Digitalisierung ist eine der vier zentralen Prioritäten der aktuellen Erasmus+ Programmgeneration. Mit der European Student Card Initiative (ESCI) verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, die administrative Abwicklung internationaler Studierendenmobilität zu vereinfachen und zu digitalisieren. Als Vorreiterin bei der Digitalisierung des Erasmus+ Programms setzt die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) diese Priorität durch die umfassende Digitalisierung ihrer Mobilitäts- und Anerkennungsverfahren konsequent um.
Ein zentraler Bestandteil der European Student Card Initiative ist das Erasmus Without Paper (EWP)-Netzwerk. Dieses ermöglicht europäischen Hochschulen den elektronischen Austausch von Erasmus+ Kooperationsvereinbarungen, Studierendendaten der für eine Erasmus+ Teilnahme ausgewählten Studierenden (Nominierung) und digitaler Learning Agreements zwischen ihren Verwaltungssystemen.
Die KU hat die Einführung von ESCI und EWP frühzeitig vorangetrieben und geht bei der Digitalisierung ihrer Erasmus+ Prozesse deutlich über die europäischen Mindestanforderungen hinaus.
Eine Besonderheit der KU ist die vollständige Digitalisierung des Anrechnungs- und Anerkennungsprozesses für im Ausland erbrachte Studienleistungen. Während sich die Digitalisierung des Learning Agreements an vielen Hochschulen auf dessen Erstellung, Genehmigung und Austausch beschränkt, hat die KU auch die hochschulinternen Verfahren und beteiligten IT-Systeme vollständig digitalisiert und miteinander verknüpft.
Der gesamte Prozess erfolgt durchgängig digital und ohne Medienbrüche – von der Auswahl der an der KU zu ersetzenden Lehrveranstaltungen über die fachliche Prüfung und Genehmigung bis zum Austausch des Learning Agreements über das EWP-Netzwerk. Auch die abschließende Anerkennung und Verbuchung der erbrachten Studienleistungen sind vollständig in diesen digitalen Prozess integriert.
Bereits anerkannte Module werden für drei Jahre in einer transparent einsehbaren „Whitelist“ hinterlegt. Weitere Studierende desselben Studiengangs, die das gleiche Modul an derselben Partnerhochschule belegen möchten, erhalten innerhalb dieses Zeitraums automatisch eine Genehmigung ohne erneute fachliche Prüfung.
Damit verfügt die KU über das am weitesten digitalisierte Learning-Agreement- und Anerkennungsverfahren einer deutschen Universität. Studierende profitieren von transparenten Abläufen, weniger Bürokratie und höherer Planungssicherheit bei der Anerkennung ihrer im Ausland erbrachten Studienleistungen.
Für ihre Vorreiterrolle bei der Umsetzung der European Student Card Initiative wurde die KU 2025 von der Europäischen Kommission als deutscher „ESCI Champion“ ausgezeichnet. Im Rahmen dieser Auszeichnung wurde pro teilnehmendem Land jeweils nur eine Hochschule ausgewählt. Die KU erhielt damit als einzige deutsche Hochschule diese besondere Anerkennung.
Als ESCI Champion setzt sich die KU gegenüber der Europäischen Kommission für effiziente und praxisorientierte Verwaltungsprozesse im Erasmus+ Programm ein und vertritt dabei die Interessen der deutschen Hochschulen. Zugleich bringt sie ihre Erfahrungen und Expertise unmittelbar in die Weiterentwicklung des Erasmus+ Programms und die Gestaltung zukünftiger digitaler Verfahren ein.
Die Auszeichnung unterstreicht die Vorreiterrolle der KU bei der Digitalisierung der europäischen Hochschulzusammenarbeit und ihren aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung eines digital vernetzten Europäischen Hochschulraums.