Neuerscheinungen

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Buchpräsentation "Dinkelsbühl"

Dinkelsbühl
v. l.: OB Dr. Christoph Hammer, Prof. Dr. Sabine Ullmann, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Prof. Dr. Ferdinand Kramer

Stellvertretend für die erkrankte Autorin Dr. Teresa Neumeyer M.A. präsentierte Prof. Dr. Sabine Ullmann in Dinkelsbühl gemeinsam mit der Stadt Dinkelsbühl, vertreten durch ihren Bürgermeister Dr. Christoph Hammer und der Historischen Kommission von Bayern, vertreten durch ihren 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Ferdinand Kramer den Band „Dinkelsbühl“ aus der Reihe des Historischen Atlas von Bayern.

In ihrer an der Professur für Vergleichenden Landesgeschichte und Geschichte der Frühen Neuzeit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt entstandene Dissertation untersuchte Dr. Teresa Neumeyer die komplexe Herrschaftsgeschichte im Altlandkreis Dinkelsbühl in Mittelfranken. In der Tradition des von der Historischen Kommission von Bayern herausgegebenen Atlaswerkes gliedert sich der 680seitige Band in vier Hauptteile. Nach einem historischen Überblick über die Entstehung der Herrschafts- und Kirchenverhältnisse seit dem Mittelalter, folgt ein Kapitel über die strittige Landeshoheit in dem untersuchten Raum. Über einen praxeologischen und diskursanalytischen Ansatz rekonstruiert die Autorin die umstrittenen Rechtsverhältnisse in der Vormoderne. Im Zentrum stehen dabei u.a. die Vorstellungen und Zuschreibungen verschiedenster Akteure im Streit um den Anspruch auf „Landeshoheit“. Darauf folgen zwei weitere Großkapitel mit umfassenden Verwaltungs-, Ämter-, Kirchen- und Ortsstatistiken am Ende des Alten Reiches (1792) sowie eine Beschreibung der Verwaltungsstruktur seit der preußischen Ära.

Mit ihrem Werk legt Dr. Teresa Neumeyer nicht nur ein für die Landes- und Stadtgeschichte wichtiges Nachschlagewerk vor, sondern gibt auch für die wissenschaftliche Erforschung der Verfassungs- und Rechtsgeschichte in Regionen des Alten Reiches mit geringer territorialer Integrität wie in Franken wichtige Impulse.

"Handbuch Landesgeschichte"

Handbuch Landesgeschichte

Prof. Dr. Sabine Ullmann hat, zusammen mit Prof. Dr. Christine Reinle, Prof. Dr. Werner Freitag und Prof. Dr. Michael Kissener, das „Handbuch Landesgeschichte“ herausgegeben. Es behandelt erstmals regional- und länderübergreifend die politische Raumentwicklung der deutschen Geschichte in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Ost und West, Nord und Süd, zwischen gewerbereichen und eher ländlichen Gebieten, zwischen Räumen kleineren und größeren Zuschnitts.

Dabei sprechen die Autoren/Innen nicht nur vom Raum, sondern auch von Land, Region, Landschaft oder von mental-maps. Diese keineswegs als Synonyme zu verstehenden Begriffe stehen für unterschiedliche methodische Zugriffe der insgesamt 22 Beiträge. Die Länder und Regionen werden in Abhängigkeit vom Forschungsstand, aber auch davon, ob sie eine spezifische politische, wirtschaftliche, soziale oder konfessionelle Struktur aufweisen, vergleichend untersuchtJeweils zwei Autoren bilden ein Tandem, indem sie ihre jeweilige Region unter einer Themenstellung behandeln und die Ansätze und Ergebnisse ihres Vergleichs in einem gemeinsamen Einleitungsteil bilanzieren. Daneben wird das Fach Landesgeschichte eingehend methodisch und konzeptionell reflektiert.

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"Jahrbuch für Regionalgeschichte"

Jahrbuch für Regionalgeschichte

Mit einem Themenschwerpunkt zur Nutzung und Wahrnehmung von Straßen und Wegen (1100-1800) ist der 36. Band des Jahrbuchs für Regionalgeschichte neu erschienen. Dr. Alexander Denzler fungiert als Gastherausgeber des Themenbandes und Mitautor eines Beitrags über die Straßen und Brücken der Reichsstadt Nürnberg um 1550. Historiker/Innen, aber auch Vertreter/Innen der Kunstgeschichte, Archäologie und der germanistischen Mediävisitik setzen sich daneben mit den - in der Vormoderne real exisitierenden oder (literarisch) imaginierten - Straßen und Wegen Böhmens, Gotlands, Italiens und weiterer Teile Europas und der Welt auseinander.

