Geschichte der Hochschulbildung in Eichstätt und Ingolstadt

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ging hervor aus der Bischöflichen Philosophisch-Theologischen Hochschule (seit 1924) und der 1958 – auf Beschluss der bayerischen Bischöfe gegründeten – Pädagogischen Hochschule Eichstätt. 1972 wurden die beiden kirchlichen Hochschulen in Eichstätt sowie neueingerichtete Fachhochschulstudiengänge zu einer Gesamthochschule vereinigt. 1980 wurde daraus die Katholische Universität Eichstätt um im Jahr 2001 wurde der Name um Ingolstadt ergänzt.

Die Entwicklung der KU beginnt in Eichstätt mit der mittelalterlichen Domschule und erlangt im 16. Jahrhundert mit dem Collegium Willibaldinum einen ersten wissenschaftlichen Höhepunkt.

Das Collegium ist das erste in Folge des Konzils von Trient nördlich der Alpen gegründete akademische Priesterseminar. Diese Tradition reicht über ein Jesuitenseminar, ein Fürstbischöfliches Lyzeum und eine Philosophisch-Theologische Hochschule bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ein zweiter Strang ist die Lehrerausbildung, die mit der Gründung der bischöflichen theologischen Hochschule 1958 zur ersten bayerischen Hochschuleinrichtung in Trägerschaft der bayerischen Bischofskonferenz führt. Beide Stränge werden 1972 in der Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt verbunden, die 1980 zur Katholischen Universität erhoben wird. 1990 wird in Ingolstadt die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät eröffnet. Damit wird die große Nachbarstadt von Eichstätt nach 188 Jahren wieder Universitätsstadt.

Das Bischöfliche Priesterseminar besteht als eigenständige Ausbildungsstätte bis heute weiter. Die 1472 in Ingolstadt gegründete Bayerische Landesuniversität zieht 1802 nach Landshut und befindet sich seit 1810 als Ludwig-Maximilians Universität in München. Während ihrer Ingolstädter Zeit ist sie mit Eichstätt durch den Austausch von Dozenten und die gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse verbunden.

Collegium Willibaldinum und Jesuitengymnasium ab 1564

Schaumberg
Fürstbischof Martin von Schaumberg
  • Das Collegium Willibaldinum wurde 1564 von Bischof Martin von Schaumberg als erstes tridentinisches Seminar in Deutschland (und als Zweites weltweit nach Rieti) gegründet.
  • Das Hauptmotiv für die Gründung durch Fürstbischof Martin vom Schaumberg war die "Sorge um den Erhalt des katholischen Glaubens in Deutschland, das Bemühen um dessen Schutz gegen die Invektiven der neuen Häresien, sowie um eine Behebung der moralischen und eruditiven Mängel im Diözesanklerus jeden Ranges."  
  • Schaumberg wollte die katholische Ausbildung der Heranwachsenden auf die Disziplinen der "Artes liberales", die "Sacrae litterae" und die Kirchenpraxis gründen, um damit den größten Effekt für die Pfarreien und die "cura animarum" in der Eichstätter Diözese zu erzielen.  
  • Der Lehrplan entsprach einer Philosophischen und Theologischen Universitätsfakultät, diese Gleichwertigkeit wurde 1565 durch einen Privilegienbrief des Herzogs Albrecht V. bestätigt. Ebenfalls seit 1565 bestand ein Inkorporationsvertrag mit der Artistenfakultät in Ingolstadt, wonach die Studien in den benachbarten Hochschulstandorten gleichgestellt wurden .
  • Das Professorenkollegium bestand aus Weltpriestern, die anfänglich aus Ingolstadt, später vom Germanicum in Rom berufen wurden, und z.T. bereits als Zöglinge das Seminar besucht hatten. Problematisch war allerdings die hohe Personalfluktuation, die trotz guter Bezahlung bestand.
  • Herausragende Professoren der Frühzeit waren u.a.Wolfgang Holl (später Weihbischof), Johann Ertlin (später Weihbischof in Bamberg), Johann Heiß, Peter Stevart, Robert Turner und Friedrich Staphylus (Regens von 1593 bis 1614).
  • Nach dem Tod des Gründers und Mentors Martin von Schaumberg im Jahre 1590 geriet das Seminar in eine finanzielle Krise, die bald seine Existenz in Frage stellte.
  • 1602 wurde das Collegium Willibaldinum auf eine bloße Lateinschule beschränkt .
  • 1614 stellt das Ende des tridentinischen Seminars dar. Die Gründe hierfür lagen in der mangelhaften Finanzierung und im raschen Wechsel der Professoren.
  • Infolge der Säkularisation des Hochstifts löste sich das Collegium 1806 allmählich als Priesterbildungsstätte auf, nachdem die Jesuiten es bereits 1773 hatten aufgeben müssen.
  • Bischof Martin von Schaumberg hatte bei Gründung des Collegium Willibaldinum als Erster in Deutschland die Vorgaben des tridentinischen Konzils berücksichtigt (relevant war hierfür der Beschluss Priesterseminare einzurichten um eine bessere Ausbildung der Seelsorger gewährleisten zu können: also Ausbildungsstätte für angehende Kleriker). Darüber hinaus wurde es auch allen anderen Interessierten als Fortbildungsstätte ans Herz gelegt .
  • Unverrückbare Forderung des Tridentinums war: die Bildung der Priester gehört zu den Rechten und Pflichten eines jeden Bischofs, und muss daher am Bischofssitz erfolgen.

