das diese Evidenz liefert. Studien mit korrelativem Ansatz zeigten jedoch keine robuste Beziehung zwischen der Fehlernegativierung und dem Fehlerbewusstsein, sodass die Rolle der Fehlernegativierung für das Fehlerbewusstsein noch immer unklar ist. Im vorliegenden Projekt verwenden wir ein neuartiges Target-Masking-Paradigma, um den Beitrag der Fehlernegativierung und anderer kognitiver und physiologischer Variablen zum Fehlerbewusstsein aufzudecken. Mit diesem Paradigma sind wir in der Lage, Fehler auszulösen, die mit einer Fehlerpositivierung, aber keiner Fehlernegativierung einhergehen. In einem ersten Teil des Projekts verwenden wir dieses Paradigma, um zu untersuchen, ob eine Fehlernegativierung eine notwendige Voraussetzung dafür ist, (1) dass sich Versuchspersonen eines Fehlers mit hoher Sicherheit bewusst werden, (2) dass Fehler eine Herzratendezeleration und Pupillenerweiterung auslösen, also autonome Reaktionen, die im Zusammenhang mit dem Fehlerbewusstsein diskutiert werden, und (3) dass eine sogenannte frühe Fehlerempfindung auftritt, welche das Gefühl bezeichnet, einen Fehler bereits vor seinem Auftreten erkannt zu haben. In einem zweiten Teil verwenden wir das Target-Masking-Paradigma, um zu untersuchen, welche metakognitiven Hinweise, die in die Aufgabe eingebettet sind, das Fehlerbewusstsein beeinflussen können. Hier untersuchen wir die Rolle des Wissens über Fehlerwahrscheinlichkeit sowie Reizkontext und Handlungseffekte, die das Auftreten von Fehlern vorhersagen. Die Ergebnisse dieses Projekts werden zum Verständnis der kognitiven und neuronalen Architektur der Fehlerverarbeitung im Gehirn beitragen.
Laufzeit: 2023 - 2025
Antragsteller:
Prof. Dr. Michael Rathmann (Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät; Lehrstuhl für Alte Geschichte)
Kooperationspartner:
Freie Universität Berlin; Universität zu Köln
Beschreibung:
Die Tabula Peutingeriana (TP), seit 2007 UNESCO Welterbe, ist ein einzigartiges Zeugnis der Kartographiegeschichte. Das uns vorliegende Exemplar ist eine um 1200 n. Chr. entstandene Darstellung geographischen Wissens, dessen letzte antike Überarbeitung um 435 anzusetzen ist. Da es sich um die einzige großformatige Karte handelt, die aus der Antike überliefert ist, wird klar, wie essenziell es für das Verständnis der Raumauffassung in der Antike ist, dieses wichtige Zeugnis zu analysieren. Singulär ist bereits das kuriose Format dieser Pergamentrolle: Mit einer Länge von knapp 6,80 m und einer Höhe von lediglich 33 cm bildet die Tabula die Oikumene von Iberien (der Anfang ist leider nicht erhalten) bis Indien in einer extremen Verzerrung ab. Zu fassen ist hier eine antike Traditionslinie nichtmaßstäblicher Karten außerhalb der hochelitären mathematischen Geographie, die Rückschlüsse auf das geographische Wissen eines breiteren Publikums innerhalb der römischen Oberschicht erlaubt und seit über 250 Jahren immer wieder neue wissenschaftliche Diskussionen entfacht. Das DFG-Projekt greift diese Forschungskontroversen auf und fokussiert dabei vor allem auf folgende Aspekte: Zeitstellung und Entstehungsstufen, Bezüge zu anderen Kartenwerken sowie literarisch-geographischen Quellen, Design, geographische Korrektheit und Benutzbarkeit, Zweckbestimmung und Publikum, sowie Umfang der mittelalterlichen Modifikationen und möglicher Kopistenfehler. Mehr Informationen auf den verlinkten Webseiten.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (Sachbeihilfe)
Laufzeit:
2017 - 2026
Projektwebseite:
https://www.ku.de/ggf/geschichte/alte-geschichte/dfg-projekt-tabula-peutingeriana
Antragsteller:
Prof. Dr. Thomas Hoffmann (Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät; Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft)
Beschreibung:
