Kunstwerk für Eichstätt nimmt Form an: Bauteile des „Stadttors“ gefertigt

Aus einer Idee von Kunststudentinnen wird ein Kunstwerk im öffentlichen Raum: Bei einer Metallbaufirma sind jetzt die Bauteile für das „Stadttor“ ausgeschnitten worden, das noch dieses Jahr in Eichstätt aufgestellt werden soll. Die Installation war vor zwei Jahren als Siegerentwurf aus dem Wettbewerb „Ein Kunstwerk für Eichstätt“ hervorgegangen. Entworfen wurde das Stadttor von den KU-Studentinnen Simone Neßlinger und Rebecca Erhardt, die den Fertigungsprozess vor Ort mitverfolgen konnten.

Aus 20 Millimeter starken Cortenstahlplatten wurden bei der Metallbaufirma Gerstner in Geislohe bei Pappenheim die einzelnen Elemente des Kunstwerks mit einem Laserschnittgerät herausgearbeitet. Das Tor wird rund vier Meter hoch und drei Meter breit sein. Voraussichtlich im Spätsommer soll es an einem Radweg an der Altmühl mit Blick auf die Willibaldsburg aufgestellt werden. Der Entwurf von Neßlinger und Erhardt ist von den barocken Häuserfassaden der Eichstätter Altstadt inspiriert. Der obere Teil orientiert sich an einem Gebäude in der Pfahlstraße gegenüber dem Westportal des Doms, der untere an einem Eingangsportal am Residenzplatz. So greift das Kunstwerk prägende Elemente des Stadtbilds auf und übersetzt sie in eine moderne Formensprache. Das Material Cortenstahl war bewusst gewählt: Seine markante Oberfläche verbindet gestalterisch historische Bezüge mit einer zeitgenössischen Anmutung.

Stadttor
© Christian Klenk Simone Neßlinger und Rebecca Erhardt mit ihrem ursprünglichen Siegerentwurf

Entstanden ist das „Stadttor“ im Rahmen des Wettbewerbs „Ein Kunstwerk für Eichstätt“, an dem Studierende der KU teilnahmen. Der Wettbewerb war Teil einer Lehrveranstaltung zum Thema Kunst im öffentlichen Raum. „Ziel des Projekts war es, den öffentlichen Raum als ästhetischen Gestaltungsraum für Stadt und Region erfahrbar zu machen und zugleich künstlerische Auseinandersetzungen mit den architektonischen, kulturellen und sozialen Besonderheiten Eichstätts anzuregen“, erklärt Petia Knebel, Akademische Direktorin an der Professur für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik, die das Projekt leitet.

Bevor die Studierenden ihre Entwürfe entwickelten, setzten sie sich intensiv mit dem Stadtraum und seinem Umfeld auseinander. Dazu gehörten Recherchen zur Stadtgeschichte und Architektur, Ortsbegehungen, Entwurfszeichnungen, Fotomontagen und Modelle ebenso wie Umfragen unter Bürgerinnen und Bürgern. Insgesamt wurden 14 Ideen für Kunstwerke eingereicht. Nach einer Vorauswahl durch eine Jury wurden die Entwürfe öffentlich ausgestellt. Anschließend konnten Bürgerinnen und Bürger über die Vorschläge abzustimmen. Knapp 900 Stimmen wurden abgegeben, 430 davon entfielen auf das „Stadttor“ von Simone Neßlinger und Rebecca Erhardt. Die Umsetzung des Kunstwerks erfolgt in Zusammenarbeit mit regionalen Handwerksbetrieben, Vertretern der Stadt und dem städtischen Bauhof. Die Finanzierung übrnehmen die VolkswagenStiftung und die Willibald Schmidt Stiftung aus Beilngries.