Schulen der Region 10 im Aufbruch

Transformationsbegleitung von Schulen im Sinne eines Whole School Approachs der BNE

Projektbeschreibung

Schulen der Region10 im Aufbruch

Das Projekt Schulen der Region 10 im Aufbruch verfolgt das Ziel eine Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sinne des Whole School Approach in Schulen weiter zu etablieren. Hierzu werden Pilotschulen der Region 10 (Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a.d.Ilm und Ingolstadt) auf ihrem Transformationsprozess begleitet, um zu Orten der Verantwortungsübernahme für sich selbst, für die Mitmenschen und für unseren Planeten zu werden, an welchen Schüler*innen die erforderlichen Zukunfts- und Gestaltungskompetenzen erwerben können.
Die Ziele des Projektes stehen im Einklang mit dem aktuellen UNESCO-Programm BNE 2030 - Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen ( ⇒ mehr zu BNE 2030) und den darin benannten Handlungsfeldern.

Die Pilotschulen im Projekt erhalten eine Transformationsprozessbegleitung von den Mitarbeiterinnen der Professur Geographididaktik und Bildung für nachhaltge Entwicklung der KU und von Schule im Aufbruch Bayern. Die Transformationsbegleitung beinhaltet eine individuelle Unterstützung, in Form von Workshops (z. B. Situationsanalyse, Visionsentwicklung, Impulse zu bestimmten Lernformaten) und regelmäßigen Austauschtreffen (alle 4-8 Wochen).

Mehr Informationen zur Transformationsbegleitung und dem Whole School Approach

 

Der regionale Fokus stärkt den Netzwerkaufbau in der Region und die Strahlkraft der Region 10 auf andere Regionen Bayerns und bundesweit. Die Netzwerkarbeit fokusiert auf den Austausch mit  Kommunen, Schulämtern und Sachaufwandsträgern.

Die im Projekt geplante Entwicklung eines prototypischen Transformationsprozesses ermöglicht zudem die Übertragbarkeit auf weitere Schulen und soll zukünftig weiteren Schulgemeinschaften helfen, um ihre Rolle im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung zu definieren.

Die Zusammenarbeit mit den Pilotschulen wird mit einer Evaluationsforschung begleitet, um Gelingensbedingungen einer Schultransformation hin zu einem Whole Schhol Approach zu erfassen.

Ein weiteres Ziel ist die Einbindung von Lehramtsstudierenden sowie Studierenden des Master “Bildung für nachhaltige Entwicklung”, um zur Qualifizierung zukünftiger Multiplikator*innen einer BNE im transformativen Schulentwicklungsprozess beizutragen.

 

Laufzeit: Dezember 2021 - Dezember 2022

Geldgeber: Innovationsfonds im Rahmen des Projektes „Mensch in Bewegung“

Kooperationspartner: Initiative Schule im Aufbruch gGmbH

Projektmitarbeiterinnen

Anne-Kathrin Lindau
Prof. Dr. Anne-Kathrin Lindau
ehemals Professur für Geographiedidaktik und Bildung für nachhaltige Entwicklung | Nachhaltigkeitsbeauftragte der KU, jetzt Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg
Projektmitarbeiterin | Professur für Geographiedidaktik und BNE
Raum: PPJ-203
ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin | Professur für Geographiedidaktik und BNE | Nachhaltigkeitskoordinatorin der KU

Kooperationspartner

Schule im Aufbruch

Die Initiative Schule im Aufbruch gGmbH steht für eine ganzheitliche und transformative Bildung im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im Zentrum steht dabei die dreifache Verantwortung: Verantwortung für sich selbst, Verantwortung für Mitmenschen und Verantwortung für unseren Planeten. Die Initiative inspiriert, vernetzt und begleitet Schulen, um zu zukunftsfähigen Lernorte zu werden, die zu einer zukunftsmutigen Gesellschaft und einer nachhaltigen Welt beitragen.

Die 2020 gegründete Initiative Schule im Aufbruch Bayern gGmbH bildet die Basis, um das Wirken von Schule im Aufbruch auch in Bayern zu intensivieren und weitere Schulen im Freistatt auf ihrem Transformationsprozess zu begleiten.

Die Kooperation in der Region 10 besteht mit Dirk Uhlemann, dem Initiator und Geschäftsführer von Schule im Aufbruch Bayern (⇒ mehr zu Schule im Aufbruch).