Wie stark beeinflusst unsere Kognition sprachliche Konstruktionen in typologisch unterschiedlichen Sprachen? Aufbauend auf den Ergebnissen einer ersten Studie, die sich auf das Englische beschränkte, ist das Ziel des Nachfolgeprojekts, diese Frage nun mit einer sprachübergreifenden Studie zu einer speziellen Konstruktion weiterzuverfolgen. Im Fokus stehen dabei sogenannte Komparativ-Korrelativ-Konstruktionen in den Sprachen Englisch (The more I read, the more I understand), Spanisch (Cuanto más leo, tanto más entiendo) und Slowakisch (Čím viac čítam, tým viac rozumiem). Komparativ-Korrelativ-Konstruktionen bestehen aus zwei Teilsätzen, C1 und C2, die wiederum jeweils aus lexikalisch unveränderlichen Komponenten (the/the, cuanto/tanto, čím/tým), einem obligatorisch zu füllenden Slot, der ein komparatives Element enthält (more…more…, más…más…, viac…viac…), sowie einem optionalen Slot bestehen, der einen Satz enthalten kann (…I read, … I understand; … leo, … entiendo; … čítam, … rozumiem). Die Semantik dieser Konstruktion hat dabei sowohl asymmetrische (eine konditionale Beziehung zwischen Protasis C1 und Apodosis C2: während man mehr liest, versteht man dadurch mehr) als auch symmetrische Eigenschaften (eine parallele Berechnung semantischer Differenziale in einem Zeitraum, in dem zunehmend mehr gelesen (C1) und zunehmend mehr verstanden (C2) wird). Durch die Kombination korpuslinguistischer und experimenteller Methoden untersucht das Projekt nun Komparativ-Korrelativ-Konstruktionen in drei Sprachen, die sich an unterschiedlichen Stellen im von analytisch bis synthetisch reichenden typologischen Spektrum befinden. Mehr Informationen auf den verlinkten Webseiten.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (Sachbeihilfe)
Laufzeit:
2017 - 2025
Antragsteller:
Prof. Dr. Thomas Hoffmann (Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät; Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft)
Beschreibung:
Sprachen besitzen oft zwei oder mehrere Konstruktionen, die scheinbar die gleiche Bedeutung ausdrücken. Die Wahl dieser konkurrierenden Strukturen wird oft durch Prozessierungsfaktoren beeinflusst, die in komplexer Weise mit stilistischen und anderen Variablen interagieren. Die vorliegende Studie untersucht nun diese Interaktion anhand einer speziellen Alternation des Englischen, der Stellung von Präpositionen: (1) a. This is a topic about which I want to know more! [pied-piping] b. This is a topic which I want to know more about! [stranding] Wie die Beispiele in (1) zeigen, hat das Standardenglische zwei konkurrierende Stellung von Präpositionen: in (1a) steht die Präposition am Anfang des Relativsatzes vor dem Relativpronomen (sie ist ‚pied-piped‘), in (1b) bleibt sie ohne Komplement im Satzinneren (sie wird als ‚stranded‘ bezeichnet). Die vorliegende Studie wird die Alternation dieser beiden Strukturen empirisch durch eine Kombination aus gebrauchsbasierter Konstruktionsgrammatik und Ansätzen der New Englishes-Forschung untersuchen. Dabei werden sowohl Korpusdaten als auch experimentelle Daten herangezogen. Mithilfe dieses Ansatzes sollen wichtige Erkenntnisse über das Grammatiknetzwerk als auch über die Evolution von neuen Varietäten des Englischen weltweit gewonnen werden.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:
2021 - 2024
Antragsteller:
Prof. Dr. David Streich (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Digital Finance)
Projektpartner:
Technische Universität Dresden
Beschreibung:
Künstliche Intelligenz in Form von Large Language Modellen (LLM) ermöglicht es technisch versierten Laien, komplexe Aufgaben in Bereichen durchzuführen, in denen sie keine Experten sind. Die private Altersvorsorge stellt aufgrund des hohen Bedarfs nach Anlageberatung einen vielversprechenden Anwendungsbereich von LLM dar. Das Potential von LLM im Finanzbereich lässt sich auch an der frühen Adoption solcher Tools durch führende Vermögensverwalter und -berater erkennen. Das Ziel des Forschungsprojekts ist die Identifikation von Potentialen und Risiken für Anleger:innen und Anbieter, die aus der Nutzung KI-gestützter Unterstützungssysteme resultieren sowie die Ableitung möglicher Regulierungsbedarfe. Untersucht werden die Qualität der von LLM generierten Anlageempfehlungen, die Determinanten der Nutzerakzeptanz, sowie mögliche Risiken bzw. Hemmnisse