Veröffentlichungen

Titelbild

Der Sammelband "Juden und Christen als Akteure in Konflikten um materielle Ressourcen in der Vormoderne (Aschkenas. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden, Bd. 23 (2013), Heft1-2). Hg. Sabine Ullmann, Berlin/Boston 2014“ basiert auf Vorträgen, die im Rahmen einer Sektion der Geselllschaft für Erforschung der jüdischen Geschichte e.V. (GEGJ) auf dem 49. Deutschen Historikertag in Mainz im Jahr 2012 gehalten wurden. 

Juden in Schwaben

Sammelband Die Juden in Schwaben (Studien zur jüdischen Geschichte und Kultur in Bayern 6). Hgg.  Michal Brenner/Sabine Ullmann, München 2013.

Schwaben gehörte seit den ersten Siedlungsnachweisen im Spätmittelalter mit dem Mittelpunkt in Augsburg zu den bedeutendsten jüdischen Landschaften Deutschlands. Der Band vereint die Beiträge mehrerer Autorinnen und Autoren, die ihre Ergebnisse einem breiten, interessierten Lesepublikum vorstellen. Beginnend mit einem Blick in die ersten städtischen Gemeinden im 14. Jahrhundert werden die Ansiedlung auf dem Land während des 16. Jahrhunderts sowie die Rückkehr in die Städte im 19. Jahrhundert beleuchtet. Ein weiterer Fokus liegt auf der Vernichtung jüdischer Existenz in der NS-Zeit sowie auf den Entwicklungen in der Nachkriegszeit bis hin zur Situation der jüdischen Gemeinde Augsburgs in der Gegenwart. Beleuchtet werden bei diesem Gang durch die Jahrhunderte sowohl die politischen und sozialen als auch die wirtschaftlichen Aspekte der jüdischen Geschichte Schwabens

Geschichte in Räumen

Sammelband Geschichte in Räumen. Festschrift für Rolf Kießling zum 65. Geburtstag. Hgg. Johannes Burkhardt/Thomas Max Safley/Sabine Ullmann, Konstanz 2006. 

Aus Anlass des 65. Geburtstages von Rolf Kießling, der von 1994 bis 2006 den Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg innehatte, haben Kollegen, Freunde und Schüler ihm den vorliegenden Band gewidmet. Die Beiträge knüpfen an die Forschungsprojekte an, die in der Augsburger Landesgeschichte im Zentrum stehen, sie berühren zugleich wichtige Bereiche der aktuellen Mittelalter- und Frühneuzeitforschung. Behandelt werden von den einzelnen Autoren Diskurse über die Konfessionalisierung bzw. die Frömmigkeitsgeschichte, die Protoindustrialisierung, die Urbanisierung auf der Ebene der Kleinstädte und Märkte, die ländliche Gesellschaftsordnung sowie die jüdische Geschichte. Immer wieder stehen dabei Aspekte der Augsburger Stadtgeschichte im Zentrum. Zugleich werden Rolf Kießlings Beiträge zu den aktuellen methodischen Debatten in der Landesgeschichte aufgegriffen.

Titelbild

Sammelband Das Reich in der Region während des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit. Hgg Rolf Kießling/Sabine Ullmann (Forum Suevicum. Beiträge zur Geschichte Ostschwabens und der benachbarten Regionen 6), Konstanz 2005.

Der Tagungsband ergänzt das Modell des Alten Reiches als komplexer funktionsfähiger Verband um eine neue Perspektive, indem er die Reichsverfassung von unten, aus ihrer regionalen Verankerung beschreibt. Bekannt ist die hohe Konzentration an Herrschaftsformen in der Region Schwaben, die zur klassischen Reichsklientel gezählt werden - die Reichsstädte, die Reichsgrafen und die Reichsritterschaft. Weniger bekannt hingegen ist eine Vielzahl weiterer Faktoren - die personalen Beziehungen zwischen Reich und Region, die Verfassungsstrukturen, die in regionalem Kontext am Beispiel der Reichsgerichte betrachtet werden sowie die reichsrechtlichen Normen und ihre Umsetzung über den Schwäbischen Reichkreis. 

Titelbild

Sammelband Nachbarn, Gemeindegenossen und die anderen. Minderheiten und Sondergruppen in Landgemeinden Oberschwabens während der Frühen Neuzeit. Hgg. André Holenstein/Sabine Ullmann (Oberschwaben – Geschichte und Kultur 12), Epfendorf 2004.

Seit dem späteren 16. Jahrhundert waren die Landgemeinden als Folge der Konsolidierung des Territorialstaates, der sozialen Differenzierung der Bevölkerung, der Konfessionalisierung und der dadurch ausgelösten Migrationsbewegungen einem erhöhten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Druck ausgesetzt, der ihre Integrationskraft erheblich belastete. Die gezielte Peuplierungspolitik der Herrschaft brachte Fremde in die Dörfer. So entstanden etwa die sog. Judendörfer oder Orte, wo die aus Frankreich vertriebenen Hugenotten Zuflucht fanden. Die Hauptrolle in der frühneuzeitlichen Fremdenpolitik spielten die Gemeinden, die letztlich bestimmten, wer als Fremder oder als Einheimischer galt, auch wenn die Obrigkeiten in der Frühen Neuzeit zunehmend versuchten, auf dem Wege der Policey-Gesetzgebung und der Verwaltung die Entscheidungen an sich zu ziehen. Angesichts der Diskrepanz zwischen einer relativ weit fortgeschrittenen Theoriebildung und dem Mangel an empirischen Untersuchungen in der Randgruppen- bzw. Minderheitenforschung, liegt der Schwerpunkt der Beiträge zu diesem Band auf der gemeindlichen Praxis im Umgang mit Minderheiten.