Pilotschulen

Christoph-Kolumbus Grundschule Ingolstadt

 

"Die Entwicklung und Förderung der Schülerpersönlichkeit und seine Vielfalt muss mehr in den Fokus gerückt werden. Dazu braucht es neue Lernformate, die eine grundlegende Motivation bei den Kindern auslösen, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Die Initiative „Schulen der Region 10 im Aufbruch“ begleitet uns bei dieser Transformation sehr wertschätzend."

Rudolf Zehentbauer, Schulleiter

Homepage der Schule

Realschule Kösching

Realschule Kösching

 

„Fit für die Zukunft“ lautet das Leitthema der Realschule Kösching. Die Herausforderungen dieser Zukunft - des 21. Jahrhunderts - sind enorm, gilt es nicht zuletzt, 17 Nachhaltigkeits-Ziele zu erreichen. Unsere Schülerinnen und Schüler brauchen in der Schule Raum für kreatives Denken, Möglichkeiten für Zukunftsdenken und Entwicklungsfreiheit. Mit der Begleitung durch das Team von „Schule im Aufbruch“ wollen wir gemeinsam neue Wege und Möglichkeiten erarbeiten und ausprobieren, um Schülerinnen und Schüler unserer Schule für eine neue, an der Zukunft orientierte Lernkultur fit zu machen.

Stephan Mödl, Schulleiter

Homepage der Schule

Gnadenthal-Gymnasium Ingolstadt

Gnadenthal Gymnasium Ingolstadt

 

"Am Gnadenthal-Gymnasium möchten wir unsere Schülerinnen und Schüler zum verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Freiheit erziehen und befähigen, die Herausforderungen der Zukunft zu gestalten.
Mit diesem Ziel wurde vor einigen Jahren ein Schulentwicklungsprozess angestoßen, der mit Unterstützung von „Schule im Aufbruch“ fortgeführt wird.
In Zusammenarbeit mit den Schülerinnen, Schülern, Eltern, Lehrkräften und den Prozessbegleiterinnen und -begleitern sollen neue Lernformate integriert und die Bildung für nachhaltige Entwicklung gestärkt werden."

Jean-Marcel Diegeler, Schulleiter

Homepage der Schule

Aktivitäten

13.07.2022 | Abendveranstaltung zur Vorstellung der Projekte aus dem "Innovationsfonds Mensch in Bewegung"

Foto 13. Juli 2022 Abendveranstaltung Innovationsfond Mensch in Bewegung

Als engagierte Hochschule im ländlichen Raum trägt die KU neben Forschung und Lehre durch Wissenstransfer, Beratung und Kooperation zur Entwicklung der Region 10 bei. Seit 2019 fördert ein Innovationsfonds aus dem Transferprojekt Mensch in Bewegung gezielt Kooperationsvorhaben zwischen Universität und Akteuren in der Region. Ziel der Förderung ist es, gemeinsam mit den Partnern der KU konkrete Verbesserungen für die Menschen der Region zu erzielen, Wissenschaft mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zusammenzubringen und so wirksam zu werden.

Das Projekt "Schulen der Region 10 im Aufbruch" ist eines dieser Kooperationsprojekte. Am 13. Juli 2022 wurden im Rahmen einer festlichen Veranstaltung alle Projekte des Innovationsfoands vorgestellt. Eine Überischt über alle Projekte findet sich hier.

05.07.2022 | Teilnahme an Young Researcher Poster Exhibition 2022

Poster "Schulen der Region 10 im Aufbruch" von Veronika Schwarz

Im Rahmen der Young Researchers Poster Exhibition 2022 wurde das Projekt "Schulen der Region 10 im Aufbruch" vorgestellt. Eine virtuelle Posterausstellung findet sich hier.

April 2022 | 2-tägiger Visionsworkshop mit der Christoph-Kolumbus-Grundschule Ingolstadt

Visionsworkshop CKGS_Backcasting
Visionsworkshop CKGS_Backcasting zur Formulierung von mutigen Meilensteinen bis 2030

Im April kam das Wandelteam der Christoph-Kolumbus-Grundschule Ingolstadt (CKGS) für zwei Tage zusammen, um an einem gemeinsamen Visionsbild für die CKGS in der Zukunft zu arbeiten. Organisiert und durchgeführt wurde der Workshop von den Transformationsbegleiter*innen Ina Limmer, Veronika Schwarz und Dirk Uhlemann. Anhand verschiedener Methoden (Zeitreise, Perspektivenwechel) kamen die Teilnehmenden am ersten Tag dazu, eine "Mutige Beschreibung der CKGS in 2030" zu formulieren. Dies war die Grundlage für den zweiten Tag, um mithilfe der Backcasting-Metjode daraus konkrete Meilensteine und ganz gezielte erste Schritte zu formulieren. Aus dieser Arbeit ergaben sich mehrere Fokusthemen, die im Nachgang bei einer Lehrerkonferenz dem gesamten Kollegium vorgestellt und bei einem pädagogischen Tag weiter bearbeitet wurden.