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Jesuitengymnasium und Lyzeum 1774 bis 1807

Graf von Reisach
Bischof Karl August Graf von Reisach
  • Bischof Karl August Graf von Reisach war ein "ungewöhnlich energischer und konfliktbereiter Geistlicher" , der zudem einen pragmatischen Lösungsansatz verfolgte.
  • Er pochte auf die Bewahrung der Eigenständigkeit der Kirche sowie auf die deutliche Abgrenzung gegenüber dem Staat  . Die stufenweise Verwirklichung seiner Ideen sah so aus: Zunächst wollte er für ausreichende Geldmittel sorgen um unabhängig von staatlichen Zuschüssen und damit auch Beeinflussung zu sein. Um dies zu erreichen gründete er den St. Willibald-Verein. Zudem wollte er das "krankende"  Priesterseminar um ein Knabenseminar ergänzen. Als nächsten Schritt plante der Bischof den Aufbau eines Lyzeums. Sein gesamter Plan sah also ein aus mehreren Teilen bestehendes Bildungsprogramm vor, welches sich an die Regelungen des Tridentinums anlehnte.
  • Bischof von Reisach gründete den St. Willibald-Vereins, wobei er jährliche Einnahmen von 20.000 bis 30.000 Gulden einkalkulierte, die allerdings nur in den Spitzenjahren erreicht wurden. Trotz geringerer Einkünfte als geplant, blieb der Verein bis zur Einführung der Kirchensteuer nach dem Ersten Weltkrieg die wichtigste Einkommensquelle des Seminars . 
  • Der nächste Schritt war die Wiederbegründung des Knabenseminars, wobei sowohl Leitung als auch Organisation allein bei Bischof von Reisach liegen sollten.
  • Das Knabenseminar konnte am 08.11.1838 eröffnet werden und war untrennbar mit dem Priesterseminar verbunden.
  • Bischof Reisach erreichte 1843 mit Zustimmung des bayerischen Königs Ludwig I. die Errichtung eines "Lyzeums mit dem Charakter einer öffentlichen Anstalt" . Bedingung zur Wiedererrichtung war, dass es zwar "eine kirchliche Anstalt sei, aber zugleich den Charakter einer öffentlichen Anstalt in dem Sinne genießen [solle], daß die Studien an demselben den Studien an anderen Lyceen gleichgestellt werden" . Die staatliche Anerkennung wurde im November vom Münchner Innenministerium offiziell bestätigt. 
  • Bischof und Stadtmagistrat versuchten gemeinsam die Wiedereinrichtung des Knabenseminars und des Lyzeums zu erreichen . Die Hauptargumente dafür waren die Sorge um genügend und gut ausgebildeten Klerikernachwuchs sowie die Hoffnung, der Stadt Eichstätt wieder "Zentralität"  zurückzugeben.  
  • Eichstätt wäre nämlich nach dem Strukturplan von 1833 der einzige Bischofssitz ohne Hohe Schule gewesen, da für Eichstätt kein Lyzeum vorgesehen war.