Titelbild

Sammelband Landjudentum im deutschen Südwesten während der Frühen Neuzeit. Hgg. Rolf Kießling/Sabine Ullmann (Colloquia Augustana 10), Berlin 1999.

In der Historiographie der letzten Jahre konnten aufgrund des Perspektivenwechsels vom urbanen Judentum des Mittelalters zum frühneuzeitlichen Landjudentum viele gängige Vorstellungen christlich-jüdischer Geschichte revidiert und neue Sichtweisen im Hinblick auf den sozialen Status und das qualitative Verhältnis zwischen Juden und ihrer nichtjüdischen Umwelt erbracht werden. Der Band schließt an den Band 2 derselben Reihe (Judengemeinden in Schwaben im Kontext des Alten Reiches, herausgegeben von Rolf Kießling, Berlin 1995) direkt an. 

Titelbild

Sammelband Ehrkonzepte in der Frühen Neuzeit. Identitäten und Abgrenzungen. Hgg. Sibylle Backmann/Hans-Jörg Künast/Beverly Ann Tlusty/Sabine Ullmann (Colloquia Augustana 8), Berlin 1998.

Ehre ist eine zentrale Kategorie für die Analyse frühneuzeitlicher Lebenswelten. Durch unterschiedliche Vorstellungen von Ehre konstituierten die Menschen dieser Epoche ihre Identität. Die Studien des Bandes befassen sich mit den Ehrbegriffen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen im geographischen Vergleich sowie männlichen und weiblichen Ehrkonnotationen. So leistet der Band einen Beitrag im Diskurs über den Ehrbegriff innerhalb der Kultur- und Sozialgeschichtsforschung.

Lange Bank

Habilitation Geschichte auf der langen Bank. Die Kommissionen des Reichshofrats unter Kaiser Maximilian II. (1564-1576) (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Abteilung für Universalgeschichte 214), Mainz 2006.

Die kaiserlichen Kommissionen des Reichshofrats spielten bei der Bewältigung der zahlreichen Konfliktfelder der Reichsverfassung eine entscheidende Rolle. Zwei Funktionsmerkmale waren es, die den regelmäßigen Einsatz dieser Gremien erklären: Die Kooperationen zwischen den Regionen und der Wiener Zentrale sowie eine spezifische Verhandlungstechnik, die für eine Offenheit der Verhandlungsführung sorgte. Aus ihnen erwuchs eine der Schlüsselqualitäten des Kommissionsverfahrens: die Fähigkeit, eine unklare Rechtslage in der Schwebe zu halten, ohne dass die eine oder die andere Seite eine gewaltvolle Lösung durchsetzen konnte. 

Nachbarschaft und Konkurrenz

Dissertation Nachbarschaft und Konkurrenz. Juden und Christen in den Dörfern der Markgrafschaft Burgau 1650 bis 1750 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 151), Göttingen 1999 .

Die Markgrafschaft Burgau wurde in der Frühen Neuzeit zu einem Zentrum des süddeutschen Landjudentums. Wie läßt sich diese Entwicklung erklären? Sabine Ullmann untersucht zunächst die politischen und rechtlichen Bedingungen jüdischer Existenz in Mittelschwaben. Das Leben innerhalb der jüdischen Gemeinden spielte sich keineswegs abgeschlossen von der christlichen Umwelt ab. Das hatte nicht nur politische Gründe; auch wirtschaftliche Kontakte sowie räumliche und soziale Strukturen waren hier von Bedeutung. Auf der Untersuchung dieser Faktoren aufbauend werden schließlich die qualitativen Beziehungen zwischen Juden und Christen beleuchtet. Waren die kommunalen Organisationen der beiden Gruppen verbunden? Wie lebten die beiden Glaubensgemeinschaften, die durch eine tiefe Kluft von theologischen Vorbehalten und Legenden getrennt waren, zusammen? Welche Mechanismen der Konfliktregelung wurden gefunden? Welchen Stellenwert hatten kulturelle Unterschiede und religiöse Konflikte in den Alltagsbeziehungen? Welche Rolle spielte antijudaistisches Gedankengut im alltäglichen Zusammenleben? Das Verhältnis zwischen Juden und Christen läßt sich nicht als strikte Trennung oder Integration beschreiben: Die Wirklichkeit war sehr vielschichtig und von Ambivalenzen, Widersprüchen und Ungleichzeitigkeiten gekennzeichnet.