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Lehre - Unsere Philosophie

Grundprinzip unserer Lehre ist ein kooperativer Stil. Lernen heißt für alle Beteiligten - auch die Dozenten - stets auch Mitlernen. Lehren bedeutet immer auch, am eigenen Lehrvermögen zu arbeiten und durch Lehren zu lernen. Unsere fachlichen Überzeugungen bauen auf einem kompetenzorientierten Verständnis vom Umgang mit Geschichte auf. Dazu gehört, Fragen an die Vergangenheit zu stellen und gestellte Fragen methodisch kontrolliert verfolgen zu können; Methoden der Re-und De-Konstruktion werden so erarbeiten. Dazu gehört, über historische Orientierung nachzudenken und sich selbst in konkreten Situationen historisch zu orientieren. Dazu gehört auch, sich auf systematische Weise Wissen anzueignen, das genutzt werden kann, um eigene Fragen zu beantworten, Erkenntnisse letztlich auf den passenden Begriff zu bringen. Dies unterstützt auch das Ziel, Orientierungsangebote zu diskutieren und sich zu positionieren.

Geschichte ist für uns kein 'Lernstoff', Geschichte ist ein Prozess der zur Formung von Persönlichkeiten gehört. Geschichte ist nicht Vermittlung und Abfrage, Geschichte ist Nachdenken über den Sinn, den jeder gewinnen kann, der sich mit ihr befasst. Man muss in der Eichstätter Geschichtsdidaktik mitdenken, sich einbringen und (sich) reflektieren wollen. Daher suchen und finden wir vielfältige Zugänge zu unseren Fach: Geschichte zu betreiben, bedeutet für uns, den zeitlichen Spannungsbogen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sehen. Geschichte fällt nicht vom Himmel. Sie wird aus unterschiedlichen Perspektiven und in bewussten Konstruktionen geschaffen. Umgekehrt muss sie - angetrieben durch stets neu gestellte Fragen - immer wieder de-konstruiert werden.

Historische Narrationen manifestieren sich in Texten und Bildern, Filmen und Theaterinszenierungen, Ausstellungen und Gedenkstätten. Diese 'Narrationen' analysieren wir im Seminarraum genauso wie bei der Erkundung vor Ort und der Auseinandersetzung mit Unterrichtsstunden.

Unsere didaktischen Prinzipien verbannen Geschichte nicht in bürokratische Schubläden, denn sie finden ihre Anwendung in der Archivarbeit ebenso wie in der Unterrichtsstunde oder der Geschichtskultur. Die Frage nach unserem Geschichtsbewusstsein gehört dazu.

Wir wollen Vergangenheit erschließen, Erinnerung lebendig halten, Abstraktionen begründen und Vorurteile transparent machen, kurz: Wir wollen Geschichte denken.