01.12.2021 | Projektstart von Schulen der Region 10 im Aufbruch

Im Dezember 2021 startete das gemeinsame Projekt von Schule im Aufbruch und der Professur Geographiedidaktik und Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Das Team besteht aus Prof. Dr. Anne-Kathrin Lindau, Ina Limmer, Dirk Uhlemann und der Veronika Schwarz. Die Stelle von Veronika als Projektmitarbeiterin aus Geldern des Innovationsfnds finanziert und ermöglicht die enge Begleitung der Pilotschulen auf ihrem Transformationsprozess.

31.07.2020 | Gründung von Schule im Aufbruch Bayern

SiA Bayern Gründung

Im neu gegründeten Netzwerk „Schule im Aufbruch Bayern“ ist auch das  BNE-Team der KU Eichstätt-Ingolstadt durch Ina Limmer Gründungsmitglied. Gemeinsam soll mit dem Netzwerk der Transformationsprozess von Schulen weiter begleitet und v. a. noch tatkräftiger unterstützt werden.

Nach dem Vorbild der Initiative „Ganztag_Bildung_Zukunft“, die bereits mit einer ähnlichen Vision im Münchner Land aktiv ist, möchten wir „die aktuelle Idee von Schule überdenken und gemäß den Anforderungen der heutigen Zeit neu gestalten. Hierbei stellen wir die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Denn wir sind überzeugt davon, dass ihnen Schule Frei-Raum zur persönlichen Entfaltung bieten sollte, damit sie ressourcen-orientiert und mit Neugier & Freude lernen können. Wir möchten die Transformation von Schule als Ganzes in den Blick nehmen. Aus unserer Sicht braucht eine solche Veränderung zuerst eine gute Visionsentwicklung vor Ort dazu, wie eine gute und gelingende Schule für alle Beteiligte heute aussehen kann, wie wir sie uns wünschen und um zukunftsfähig zu sein.“, so Dirk Uhlemann, Hauptansprechpartner für das neue bayerische Netzwerk.

Als nächsten Schritt stellt die Professur für Geographiedidaktik und Bildung für nachhaltige Entwicklung einen Förderantrag im Rahmen des Transferprojektes „Mensch in Bewegung“ von KU und TH Ingolstadt, um Pilotschulen der Region 10 ab 2021 auf dem Transformationsprozess zu einer Schule der Zukunft zu begleiten und zu beraten.

09.11.2019 | Nachhaltigkeit und Schulen - wie geht das?

www.Graphic-Recorder.eu
www.Graphic-Recorder.eu

Im Rahmen des Zukunftsforum Klima und Nachhaltigkeit des Transferprojektes "Mensch in Bewegung" fand auch die Fortbildung für Lehrkräfte "Nachhaltigkeit in Schulen – wie geht das?" statt.

Dieser Workshop gab Lehrkräften und weiteren BNE-Akteur*innen die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen und Hürden bei der Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in den Unterricht und den Schulalltag auszutauschen und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Die Leitung des Workshops übernahmen Ina Limmer und Erik Bertram von der KU  und Eva-Maria Lill von IRMA e.V.

Der Workshop war Teil des Zukunftsforums „Klima und Nachhaltigkeit“. Fragen wie "Was braucht es, damit in der Zukunft ein gutes Leben in der Region 10 möglich ist? Wie gehen wir um mit Verkehr und Infrastruktur, mit Energie, Landwirtschaft und Industrie? Wie wünschen wir uns Politik, Zusammenleben und Bildung?" wurden an diesem Tag diskutiert.

Mehr zum Zukunftsforum finden Sie auf den Seiten von Mensch in Bewegung.

