Die Arbeit der Bauhöfe geschieht meist im Verborgenen. Winterdienst in den frühen Morgenstunden, Straßenreinigung, Grünpflege im Eichstätter Hofgarten und auf öffentlichen Flächen, Baum- und Heckenschnitt, die Instandhaltung von Straßen und Wegen, die Pflege von Spielplätzen – vieles wird im Alltag kaum bewusst wahrgenommen oder als selbstverständlich hingenommen. Genau hier setzt das Projekt „bauHÖFLICHE Grüße“ an: Es will diese wichtigen kommunalen Dienste sichtbar machen und die Menschen würdigen, die mit ihrer Arbeit das öffentliche Leben täglich mittragen.
„Mit der Ausstellung setzen wir ein wertschätzendes Zeichen des Miteinanders. Sie lädt dazu ein, kommunale Infrastruktur neu zu betrachten – nicht nur als funktionale Notwendigkeit, sondern als sichtbaren Ausdruck von Gemeinsinn und nachhaltiger Verantwortung“, sagt Petia Knebel, Akademische Direktorin an der Professur für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik der KU. Gemeinsam mit Kerstin Muhr, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Diplom-Designerin, hat sie das Projekt konzipiert und umgesetzt. Unterstützt wird das Projekt im Rahmen der Förderlinie „Gesellschaftliche Transformation“ durch die Volkswagenstiftung.
In Zusammenarbeit mit den Bauhöfen der Stadt und des Landkreises Eichstätt haben sich Studierende künstlerisch mit einem Themenfeld auseinandergesetzt, das sonst selten im Fokus ihres Studiums oder ihres Alltags steht: Grundlage der Arbeiten waren Gespräche mit Mitarbeitenden, Beobachtungen vor Ort und die Auseinandersetzung mit Materialien und Arbeitszusammenhängen aus den Bauhöfen. So entstanden Werke, die nicht nur dokumentieren, sondern kommunale Arbeit aus neuen Perspektiven betrachten.
Die Ausstellung versammelt Malereien, Graffiti-Arbeiten, künstlerisch bearbeitete Arbeitsjacken, Blumen aus Keramik, große Pflanzen aus Papier sowie Installationen. Auch originale Verkehrsschilder und weitere Materialien aus den Bauhöfen wurden in die Präsentation einbezogen. Die Werke zeigen die Vielfalt der Arbeitsfelder und lenken den Blick auf deren gesellschaftliche Bedeutung. Zugleich stellen sie die Tätigkeiten in einen größeren Zusammenhang von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit. Im Rahmen des Projekts besuchten Studierende zunächst den Stadtbauhof Eichstätt. Dort erhielten sie Einblicke in Arbeitsabläufe, Maschinen und die Breite der Aufgaben – von Winterdienst und Straßenreinigung über Grünpflege, Bepflanzung und Wegeunterhalt bis zur Unterstützung bei Stadtfesten. „Diese Erfahrungen prägten die künstlerische Auseinandersetzung maßgeblich“, sagt Petia Knebel.
Information zur Ausstellung
Die Ausstellung „bauHÖFLICHE Grüße“ ist bis 30. Oktober 2026 im Gebäude Marktplatz 7 in Eichstätt zu sehen. Geöffnet montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr (außer an Feiertagen).
Text und Fotos: Christian Klenk