Im Kontext zunehmender Anfälligkeit für antidemokratische und populistische Einstellungen kommt der politischen Bildung junger Menschen eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu.
Im Rahmen des Vortrags werden laufende Forschungsarbeiten vorgestellt, die das Ziel verfolgen, demokratische Kompetenzen Jugendlicher durch schulische Active-Learning-Angebote zu fördern. Im Mittelpunkt steht die Evaluation der Wirksamkeit einer Initiative zur politischen Bildung, die an weiterführenden Schulen Angebote zur Vermittlung grundlegender Kenntnisse über das Grundgesetz durchführt. Die Angebote werden in der Regel von geschulten Jurist:innen gestaltet im Unterricht umgesetzt.
Der Vortrag stellt erste Ergebnisse eines Mixed-Methods-Designs zur Evaluation der Wirksamkeit vor, das eine quantitative Längsschnittbefragung mit qualitativen Fokusgruppen kombiniert. Die quantitative Erhebung umfasst drei Messzeitpunkte an etwa 15 Schulen (Klassenstufen 8–11; N ≈ 300 Jugendliche; T1: Vorbefragung eine Woche vor Programmbeginn, T2: Nachbefragung unmittelbar nach Abschluss des Angebots, T3: Follow-up einen Monat später). Ergänzend wurden mehrere qualitative Fokusgruppen mit Schüler:innen geführt. Der Vortrag diskutiert erste Befunde sowie deren Implikationen für Forschung und Praxis der politischer Bildung.
Darüber hinaus thematisiert der Vortrag allgemeine methodische Ansätze und Herausforderungen längsschnittlicher Evaluationsforschung. Im Fokus stehen dabei unter anderem Fragen der Panelmortalität, der Erfassung kurzfristiger und nachhaltiger Interventionseffekte sowie praktische Herausforderungen bei der Durchführung längsschnittlicher Studien im schulischen Kontext.