Ulla Stackmann

Mood Encapsulated - Recorded Poetry from Acoustic to Magnetic Era (1890s - 1970s)

Fachgebiet: Amerikanistik

Betreuerin: Prof. Dr. Kerstin Schmidt

Abstract:

Die im 19. und 20. Jahrhundert entwickelten Audiomedien, wie der Phonograph, das Radio oder die Schallplatte, haben den geschriebenen Text um eine Vielzahl von Inszenierungsformen erweitert. Insbesondere die Lyrik hat sich durch diese Umbrüche in der Medienlandschaft zu einer zunehmend multimedialen Textform entwickelt. Durch Poetry-Slams, Gedichtlesungen bei Konzerten, Ausstellungen oder in Verbindung mit Performance-Kunst wählen Lyriker*innen zunehmend intermediale Inszenierungsformen, die vielfach aufgenommen und zum Beispiel via Radio, Schallplatte oder durch das Internet verbreitet werden. Diesen Vorgang möchte ich anhand einer Auseinandersetzung mit Tonaufnahmen von Gedichten in meiner Arbeit untersuchen. Denn durch die Erfindung des Phonografen entstand eine neue Lesesituation: die Rezitation vor dem Mikrofon. Als ursprünglich mündlich vorgetragene Textform bietet sich das Gedicht schließlich besonders für eine Vertonung an. Trotzdem bleibt es in der Forschung wenig beachtet, dass das Lyrikpublikum sich nicht nur aus einer Leser-, sondern eben auch einer Hörerschaft zusammensetzt. Meine Dissertation nimmt diese Entwicklung in den Blick und untersucht, wie Lyriker*innen ihre Gedichte in Tonaufnahmen inszenierten und neu erfahrbar machten. Vor diesem Hintergrund werde ich von den Anfängen der Tonaufnahme Ende des 19. Jahrhunderts bis zu den frühen 1970er Jahren einzelne Aufnahmen vorstellen und in Bezug auf ihre stimmliche Inszenierung untersuchen. Dabei greife ich auf ein breites Spektrum medien- und kulturwissenschaftlicher Theorien zurück, insbesondere auf das Konzept der Liveness von Philipp Auslander und den medienwissenschaftlichen Begriff der Stimmung.

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