der Nutzung im Anlagekontext. Um das Potential von LLMs in der Anlageberatung zu bewerten, muss zwischen der Leistungsfähigkeit der Empfehlung selbst (bspw. als risikobereinigte Rendite gemessen) und der Effektivität der Beeinflussung der Anlegerin oder des Anlegers (bspw. als weight of advice, also der Verhaltensänderung zur Empfehlung hin, gemessen) unterschieden werden. Beide Aspekte sind bei einer Evaluation der Leistungsfähigkeit wichtig. Um eine Verbesserung des individuellen Anlageverhaltens herbeizuführen, muss ein LLM hinreichend leistungsstarke Empfehlungen generieren, welche wiederum zu einem hinreichenden Grad von Nutzer:innen akzeptiert und übernommen werden. Das Projekt wird zudem zwei zentrale Risiken von LLM-basierten Entscheidungsunterstützungssystemen untersuchen: algorithmische Verzerrungen (algorithmic bias) und Datenschutz- und Datensicherheitsrisiken. Algorithmische Verzerrungen wirken sich potentiell negativ auf die Qualität und Akzeptanz der von LLMs generierten Anlageempfehlungen aus. Zudem ist für die Erstellung von Anlageempfehlungen die Bereitstellung sensibler Daten notwendig, was sich aufgrund der inhärenten Datenschutz- und Datensicherheitsrisiken potentiell negativ auf die Akzeptanz auswirkt.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 2025 - 2028
Antragstellerin:
Prof. Dr. Isabelle Stauffer (Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät; Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft)
Beschreibung:
Aurora von Königsmarck (1662-1728) war Mitglied einer der reichsten und mächtigsten Grafenfamilien Europas und eine gefeierte Barockdichterin. Sie spielte eine wichtige Rolle in der internationalen höfischen Festkultur durch Dichtungen, Kompositionen und (Theater-)Rollen bei höfischen Festen an mehreren Höfen Europas wie Hannover, Holstein, Mecklenburg, Braunschweig-Wolfenbüttel, Dresden und Stockholm. Ihr Werk, Lyrik, Theaterstücke, Prosa und Briefe, ist bislang unzureichend ediert und erforscht. Eine quellenbasierte Edition ihrer Werke soll dem Abhilfe schaffen.
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 2025 - 2028
Antragsteller: Prof. Dr. Nadja Ray, Dr. Raphael Schulz (Mathematisch-Geographische Fakultät, Lehrstuhl für Geomatik und Geomathematik)
Projektpartner: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
Beschreibung: Die systematische Untersuchung des Zusammenspiels von Transformationsprozessen in der Rhizosphäre mit Fokus auf Mucilage und Wurzelhaare und deren Kopplungen zur Bodenstruktur, Geochemie, Mikrobiologie und zu hochskalierten Bodenfunktionen wird zur zentralen Frage des PP beitragen, wie Resilienz aus selbstorganisierter raum-zeitlicher Musterbildung in der Rhizosphäre entsteht. Mechanistische, mathematische Modelle in Form von kombinierten zellulären Automaten und PDE/ODE-Systemen auf der Mikroskala bieten die Möglichkeit, Skalen durch Homogenisierungstechniken zu überbrücken
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 2019 - 2024
Traditionell werden viele Phänomene in Natur, Wissenschaft und Technik über Differentialgleichungen und lokale Variationsprinzipien beschrieben. Lokalität bedeutet in diesem Kontext, dass das Verhalten eines Objekts nur von seiner unmittelbaren Umgebung abhängt. Es gibt jedoch Situationen, bei denen übliche lokale Beschreibungen an ihre Grenzen stoßen, da Wechselwirkungen über größere Entfernungen und globale Effekte berücksichtigt werden müssen. Dies führt zu nicht-lokalen Modellen, deren Vorteile in vielen Anwendungsbereichen sehr deutlich sind, unter anderem, weil sie effektive Möglichkeiten bieten, unterschiedliche Längenskalen zu überbrücken und zu präziseren Vorhersagen führen. Einige dieser Bereiche sind die Materialwissenschaften, auf die sich dieser Antrag konzentriert, sowie Bildverarbeitung und maschinelles Lernen. Um zu einem besseren Verständnis von Nichtlokalität beizutragen, untersuchen wir in diesem Projekt eine neue Klasse relevanter Variationsprobleme mit Integralfunktionalen, die von nicht-lokalen Gradienten abhängen.
