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Verbundtagung 2014

3rd German Health Research Meeting on Behavioural Disorders Related to Violence, Neglect, Maltreatment, and Abuse in Childhood and Adolescence – Nachbericht

Logo der VerbundtagungMissbrauchserfahrungen in Kindheit und Jugend standen im Mittelpunkt eines Kongresses des Lehrstuhls für Klinische und Biologische Psychologie unter der Leitung von Frau Prof. Rosner, der vom 22. bis 23. September an der Universität Eichstätt-Ingolstadt stattfand. Bei dem sogenannten “3rd German Health Research Meeting on Behavioural Disorders Related to Violence, Neglect, Maltreatment, and Abuse in Childhood and Adolescence” handelte es sich um die dritte gemeinsame Tagung der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbünde zum Thema „Missbrauch, Vernachlässigung und Gewalt“. In der Fördermaßnahme sind 34 Zuwendungsempfänger und 47 Forschergruppen aus ganz Deutschland beteiligt.

Knapp 120 Teilnehmer aus ganz Deutschland traten die Reise nach Eichstätt an um sich zwei Tage lang über die neuesten Entwicklungen in ihren Projekten auszutauschen. Neben Erkenntnissen zum Zusammenhang biologischer, neurologischer und genetischer Faktoren und Traumaerfahrungen wurden auch die Auswirkungen von traumatischen Erlebnissen auf verschiedene Aspekte der Entwicklung sowie die Wirksamkeit neuer Therapie- und Präventionsmethoden und deren Nutzen für die deutsche Versorgungslandschaft diskutiert.

Für die Tagung in Eichstätt konnten zwei international renommierte Gastreferenten gewonnen werden: Josef I. Ruzek, Leiter der Dissemination and Training Division, Stanford University, referierte darüber, wie die Erkenntnisse der Psychotherapieforschung am wirkungsvollsten in der Praxis umgesetzt werden können. Mit Marinus H. van IJzendoorn vom Centre for Child and Family Studies, Leiden University, konnte eine Koryphäe auf dem Gebiet der Bindungsforschung auf der Tagung begrüßt werden. Dieser berichtete neueste Ergebnisse über den Einfluss von genetischen und biologischen Faktoren auf die Eltern-Kind-Bindung.

Insgesamt gab die Tagung einen guten Einblick in die Arbeit der geförderten Verbünde und zeigte die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Forschung zu Missbrauch in Kindheit und Jugend in Deutschland auf.

Folgende Verbünde werden in dem Netzwerk gefördert (mehr Informationen zu den Verbünden finden sich auf der Internetseite des BMBF):

  • Verbundprojekt TRANS-GEN – eine Längsschnittstudie mit dem Ziel, psychologische, physiologische und soziale Faktoren zu identifizieren, die die Resilienz der Mutter-Kind-Dyade im ersten Lebensjahr fördern.
  • Verbundprojekt RELEASE mit dem Ziel der Überprüfung der Wirksamkeit eines stationären Behandlungskonzepts (DBT-PTSD) unter ambulanten Bedingungen.
  • Verbundprojekt GROWTREAT, welches die Entwicklung von Pflegekindern mit Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen unter verschiedenen Förderbedingungen erforscht.
  • Verbundprojekt Berlin LCS über unmittelbare biologische Prozesse, welche die Folgen von Misshandlung sowie die Modulationen durch das Erbgut vermitteln.
  • Verbundprojekt UBICA, welches den generationenübergreifenden Zyklus der Misshandlung, bei dem Mütter mit eigenem Misshandlungshintergrund häufig auch die eigenen Kinder misshandeln, erforscht.
  • Verbundprojekt SexPrev_MR mit dem Ziel, ein Trainingsprogramm für geistig behinderte Mädchen zu erstellen.
  • Verbundprojekt NeMUP-Nord, welches die neurobiologischen Grundlagen von Pädophilie und sexueller Gewalt bei Tätern erforscht.
  • Verbundprojekt D-CPT mit dem Ziel, ein Therapiemanual, das speziell zur Behandlung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit PTBS nach sexueller oder physischer Gewalt konzipiert wurde, zu überprüfen.
  • Verbundprojekt CANSAS, welches den Zusammenhang von Substanzmissbrauch und Vernachlässigung/Missbrauch untersucht.
  • Verbundprojekt CANMANAGE, welches den Fokus auf die Umsetzung evidenzbasierter Interventionen legt.
  • Verbundprojekt AMIS, welches anhand von zwei Kohorten aus Kindern mit Misshandlungserfahrung Risikofaktoren erforscht, die zur Entstehung psychischer Auffälligkeiten in Folge von Kindesmisshandlung beitragen.

 

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