  • Um das Lyzeum realisieren zu können versuchten sowohl Bischof als auch Magistrat für genügend eigene Geldmittel zu sorgen, da staatliches Engagement nicht gewünscht war. 
  • Diese Bemühungen begannen mit einem Brief des Ordinariats an König Maximilian I. im April 1824 - wobei hierauf weder eine Zusage noch Absage erreicht werden konnte. Bis zum Tode Maximilians I. konnte keine Einigung erzielt werden.
  • Neuer König wurde Ludwig I. welcher der "Revision der schlimmsten Folgen der Säkularisatin durchaus aufgeschlossen " gegenüber stand. Aber auch unter Ludwig I. gerieten die Gespräche bald ins Stocken.
  • Die Priesterausbildung wurde vom Bischof von Wettstetten auf die Societas Jesu übertragen. Die Finanzierung betrug 3000 Gulden im Jahr. Die Jesuiten mussten selber Lehrkräfte berufen und sich an der Seelsorge beteiligen. In weiser Voraussicht gab es bei der Übergabe einen Passus, dass das Seminar an den Bischof zurückfiele, sofern das Kolleg aufgehoben würde, oder der Orden wegginge.
  • Die Übernahme durch die Jesuiten war zwar sehr positiv für das akademische Gymnasium, dahingegen sah die Entwicklung für das Seminar sehr negativ aus. Dieses hing u.a. damit zusammen, dass der Orden sämtliche zur Verfügung stehenden Mittel ausschließlich für das Kolleg einsetzte und daher keine Gelder für das Seminar übrig blieben.
  • Nach der Auflösung des Jesuitenordens im Jahre 1773 gelang es genau 10 Jahre später schließlich Bischof Johann Anton II. von Zehmen das Willibaldinum wieder zurückzuerlangen.
  • Am 26.11.1783 wurde die Zusammenführung mit dem Alumnenseminar gefeiert
  • Obwohl das Priesterseminar nach 1783 "modernisiert" wurde und eine Abkehr vom "traditionellen tridentinischen Seminarmodell"  zu einem Pflichtseminar stattfand; geriet die Ausbildung im 19. Jahrhundert in eine schwere Krise.
  • 1802 wurde das Hochstift im Zuge der Säkularisation aufgehoben, es folgte eine dreijährige toskanische Herrschaft durch den Kurfürsten von Salzburg und im Jahre 1806 fiel das Bistum endgültig an das Königreich Bayern.
  • Die Konsequenz aus dieser Eingliederung war die Einordnung des akademischen und gymnasialen Bereichs in das bayerische System. Die Folge daraus war, dass bereits ein Jahr später im Oktober 1807 das akademische Gymnasium aufgehoben wurde.
  • Als Nachfolgeeinrichtung des Gymnasium erhielt Eichstätt eine sechsklassige Königliche Studienschule mit vier Professoren, welche 1816 in eine Königliche Lateinschule umgewandelt wurde.

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Philosophisch-Theologische Hochschule ab 1843