Antragsteller: Prof. Dr. Carolin Kreisbeck (Mathematisch-Geographische Fakultät, Lehrstuhl für Mathematik - Analysis)
Projektpartner: Universidad Autónoma de Madrid
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Antragsteller:
Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette (Mathematisch-Geografische Fakultät; Professur für Physische Geographie/Landschaftsökologie und nachhaltige Ökosystementwicklung)
Beschreibung:
Im Zuge des Klimawandels ändern sich zahlreiche Faktoren, welche eine Allergieentstehung begünstigen und zu massiveren allergischen Erkrankungen führen können. Gleichzeitig leben in Städten immer mehr Menschen und es ist daher gerade dort von Nöten, Grundlagenforschung zu aerobiologischen Prozessen zu intensivieren. In der Regel gibt es zwei Ansätze, um die Intensität der Pollensaison zu beschreiben: Mit der Messung der Pollenkonzentration einer bestimmten Art während der Blühperiode oder mit der Bestimmung der Pollenproduktion, bei der die Analyse der Blüten im geschlossenen Zustand bereits vor dem Beginn der Pollensaison erste Hinweise auf die zu erwartende Pollenflugintensität liefern kann.
Pollenkonzentrationen in der Luft werden jedoch durch aerobiologische Prozesse wie Emission, Dispersion, Transport und Deposition, die dem Einfluss der atmosphärischen Dynamik unterliegen, gesteuert. Saisonale Summen der täglichen Pollenkonzentrationen können daher erheblich von der erwarteten effektiven Pollenproduktion und -freisetzung abweichen. Daher ist es unerlässlich, sich auf alle relevanten aerobiologische Prozesse zu fokussieren.
Aus diesem Projekt und dadurch gewonnene Erkenntnisse ergeben sich wichtige Impulse und Strategien für die Wahl geeigneter Anpassungsmaßnahmen, die vor allem im Zuge des Klimawandels noch dringender benötigt werden.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (Sachbeihilfe)
Laufzeit:
2022 - 2025
Antragstellerinnen:
Dr. Laura Febres de Ayala und Prof. Dr. Miriam Lay Brander (Sprach- und Literaturwissenshcfatliche Fakultät, Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft II)
Beschreibung:
Das Vorhaben möchte die literarische Darstellung von Migration im Kontext einer der derzeit größten Migrationskrisen aus einer Gender-Perspektive heraus beleuchten. Es untersucht Erzähltexte von venezolanischen Schriftstellerinnen, die in andere Länder Lateinamerikas ausgewandert sind, einschließlich ihrer personellen, ökonomischen, kulturellen und literarischen Netzwerke. Anhand der Darstellung von Migration in Romanen und Kurzgeschichten aus dem 21. Jahrhundert möchte es zeigen, welche Rolle die Geschlechtervariable bei der Entscheidung zur Migration, der Erfahrung der Grenzüberquerung und der Eingliederung in die Aufnahmegesellschaft sowie im Hinblick auf Handlungsoptionen von Migrantinnen spielt. Darüber hinaus geht es der Frage nach, inwiefern die untersuchten Werke die Erfahrung eines raum-zeitlichen, von einer permanenten Vorläufigkeit geprägten in-between narrativ exponieren und/oder kompensieren. Auch wenn der Fokus auf Migrantinnen (ggf. einschließlich Transgender-Frauen) liegt, so sollen flankierend auch Maskulinitäten im venezolanischen Migrationskontext mit einbezogen werden.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:
2024 - 2027
Antragsteller:
Prof. Dr. Pirmin Fontaine (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät; ABWL Logistics und Operations Analytics)
Beschreibung:
