Lehrgrabung Wettstetten-Echenzell

Römern auf der Spur

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Aufgenommen und geschnitten von Kurt Richter; alle Rechte bei Kurt Richter.

Dank der Genehmigung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege dürfen wir von der Universität Eichstätt-Ingolstadt aus im Rahmen von Lehrgrabungen Straßen untersuchen. Wir begannen mit der sog. Römerstraße 2020 bei Wettstetten-Eschenzell. Diese Überlandstraße war im späten 1. oder frühen 2. Jh. im Zuge der Errichtung und Verbindung der römischen Kastelle bei Pfünz und Kösching geschaffen worden. Nach römischer Art zieht sich ihre Trasse in gerader Linie durch die Landschaft. Sie wurde auch nach der Aufgabe der Grenzregionen und dem Ende des Römischen Reiches lange weitergenutzt, wie spätmittelalterliche bis neuzeitliche Keramikscherben zeigen. Sie blieb unter dem Namen „Römerstraße“ oder „Saupfad“ in ihrem Verlauf bestehen und dient im ergrabenen Abschnitt als Feld- und Radweg am Rande von Wettstetten-Echenzell.

2020 konnten wir in zwei Grabungsschnitten den Straßenkörper römischer Zeit gut erfassen: drei Lagen Kalksteinpflaster hatten sich auf 6 m Breite erhalten. Das war nicht mehr die Originalbreite; sie war ursprünglich breiter. Ein einstiger Kieselbelag wäre denkbar. Im Kalksteinplattenbelag hatten sich die Räderspuren eingegraben. Die Straße war lange genutzt worden. Wir haben nur wenig römisches, sondern vor allem spätmittelalterliches und neuzeitliches Fundmaterial geborgen. Die Straße war in römischer Zeit den geologischen Bedingungen gemäß möglichst ökonomisch angelegt worden. Sie hat keinen Unterbau; der harte sehr tonhaltige Boden konnte nach Einebnung gleich für den Belag genutzt werden. Die Kalksteine stammten vom nahen Steinbruch. 

Die Lehrgrabung von von vielen Seiten unterstützt. Wir danken Gerd Risch und Hans Mödl von der Gemeinde Wettstetten, C. Sebastian Sommer, Hubert Fehr, Filiz Donan und Peter Lutz vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Claus-Michael Hüssen, Karl-Heinz Rieder und Gerd Riedel für die fachliche Beratung, Kurt Richter und Peter Fischer (KU Eichstätt-Ingolstadt) für die Drohnenaufnahmen, Bernd Lucke (z.d.Z. KU Eichstätt-Ingolstadt) für das Bodenprofil, Gerd Riedel und dem Historischen Verein Ingolstadt e. V. sowie Bernd Päffgen und der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e. V. für logistische, personelle und finanzielle Unterstützung, Michael Lukas, Joseph Wittmann, Fritz Mayer Jr. und ProArch für logistische Hilfe, allen TeilnehmerInnen der Lehrgrabung für tatkräftiges Anpacken. Kurt Richter, Wolfgang Albig, Brigitte und Friedrich Bauschulte seien herausgehoben, da sie uns mit Filmaufnahmen, Geräten und ihrer Expertise besonders geholfen haben. Besonderer Dank gilt Fabienne Karl, die die Schnittleitung in S 2 übernommen und die Dokumentation begleitet hat.