  • Das Priesterseminar sollte von US-Militärs beschlagnahmt werden, um als Lazarett verwendet werden zu können. Es gelang jedoch dies in letzter Minute abzuwenden.
  • Die Erlaubnis zur Wiederaufnahme der Vorlesungen wurde zunächst nicht erteilt, hierfür wird in erster Linie die Anwesenheit von ca. 100 aus Litauen vor der Roten Armee geflüchteten Theologiestudenten verantwortlich gemacht. Diese machten 1945 über 75 % der Gesamtstudenten in Eichstätt aus. Da Litauen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder unter Moskaus Herrschaft geriet, schienen anderenfalls Probleme mit der Sowjetunion unausweichlich.
  • Schließlich konnte dann aber am 08.10.1945 der Vorlesungsbetrieb mit insgesamt 189 Theologiestudenten wieder aufgenommen werden.
  • Mit dem Untergang des NS-Regimes konnte auch der frühere rechtliche Charakter der Hochschule wiederhergestellt werden. Die staatliche Anerkennung bestand nun im Nachkriegsdeutschland ab dem 07.03.1946 wieder; und am 29.08. wurden auch die finanziellen Zuschüsse vom Staat wieder bewilligt.
  • Durch Zerstörungen in München und Würzburg wurden 1000 Studenten anderer Universitäten in Eichstätt aufgenommen, so dass bald noch viele andere Fachrichtungen außer der Theologie in Eichstätt vertreten waren (wie z.B. Medizin, Jura, Naturwissenschaften, Forst- und Landwirtschaft und Kunstwissenschaft). Dieses war jedoch nur eine Übergangslösung bis die anderen bayerischen Universitäten wiederaufgebaut waren. Ab 1952 waren die Theologiestudenten in Eichstätt schließlich wieder unter sich.
  • 1948 verstarb Bischof Michael Rackl als Bischof von Eichstätt folgte Dr. Joseph Schröffer.
  • Als Folge der Umorientierung der Gesellschaft in der Nachkriegszeit begann Anfang der 60er Jahre die Nachwuchssorgen im Priesteramt.
  • Der Michael-Germanicus Brief ist nach seinem Unterzeichner benannt.
  • Dieser Brief entstand kurz nach Goebbels Rede vom 28.5.1937, in welcher der Propagandaminister auf die päpstliche Enzyklika "Mit brennender Sorge" aus dem März reagierte.
  • Er war ein offener Brief an Goebbels und erschien in mehreren deutschen Städten zugleich. Goebbels wird in diesem entlarvt ein Lügner zu sein. Zudem brandmarkt der Verfasser, dass in Deutschland keine Art von Justiz mehr existiere .

"Apostel Paulus trat dafür ein, daß die Nichtjuden in religiöser Hinsicht die gleichen Rechte haben wie die Juden. [...] Heutzutage verpflichtet der paulinische Satz den Christen, nicht zu vergessen, daß auch die Juden religiöse Rechte haben. Und deswegen bedeutet es für den katholischen Bischof einen Gewissenskonflikt, wenn er in irgend einer Form sagen soll, der Jude sei in religiöser Hinsicht ein Mensch zweiter oder dritter Klasse oder sei gar rechtlos. Hier liegt der Grund, warum ich mich als Bischof so schwer entschließen kann, den Professoren meiner Hochschule, die eine kirchliche Anstalt ist, die Verpflichtung des Ariernachweises aufzuerlegen".