Das Forschungsprojekt untersucht die Auswirkungen von plötzlich auftretenden Störungen in urbanen Logistiksystemen mit mehreren kooperierenden Dienstleistern. Zur Behebung der Störungen werden verschiedene Wiederherstellungsmaßnahmen entwickelt und bewertet und in eine Resilienzstrategie integriert. Zu diesem Zweck wird ein zweistufiges urbanes Transportsystem untersucht, bei dem auf der multi-modalen ersten Stufe mehrere Dienstleister kooperieren und Waren gemeinsam zu sogenannten Satelliten transportieren. Von diesen Satelliten transportieren die einzelnen Dienstleister ihre Waren mit kleinen umweltfreundlichen Fahrzeugen zu den Kunden. Auf der ersten Stufe, die beispielsweise durch Cargotrams oder größere Transporter durchgeführt wird, können Störungen auftreten, die den Weitertransport behindern und somit Auswirkungen auf mehrere Dienstleister haben. Im ersten Schritt werden verschiedene Wiederherstellungsstrategien entwickelt und mathematisch modelliert (gemischt-ganzzahliges lineares Programm). Anschließend werden diese im Rahmen eines taktischen Planungsproblems gemeinsam integriert. Ziel dieses Entscheidungsunterstützungsmodells ist die mittelfristige Planung (beispielsweise eine Saison) der Ressourcen und der Dienste der ersten Stufe. Dieses Modell wird als zweistufiges stochastisches Programm modelliert und mit Hilfe von Dekompositionsverfahren (Branch-and-repair) exakt gelöst, um einen resilienten taktischen Plan zu entwickeln. Ziel des Verfahrens ist es, möglichst schnell zulässige Lösungen zu finden, sodass der Fokus in diesem Projekt hier auf der Entwicklung dieses Repair-Mechanismus liegt. Abschließend werden mit Hilfe von maschinellem Lernen (Entscheidungsbäume) Regeln abgeleitet, die es ermöglichen, in der operativen Umsetzung sofort auf die Störungen zu reagieren. Zum Testen der Methoden und Resilienzstrategien werden existierende Datensätze und ein bereits entwickelter Instanzengenerator mit Daten zu Störungen erweitert. Im Rahmen mehrerer Cases wird analysiert, welche Auswirkungen die Auswahl der Verkehrsträger, die Zusammensetzung der Dienstleister und die Störanfälligkeiten Auswirkungen auf die Resilienzstrategien haben.
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 2025 - 2028
Antragstellerin:
Prof. Dr. Pirmin Fontaine (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät; Juniorprofessor für Operations Management)
Kooperationspartner:
Université du Québec à Montréal
Beschreibung:
Das Forschungsprojekt betrachtet die integrierte Kosten- und Ressourcenallokation zwischen mehreren Logistikdienstleistern in der taktischen Planung der City-Logistik. Dabei wird ein zweistufiges Transportproblem angenommen, bei dem Logistikdienstleister die Waren von außerhalb der Stadt zu sogenannten Mikrodepots liefern und von dort beispielsweise kleine Elektrofahrzeuge oder Lastenräder die finale Lieferung übernehmen. Im ersten Schritt wird ein mathematisches Entscheidungsmodell (Gemischt-ganzzahliges lineares Programm) entwickelt, das die Ressourcen, wie Fahrzeuge oder Kapazitäten an Umschlagspunkte, unter den Logistikdienstleistern teilt und diesen zuordnet. Dabei werden verschiedene Szenarien, die den Grad der Ressourcenteilung wiedergeben, berücksichtigt und modelliert. Basierend auf der Ressourceneinteilung werden verschiedene Konzepte (u.a. Shapley Value, Proportionale Aufteilung) für die Kostenallokation angepasst, angewendet und verglichen.Zur effizienten Lösung der modellierten Problemstellungen werden zwei heuristische Verfahren entwickelt. Für die Ressourcenallokation wird ein nachbarschaftsbasierendes Suchverfahren (Metaheuristic) entwickelt, das die Struktur der Problemstellung ausnutzt. Für die integrierte Kosten- und Ressourcenallokation wird ein integriertes generelles Framework entwickelt. Dabei kann das Framework zur Lösung des Ressourcenallokationsproblems auf das erste Lösungsverfahren zurückgreifen. Durch den generisch gewählten Ansatz kann das Verfahren darüber hinaus für viele Problemstellungen der Kostenallokation angepasst werden, indem genau dieses Teilproblem der Ressourcenallokation durch ein anderes ersetzt wird.Zur Evaluierung der Verfahren wird ein Instanzengenerator für City-Logistik-Problemstellungen entwickelt, der bereits vorhandene reale Daten nutzt und somit auch für weitere Forschungsvorhaben genutzt werden kann und den Vergleich verschiedener Verfahren ermöglicht.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (Sachbeihilfe)
