Bibliotheksbestand im BibliotheksVerbund Bayern

BibliotheksVerbund Bayern – der wahrscheinlich umfangreichste Buchbestand zum Christlichen Osten weltweit
BVB

Der Bibliotheksverbund Bayern (BVB) ist der regionale Zusammenschluss von über 150 Bibliotheken unterschiedlicher Größenordnung und Fachorientierungen in Bayern. Obgleich sich die genaue Zahl an Medien zum Christlichen Osten schwer ermitteln lässt, so gibt es gewichtige Gründe dafür anzunehmen, dass an keinem anderen Ort der Welt gleichzeitig eine umfassendere Sammlung greifbar ist. Denn der gesamte Bestand kann in allen Bibliotheken des Verbunds genutzt werden, indem die Medien in kurzer Zeit per Fernleihe kostenfrei zur Verfügung gestellt werden – selbstverständlich auch im beschaulichen Eichstätt!

 

Der Verbund schließt u. a. folgende Bibliotheken zusammen:

Bayerische Staatsbibliothek (BSB):

Die 1558 als Hofbibliothek der Wittelsbacher gegründete BSB ist die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands und eine der international bedeutendsten Gedächtnisinstitutionen. Hier ist u. a. auch der Fachinformationsdienst (FID) Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa angesiedelt, der in aller Breite Literatur erwirbt, die auch für die Geschichte der vornehmlich orthodoxen Kirchen dieser Länder relevant ist. Seit 1949 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die BSB als Referenzbibliothek für die deutsche Osteuropaforschung. Der FID kann zudem Anschaffungswünsche von Forschenden gezielt realisieren. Für die postbyzantinische-neuzeitliche Orthodoxie ist die BSB damit in Deutschland unübertroffen. Die BSB verfügt außerdem mit mehr als 650 griechischen Handschriften über den größten Bestand griechischer Manuskripte in Deutschland.

 

Universitätsbibliothek der LMU München:

Die UB der LMU München ist für den Bereich des Christlichen Ostens nicht nur aufgrund ihrer allgemeinen Größe und ihrem zweitgrößten Altbestand in Bayern interessant, sondern v. a. aufgrund der fachspezifischen Spezialsammlungen, insbesondere die der Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie und der Byzantinistik, aber auch der Semitistik und der Kunde des Nahem Ostens, wobei letztere im Bereich der Wissenschaft vom Christlichen Orient über Jahrzehnte viel zusammengetragen haben.

 

Münchener DigitalisierungsZentrum (MDZ):

1997 mithilfe der DFG als eines von zwei nationalen Kompetenzzentren für die Retrodigitalisierung von Bibliotheksbeständen gegründet, verfügt das MDZ inzwischen über mehr als drei Millionen Digitalisate. Insbesondere für den Bereich der Byzantinistik und der byzantinischen Ostkirchen hält das MDZ eine Vielzahl relevanter Materialien sowie Kataloge vor.

 

Universitätsbibliothek Eichstätt-Ingolstadt:

Klein, aber fein kann die UB Eichstätt-Ingolstadt nicht mit dem Umfang der Buchbestände der „ganz Großen“ in Bayern konkurrieren. Gleichwohl hat sie in den letzten Jahren insbesondere neue Publikationen aus dem Bereich des Christlichen Ostens als E-Book oder im Print gezielt erworben – nicht zuletzt aufgrund der Mittel des „Eastern Christian Studies ONLINE CAMPUS“. Die Buchakquise konzentriert sich besonders auf fremdsprachige, teilweise auch etwas entlegenere Literatur kleinerer Verlage aus sehr unterschiedlichen Ländern, um diese Bestände exklusiv vorhalten zu können.

 

Collegium Orientale Eichstätt:

Das Collegium Orientale hat seit seiner Gründung 1998 rund 8.000 Print-Medien aus dem Bereich des Christlichen Ostens zusammengetragen, welche komplementär die Bestände der UB Eichstätt-Ingolstadt ergänzen und in den BibliotheksVerbund Bayern integriert sind. Spezialsammelgebiet sind Publikationen von und über katholische Ostkirchen sowie Liturgica in unterschiedlichsten Sprachen.

 

Ostkirchliches Institut Würzburg (OKI):

Die längste Tradition in der Ostkirchenkunde hat in Bayern die Universität Würzburg mit dem OKI als An-Institut. Es wurde 1947 von der Deutschen Augustinerprovinz als „Forschungsstätte für die Geschichte und Theologie der Kirchen des Christlichen Ostens“ gegründet und hat daher seit nunmehr knapp 80 Jahren intensiv Literatur zusammentragen können. Die Bibliothek umfasst heute weit über 30.000 Bände und 250 Zeitschriften, darunter alle wichtigen theologischen Zeitschriften aus zahlreichen Ländern des Christlichen Ostens.

 

Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg:

Bereits 1947 wurde an der Theologischen Fakultät Erlangen ein Extraordinariat für „Theologie des Christlichen Ostens“ errichtet, das 1966 in einen eigenständigen Lehrstuhl überführt wurde, sodass man in Erlangen nunmehr auch seit rund 80 Jahren einschlägige Fachliteratur versammelt, insbesondere zur Russisch-orthodoxen Kirche. Von besonderer Bedeutung ist ein Teilbestand der 1917 zerschlagenen St. Petersburger Synodalbibliothek, der seinen Weg nach Erlangen gefunden hat.

 

Universitätsbibliothek Regensburg:

Die Bedeutung der UB Regensburg ergibt sich aus der engen institutionellen Verzahnung mit der Ost- und Südosteuropaforschung, aus profilbildenden Sondersammelgebieten sowie aus bewusst ausgebauten Forschungsbeständen. Regensburg ist seit Jahrzehnten ein Zentrum der Ost-, Südost- und Südosteuropaforschung in Deutschland, nicht zuletzt durch das Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS). Die UB Regensburg hat einen Sammelschwerpunkt in der byzantinischen Geschichte und Kultur und besitzt umfangreiche fremdsprachige Bestände (Russisch, Serbisch, Kroatisch, Bulgarisch, Rumänisch, Neugriechisch, Kirchenslawisch [Editionen] sowie westeuropäische Forschungsliteratur [Deutsch, Englisch, Französisch]). Der Christliche Osten ist hier v. a. organisch in die Osteuropaforschung eingebettet.

 

Universitätsbibliothek Bamberg:

Die UB Bamberg verfügt in mehrfacher Hinsicht über einschlägige und für die Kunde des Christlichen Ostens relevante Buch- und Handschriftenbestände, auch wenn sie kein spezialisiertes Ostkirchen- oder Orientinstitut trägt. Ihre Bedeutung ergibt sich aus historischen Sammlungen, altsprachlichen Beständen und theologischen Provenienzen, die für die Forschung zum Christlichen Osten substantiell nutzbar sind. Für die Liturgiegeschichte, die westliche Ostkirchenrezeption und die frühneuzeitliche Orientalistik sind die Bamberger Bestände von besonderem Wert.

Gateway Bayern

Für eine Recherche in allen zusammengeschlossenen Bibliotheken gibt es die Plattform Gateway Bayern, auf der immer auch die besitzenden Bibliotheken gelistet werden.

Die großen bayerischen Bibliotheken streben eine besonders sorgfältige bibliographische Erfassung dieser Bestände an, bei der insbesondere bei Büchern in nicht-lateinischer Schrift neben der grundsätzlich erforderlichen Transliteration auch alle nicht-lateinischen Originalschriften wiedergegeben werden, was die Nutzbarkeit deutlich verbessert.