17.01.2019 | BNE-Fortbildung:Treibhäuser der Nachhaltigkeit

Bildung für nachhaltige Entwicklung in Schulen, Fortbildung für Lehrkräfte aller Schularten und Fächer

Aufbauend auf der Bildungskonferenz „Lernen im 21. Jahrhundert – Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ im Jahr 2018 mit Margret Rasfeld bot das Team der Nachhaltigeren KU um Frau Prof. Dr. Ingrid Hemmer auch im Jahr 2019 wieder eine Fortbildung für Lehrkräfte zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) an.

Die Fortbildung richtete sich an Lehrkräfte und Schulleiter*innen aller Schularten und Fächer, die das schulartübergreifende Bildungsziel „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ des bayerischen LehrplanPLUS mit Leben füllen wollen.
Neben Grundlagen zum Konzept einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wurden Good-Practice-Beispiele von Schulen der Region vorgestellt und es bot sich Raum, um von den Erfahrungen der Anderen zu lernen bzw. sich inspirieren zu lassen.
Themenschwerpunkte bildeten: BNE im Fachunterricht, Whole School Approach, fächerübergreifende BNE-Projekte und BNE als neue Lernkultur.
Das Programm finden Sie in dieser PDF-Datei.

23.10.2018 | ESBZ-Schulleiterin Margret Rasfeld stellt Lernmodell vor

Von Bayerns und Berlins Schulen

Ingolstadt (DK) Am Montag hat die Schulleiterin der Evangelischen Gemeinschaftsschule Berlin-Zentrum, Margret Rasfeld, ihr Reformschulprogramm am Reuchlin-Gymnasium vorgestellt. "Nachhaltigkeit in der Bildung" lautete der Vortrag. Ein Modell mit Selbstorganisation der Schüler.

Schule mal ganz anders: Die Kinder in den Vordergrund, weg von der Leistungsgesellschaft - ihre Forderungen sind nicht neu, aber Margret Rasfeld hat sie auch umgesetzt an ihrer Schule in Berlin Mitte. Ihr Konzept fand bundesweite Beachtung. Nun gab die aktive Ruheständlerin ihre Tipps für ein alternatives Schulsystem am ältesten Ingolstädter Gymnasium weiter. Pisa-Musterschüler Bayern wird von einer Berliner Pädagogin geschult.

"Die Eltern sind ganz wichtig für eine große Transformation", eröffnete Rasfeld den anwesenden Schülern, Eltern und Lehrern. Die Schulleiterin und Bildungsinnovatorin ist der Ansicht, dass Gymnasien es am schwersten hätten, aus dem alten System herauszukommen. Ihr Vortrag entpuppte sich als Rundumschlag - Rasfeld übte Kritik an dem Lebensmodell in Deutschland. "Jeder möchte höher, schneller, weiter." Man stelle zu hohe Erwartungen an die Jungen und Mädchen, so die Mitbegründerin der Initiative "Schule im Aufbruch". Das bedeute mehr Stress, könnte zu Kopfschmerzen, Erschöpfung und im schlimmsten Fall auch zu Burnout bei Kindern führen. "Die Schule schadet der Kreativität", doziert Rasfeld. Zustimmendes Nicken aus dem Publikum. Bekräftigt holt sie aus: "Ich glaube, Exen verletzen Kinderrechte". Hier folgen allerdings Lacher aus dem Publikum. Doch die Aufmerksamkeit hat sie. Der Druck der Leistungsgesellschaft müsste "Wertschätzung, Beziehung und Partizipation" weichen.

Im defizit-orientierten Schulsystem stünde der Unterrichtsstoff im Zentrum, der Mensch werde dabei außer Acht gelassen. Rasfelds Lösungsvorschlag: Kinder bräuchten "anspruchsvolle Aufgaben, die sie im Team lösen können" statt Einzelarbeiten.

Hinter der Referentin stehen bunte Kartons mit den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Dazu zählt auch das Ende von Armut und Hunger. Rasfeld sieht diese Ziele der Vereinten Nationen als Baustein einer Bildungsreform. Darauf basierend hat sie einen "Paradigmenwechsel" an ihrer Schule in Berlin-Mitte durchgeführt. Acht Jahre gemeinsames Lernen seien besser als die Differenzierung in Bildungsstufen. "Man sollte nie nach Leistung trennen", fordert Rasfeld. An ihrer Schule habe sie deshalb eine neue Lernform gefunden: Drei Jahrgänge werden jeweils gemischt, bilden ein "Team". An der Ganztagschule sind die Schüler ihrer Selbstorganisation überlassen: In einem Lernbüro können sie sich neue Unterrichtsinhalte selbst beibringen. Wer etwas nicht versteht, fragt erst einen älteren Schüler um Rat. Dann erst sollte er sich an den Lehrer wenden.