Laufzeit:
2022 - 2025
Fordoc:
https://fordoc.ku.de/id/eprint/3312/
Antragstellerin:
Prof. Dr. Verena Schulz (Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät; Professur für Klassische Philologie mit dem Schwerpunkt Latinistik)
Beschreibung:
Die antike Rhetorik hat uns eines der größten Regelwerke des Altertums hinterlassen. Zahllose Vorschriften regeln bis ins Detail, wie eine Rede erdacht, geordnet, ausformuliert, memoriert und vorgetragen werden soll. Am ausführlichsten können wir sie beim kaiserzeitlichen Rhetoriklehrer Quintilian in seinen zwölf Büchern der Institutio oratoria nachlesen. Das Verhältnis solcher Theoriefülle zur Redepraxis ist von der altphilologischen Forschung oft kritisch betrachtet worden. Und Quintilian selbst weiß sehr wohl, dass es gerade das Nicht-Einhalten der Regel sein kann, das zum rhetorischen Erfolg führt (inst. 2,13,1-8). An diesem Punkt setzt unser Projekt an: Es erforscht den Regelbruch in seinem Ablauf, seiner rhetorischen Umsetzung und seinen ethischen, ästhetischen und juristischen Implikationen. Dabei werden verschiedene Arten Regeln in Kombination mit verschiedenen rhetorischen Texten in den Blick genommen: Neben den technischen Regeln der Rhetorik selbst spielen auch gesellschaftliche Erwartungshaltungen, ethische Normen, tradierte Verhaltensweisen und persönliche Empfehlungen in der Rhetorik eine wichtige Rolle. Zu den rhetorischen Texten, in denen sie erwähnt, beschrieben oder implizit verhandelt werden, gehören neben den Lehrbuchausführungen auch Gerichtsreden, juristische Fachliteratur, politische Reden, Lobreden und Deklamationen. Ihre zeitgenössische Fortsetzung findet die Frage nach der Rhetorik des Regelbruchs zudem in modernen Bundestagsreden, philosophischen Abhandlungen und journalistischen Texten. In unserem Netzwerk wollen wir folgende zentrale Forschungsfragen an diese Texte herantragen: Was macht einen Regelbruch in der Rhetorik erfolgreich? Was unterscheidet den gelingenden, kreativen Regelbruch von einem misslingenden, Anstoß erregenden Regelbruch? Welche Effekte und welche Ästhetik zeichnen Regelbrüche aus? Welche moralischen Implikationen begleiten den Regelbruch? Was sagt der Regelbruch aus über den Akteur, ggf. über den Autor und das tatsächliche bzw. konstruierte Publikum? Inwiefern verändert die Erfahrung von Regelbrüchen die weitere Entwicklung der rhetorischen Theorie? Das vorliegende Netzwerk strebt eine Klärung dieser offenen Fragen in interdisziplinärem Zugriff vermittels Workshops, Podcasts und einer Abschlusstagung an. Zur Schärfung der eigenen Begrifflichkeit, zur Einbeziehung des soziokulturellen Kontexts und zur Gewinnung von Impulsen durch den Vergleich mit modernen Regelbrüchen in der Rhetorik gehören dem Netzwerk auch Forscherinnen und Forscher anderer Fächer als der Klassischen Philologie an, insbesondere der Allgemeinen Rhetorik, der Journalistik, der Alten Geschichte, des Rechts und der Philosophie.
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG; Wissenschaftliche Netzwerke)
Antragsteller:
Prof. Dr. Michael Becht (Mathematisch-Geographische Fakultät; Lehrstuhl für Physische Geographie)
Projektbeteiligte:
Apl. Prof. Dr. Tobias Heckmann und PD. Dr. Florian Haas (Mathematisch-Geographische Fakultät; Lehrstuhl für Physische Geographie)
Kooperationspartner:
Universität Bremen; TU München; TU Wien, Österreich; Universität Innsbruck, Österreich. Weitere Kooperationspartner auf den verlinkten Webseiten.