  • 1932 wurde Dr. Konrad Graf von Preysing-Lichtenegg-Moos Bischof von Eichstätt.
  • Bischof Preysing war ein entschiedender Gegner des Nationalsozialismus  , deshalb wurden Treuekundgebungen von Anfang an stets abgelehnt. Preysing war sich sicher, dass das anfängliche Entgegenkommen der Nationalsozialisten in Bezug auf die Kirche nicht ernst gemeint war.
  • Preysing war mit dem in Eichstätt wirkenden Kapuzinerpater Ingbert Naab befreundet, welcher wiederum ein scharfsichtiger und hartnäckiger Gegner des Nationalsozialismus war.
  • Die Professoren der kirchlichen Hochschule waren der gleichen Gesinnung wie Preysing und Naab. Um dies deutlich zu machen sei erwähnt, dass der Autor des sogenannten "Michael-Germanicus-Briefes" der Eichstätter Professor für Kirchenrecht und Fundamentaltheologie Dr. Josef Lechner (1893-1954) war.
  • Rektor und Regens Michael Rackl lehnte einvernehmlich mit Bischof Graf von Preysing im Juli 1933 die vom NS-Regime geforderte Erfassung der Studenten ab. Verhandlungen des Vatikanischen Staatssekretariats mit dem Reichsinnenministerium erreichten, dass römisch-katholische Priesteramtskandidaten und Ordensleute zunächst vom SA- und studentischem Arbeitsdienst befreit wurden, und stattdessen eine "Samariter- und Sanitätsausbildung" unter Anleitung der Bischöfe durchliefen . Diese Befreiung blieb bis Ende Juni 1935 in Kraft.
  • Eine große Sorge in Eichstätt war die sogenannte "Fachschaft", die an allen Hochschulen gegründet werden musste. Ihre Aufgabe war sowohl die politische Bildung und Schulung der Studenten als auch die Hinführung zu einer "künftigen Tätigkeit im Sinne des nationalsozialistischen Staatsganzen" . Diese Aufgabe sollte sowohl durch Schulungsabende als auch durch Gruppenarbeit erfüllt werden. Bischof Preysing allerdings wandte sich energisch gegen diese "Angebote" der NS-"Fachschaft" und konnte erreichen, dass in Eichstätt keine Fachschaftsarbeit stattfand.
  • Als Bischof Preysing 1935 nach Berlin abberufen wurde und Michael Rackl seine Nachfolge antrat verschärfte sich die Situation für die Eichstätter Hochschule noch weiter. 
  • Im Januar 1936 bekam die Hochschule die Mitteilung, dass sie ab dem Sommersemester keine staatlichen Zuschüsse mehr erhielte. De facto liefen die Zahlungen aber noch bis November 1939 weiter. Ab diesem Zeitpunkt mussten die Gehälter der Professoren von der Diözese gezahlt werden.
  • Mit Verweis auf diesen Wegfall der Zuschüsse wurde der kirchlichen Hochschule im Oktober 1940 die staatliche Anerkennung entzogen (welche seit Gründung des Lyzeums bestanden hatte) .
  • Dadurch durfte der im Oktober 1940 genehmigte Studienurlaub für Wehrmachtsangehörige zum Abschluss der Ausbildung bzw. Ablegung von Prüfungen nicht in Eichstätt verbracht werden. Als Reaktion darauf traten die verbliebenen Eichstätter Studenten am 07.06.1941 aus der Deutschen Studentenschaft aus.
  • Die vom NS-Regime geforderten "Ariernachweise" der Professoren wurden zunächst nicht kontrolliert, bis sich Bischof Rackl 1938 diesem nicht mehr entziehen konnte. Michael Rackl begründete sein Zögern in dieser Frage gegenüber dem Kultusministerium mit dem Bezug auf den Satz vom Apostel Paulus: "Es ist kein Unterschied zwischen Juden und Christen".
  • Letztendlich gestatte der Bischof jedoch die Abgabe der Erklärung, da "augenblicklich staatliche und kirchliche Rechtsauffassung grundsätzlich verschieden" ausfielen, und außerdem alle "Professoren [...] deutscher Abstammung seien".
  • Vorgänger der Philosophisch-Theologischen Hochschule war das 1843 von Bischof Karl August von Reisach gegründete kirchliche Lyzeum in Eichstätt.
  • Unabhängig von der kirchlichen Trägerschaft stellen die akademischen Lyzeen in Bayern eine besondere Art der Hochschule dar, die es so nur hier gab. Zum einen standen sie auf der Hierarchieebene zwischen Gymnasium und Universität und zum anderen waren sie nach dem " Muster der katholisch-theologischen und philosophischen Fakultäten von Universitäten aufgebaut ". Zwar standen sie offiziell allen Studenten offen, in der Praxis wurden sie jedoch während des 19. Jahrhunderts immer stärker zu Schulen für den Priesternachwuchs .
  • Um diesem Faktum Rechnung zu tragen, wurden die akademischen Lyzeen 1923 in Philosophisch-Theologische Hochschulen umbenannt, während Eichstätt die Umbenennung ihres kirchlichen Lyzeums erst ein Jahr später vollzog.

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Kirchliche Pädagogische Hochschule ab 1958