Beschreibung:
Historische und aktuelle Daten liefern zahlreiche Belege für klimatische Veränderungen. Diesen Daten zufolge haben die Alpen seit den 1980er Jahren eine starke Erwärmung erfahren, die sogar über dem globalen Durchschnitt liegt. Während der Klimawandel selbst und einige seiner Folgen – wie das Abschmelzen der Alpengletscher – unbestritten sind, bleiben zahlreiche Fragen offen: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die alpinen Landschaften aus? Welche Folgen hat das Abschmelzen der Gletscher beispielsweise für den Geschiebetransport in den Flüssen? Verändert sich die Größe und/oder die Häufigkeit von Lawinen, Murgängen oder Steinschlägen? Das Problem der Empfindlichkeit oder Anfälligkeit der Alpen gegenüber dem Klimawandel beinhaltet auch die Frage, ob und inwieweit solche Veränderungen miteinander interagieren und ob und inwieweit sich lokale Veränderungen von kleineren räumlichen Einheiten (z.B. Hängen) in die Flüsse und von dort weiter talabwärts ausbreiten und zu einer Auswirkung auf Einzugsgebietsebene führen. Mehr Informationen auf den verlinkten Webseiten.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG),
Schweizer Nationalfonds (SNF)
Laufzeit:
2019 - 2022
Projektwebseite:
https://sehag.ku.de/
Antragsteller: Dr. Manuel Rausch, Professor Dr. Michael Zehetleitner (Philosophisch-Pädagogische Fakultät; Professur für Allgemeine Psychologie II)
Beschreibung: Menschen müssen häufig auf externe Objekte reagieren, obwohl die Wahrnehmung dieser Objekte unvollständig oder gestört ist. Dabei ist es notwendig, basierend auf der Wahrnehmung des Objekts eine Entscheidung zu treffen, welches von den verschiedenen möglichen Objekten vermutlich aktuell vorliegt. Solche Entscheidungen weisen im Allgemeinen drei Eigenschaften auf: Erstens können Menschen eine richtige oder eine falsche Entscheidung darüber treffen, welches Objekt tatsächlich vorhanden ist. Zweitens dauert es eine verschieden lange Zeitspanne, bis eine Entscheidung getroffen werden kann. Drittens empfindet Menschen bei der Entscheidung einen größeren oder geringeren Grad an Sicherheit, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Jedoch sind die existierenden mathematischen Entscheidungstheorien nicht in der Lage, Richtigkeit, Entscheidungszeit und Konfidenz gleichzeitig zufriedenstellend zu erklären: In unseren Vorarbeiten haben wir beobachtet, dass Konfidenz in falschen Antworten mit der physischen Qualität der Stimulation steigt, was mit keiner der existierenden Theorien vereinbar ist. Daher ist es das Ziel dieses Projekts, eine Theorie zu erstellen, die Richtigkeit, Entscheidungszeit und Konfidenz gleichzeitig erklären kann. Dafür soll eine von uns vorgeschlagene statische Theorie, das Gewichtete Evidenz-und-Sichtbarkeits-Modell, um eine zeitliche Dimension erweitert werden. Die Grundidee lautet, dass eine Entscheidung getroffen wird, indem solange sensorische Evidenz gesammelt wird, welches Objekt von den möglichen Objekten aktuell vorliegt, bis eine Entscheidungsschwelle überschritten wird. Konfidenz dagegen setzt sich aus zwei Größen zusammen, nämlich erstens aus der sensorischen Evidenz über das Objekt und zweitens aus der sensorischen Evidenz über die physische Qualität der Stimulation. In unserem Projekt soll diese neue Theorievariante überprüft werden, wofür eine neue, unabhängige Stichprobe, einer gründlichen mathematischen Modellierung, sowie eine Serie an Kontrollexperimenten vonnöten ist. In einem zweiten Schritt des Projekts soll dann überprüft werden, welche Konsequenzen diese Theorie für diejenigen Forschungsfelder mit sich bringt, in denen Konfidenzberichte verwendet werden, um die Wahrnehmungsfähigkeit einer Person zu messen.
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 2018 - 2024
Antragsteller:
Prof. Dr. Felix Voigtlaender (Mathematisch-Geographische Fakultät; Lehrstuhl für Reliable Machine Learning)
Kooperationspartner:
Utrecht University; University of Cambridge; Universität Wien
Beschreibung:
Ein wichtiges Forschungsthema ist es, die Gründe für die Existenz von adversarial examples (also für die Instabilität von trainierten neuronalen Netzen) mathematisch zu verstehen, um aufbauend auf diesem Verständnis Methoden zu entwickeln, die beweisbar robuste neuronale Netze produzieren.
Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (Emmy Noether-Nachwuchsgruppe)
Laufzeit:
2022 - 2025
Antragsteller:
Prof. Dr. Christian Steiner (Mathematisch-Geographische Fakultät; Lehrstuhl für Humangeographie) und Prof. Dr. Gerhard Rainer (Universität Passau)
Beschreibung:
Jüngere Forschungsarbeiten der humangeographischen Tourismus- und Stadtforschung beschäftigen sich intensiv mit den Folgen der in den letzten Jahrzehnten stattfindenden, grundlegenden Veränderungen im Verhältnis von Tourismus sowie freizeitorientierter Mobilität von Personen und Kapital. In den letzten Jahren fokussierte die Forschung dabei vor allem auf die Touristifizierung, also die tourismus- und freizeitorientierte sozialräumliche Transformation, städtischer Wohnviertel und deren Folgen für den Wohnungsmarkt in Großstädten. Während sich eine breite internationale Debatte zu den Dynamiken in Großstädten etabliert hat, fehlt in ländlichen Tourismusregionen bislang eine tiefgreifende Analyse von Touristifizierung und Finanzialisierung des Wohnimmobilienmarktes. Aufgrund der noch unzureichenden Forschung (z.B. Bedeutung touristischer Kurzzeitvermietung über Plattformen; Ausbau und Professionalisierung von Ferienwohnungsvermittlungsagenturen; Bedeutung von buy-to-let investment, new work und Lebensstilmigration in ländliche Räume) sind demnach auch die Folgen dieser Dynamiken für eine nachhaltige Entwicklung kaum verstanden. Das beantragte Projekt widmet sich daher der Untersuchung der Touristifizierung und Finanzialisierung der Wohnimmobilienmärkte in intensiv touristisch geprägten ländlichen Regionen, wobei sowohl deren treibende Kräfte als auch ihre sozio-ökonomischen Auswirkungen untersucht werden. Aufbauend auf Vorarbeiten in Deutschland erweitert das Forschungsprojekt über eine vergleichende Fallstudienuntersuchung der Wirkungszusammenhänge von Tourismus- und Immobilienmarktentwicklung in bedeutenden alpinen Tourismusregionen Italiens, Österreichs und der Schweiz die bislang stark in Großstädten verankerte Forschung räumlich und setzt damit neue konzeptionelle Impulse. Die Ergebnisse sind für eine sozial nachhaltige Siedlungsentwicklung insofern relevant, als durch den Vergleich der Wirkungen der unterschiedlichen regulativen Rahmenbedingungen in den Fallstudienländern Rückschlüsse auf die Bedeutung und Wirksamkeit politischer Gestaltungsspielräume möglich werden.
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 2025 - 2028
Fordoc: fordoc.ku.de/id/eprint/3654/
Antragsteller:
Prof. Dr. Marcel Oliver (Mathematisch-Geographische Fakultät; Lehrstuhl für Mathematik - Angewandte Mathematik)
Beschreibung:
Das Projekt arbeitet an der Zerlegung von Strömungen in Wirbelkomponenten und Wellen. Unsere Verfahren basieren zum Teil auf linearen globalen Moden, aber auch auf vollständig nichtlinearen Ansätzen hoher Ordnung, die allerdings weniger allgemein sind. Wir werden nun die methodischen Lücken zwischen beiden Ansätzen schließen, die praktische Umsetzung vorantreiben, um schließlich nichthydrostatische Effekte auf km-Gittern in der Atmosphäre und Wellenemission im Ozean zu quantifizieren und die spontane Abstrahlung von Schwerewellen besser zu verstehen. Auch erforschen wir den Einsatz maschinellen Lernens für diese Zwecke.
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG; Transregio)
Laufzeit: 2024 - 2028