Fleischmann
Alfons Fleischmann
  • Im Juni 1958 beschloss die Freisinger Bischofskonferenz eine "Kirchliche Pädagogische Hochschule" in Eichstätt (PHE) in Eichstätt zu gründen.
  • Das Episkopat entschied am 02.07.1958 über die Gründung der kirchlichen PHE.
  • Grund war wohl die Lücke in der Ausbildung des katholischen Lehrernachwuchses, außerdem sollte die Pädagogische Hochschule die Aufgabe der klösterlichen Lehrerbildungsinstitute zentral übernehmen, diese wurden aufgrund der Umstellung zur Ausbildung auf Hochschulbasis geschlossen.
  • Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus genehmigte die PHE am 31.10.1958 und stellte sie damit den staatlichen Pädagogischen Hochschulen gleich. Allerdings war die kirchliche PHE aufgrund ihrer Trägerschaft eine private Hochschule und damit eigenständig.  Daher war sie auch nicht wie die anderen Hochschulen an eine Landesuniversität gebunden.
  • Kanzler der Pädagogischen Hochschule war der Diözesanbischof.
  • Am 04.11.1958 wurde die Hochschule von Dr. Joseph Schröffer eröffnet und nahm den Lehrbetrieb mit 123 Lehramtsstudenten auf.
  • Die Probleme des Studienortes Eichstätt stellten sich wiefolgt dar: Streuung der Hörsäle, Mangel an Wohnheimen und eine fehlende Mensa. All diese Probleme konnten jedoch im Laufe der 60er Jahre entschärft werden.
  • Es kam zu einer rasanten Zunahme der Lehramtsstudenten und damit verbunden auch mit einer ständigen Erweiterung des Lehrkörpers.
  • Ab 1968 wurde die Stiftung PHE Träger der Hochschule .
  • Ab 1969 fanden auch Veranstaltungen über evangelische Theologie und Religionspädagogik in Eichstätt statt, da inzwischen auch mehrere evangelische Studenten hier studierten,
  • Ziel der Hochschule war es, Lehrer heranzubilden, die geeignet und bereit waren, im "Geiste des katholischen Glaubens, mit innerer Hingabe, fachlichem Wissen und Können und sittlichem Verantwortungsbewußtsein zu unterrichten und zu erziehen".

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Gesamthochschule Eichstätt ab 1972

  • Im Mai 1972 beschloss die Freisinger Bischofskonferenz unter dem Münchner Erzbischof Julius Kardinal Döpfner die Philosophisch-Theologische Hochschule und die Kirchliche Pädagogische Hochschule zu einer "Kirchlichen Gesamthochschule" zu verbinden.
  • Ende September wurde dann die staatliche Genehmigung für Bau und Betrieb der kirchlichen Gesamtschule unter Prof. Dr. Hans Maier, dem Staatsminister für Unterricht und Kultus erteilt.
  • Ein wichtiger Grund für das Zusammenlegen der beiden Eichstätter Hochschulen war die durch den Bayerischen Staat beschlossene Integration der Pädagogischen Hochschulen an die jeweilige Landesuniversität. Da dies für die PHE aufgrund ihres kirchlichen Charakters nicht möglich war, wurde als Ausweg die Errichtung der Gesamthochschule Eichstätt (GHE) realisiert. 
  • Die Gesamthochschule bestand nun zunächst aus zwei Teilen: zum Einen aus dem Fachbereich Katholische Theologie (frühere Philosophisch-Theologische Hochschule) und zum Anderen aus dem erziehungswissenschaftlichen Fachbereich (frühere Pädagogische Hochschule), wobei die Studienordnungen für beide Fachbereiche bestehen blieben.
  • Neuaufgenommen wurde hingegen der "Fachbereich Fachhochschulstudiengänge". Dieser bestand aus der "Religionspädagogik" sowie dem "Sozialwesen".
  • Seit Gründung der GHE befand sie sich in Trägerschaft der Stiftung, welche am 21. August 1972 durch Umwandlung der PHE Stiftung staatlich anerkannt wurde . Die Stiftung gliederte sich in den Stiftungsrat als beschließendes sowie den Stiftungsvorstand als ausführendes Organ .
  • Aus der Pädagogischen Hochschule ging der Fachbereich "Phil. I" (Ausbildung Lehrer von nichtgymnasialen Schularten) hervor, 1975 dann auch "Phil. II" - Angehörige mussten dem Anforderungsprofil für Universitätsprofessoren entsprechen, außerdem waren sie zu Forschung und Lehre nach Modus der Universitäten verpflichtet.
  • Phil. II wurde zum Motor des raschen Ausbaus: aus ihr entstanden in kurzer Zeit Ansätze zur Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftlicher Fakultät, zur Sprach- und Literaturwissenschaftlichen sowie Mathematisch-Geographischen Fakultät. 

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