"Warum wollen Sie denn den Lehrer abschaffen?", erkundigte sich eine Frau aus dem Publikum. Das sei nicht der Fall, erwiderte Rasfeld, der Lehrer sei Begleiter beim selbstorganisierten Lernen. Denn ohne Lehrer funktioniert auch ihr System nicht: Beispielsweise fungiert ein "Logbuch" als ein Nachweis für die Schüler, dass sie im Unterricht waren.

Von ihren Erfahrungen berichteten die Schülerinnen Maia und Helene, die Rasfeld mit an das Reuchlin brachte. Besonders gefalle den Schülern der Projekttag, der einmal wöchentlich stattfindet. In dem Fach "Verantwortung" könnten sie so zum Beispiel bei einem sozialen Projekt auf einem Bauernhof aushelfen.

Rasfeld, die ihre Ratschläge in einem Buch veröffentlichte, hat mit ihren Aussagen scheinbar einen Punkt getroffen, wie sich auch nach dem Vortrag bestätigte. Manche Eltern suchten ein persönliches Gespräch. Die Referentin war einer Einladung eines Lehrers des Reuchlin-Gymnasiums gefolgt, der an einer Lehrerfortbildung mit ihr an der Katholischen Universität (KU) Eichstätt teilnahm. Ingrid Hemmer, Professorin am Lehrstuhl für Didaktik der Geographie und zugleich Nachhaltigkeitsbeauftragte, war als Vertreterin der KU mit Studenten da. Reuchlin-Schulleiterin Edith Philipp-Rasch sagte: "Da geht es dann los im Kopf... Aber natürlich ist so etwas hier nicht in dem Stil umsetzbar." Am selben Tag hatte Rasfeld vor den Lehrern referiert, am nächsten folgten Workshops mit den Klassen.

Anna Hausmann

24.02.2018 | Bildungskonferenz "Lernen im 21. Jahrhundert"

Zeitungsartikel zur Fortbildung am 24.2.2018:

Wie lassen sich junge Menschen der nächsten Generation unterstützen, eine gerechtere, friedlichere und nachhaltigere Welt zu schaffen? Mit dieser weitreichenden Frage setzten sich am vergangenen Samstag rund 70 Lehrkräfte und Interessierte bei der Bildungskonferenz „Lernen im 21. Jahrhundert – Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) auseinander. Eingeladen hatten das Nachhaltigkeitsteam der KU um Prof. Dr. Ingrid Hemmer sowie das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der KU in Kooperation mit dem Netzwerk „Schule im Aufbruch“ und dem Verein „Global Goals Curriculum“.

Das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Nationale Aktionsplan zur Umsetzung dieses Programms in Deutschland stellen Bildungseinrichtungen vor die Herausforderung, bis 2030 sicherzustellen, „dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben“. Ziel der Eichstätter Bildungskonferenz war davon ausgehend ein Informations- und Gedankenaustausch über mögliche Schritte von Schulen hin zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Angeregt hatte die Veranstaltung Marion Gretzer, Lehrbeauftragte am Lehrstuhl Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik der KU.

Den einführenden Vortrag hielt Margret Rasfeld, ehemalige Schulleiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum sowie Initiatorin des Netzwerks „Schule im Aufbruch“ und des Vereins „Global Goals Curriculum“. Rasfeld forderte eine transformative Bildung als Basis für eine dringend notwendige Transformation der Gesellschaft in Richtung einer umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung. Dazu gehöre eine Orientierung an den 17 Sustainable Development Goals ebenso wie eine nachhaltige Schulumgebung sowie eine andere Lernkultur. Die ehemalige Schulleiterin kritisierte die vorherrschende „höher-schneller-weiter-Mentalität“ und deren Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft, aber auch auf das Bildungssystem und somit auf die Schülerinnen und Schüler. Eine Reduktion des hohen Leistungsdrucks sowie die Schaffung von Freiräumen stellen ihrer Meinung nach mögliche Lösungsansätze für eine Reform des Bildungssystems dar. Dem Vortrag folgte ein Austausch über bekannte und zu erwartende Herausforderungen für Bildungsinstitutionen auf dem Weg hin zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Anschließend stellte Christian Hausner, Vorstandsmitglied von „Global Goals Curriculum“ und Lehrer an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ), die Lern- und Schulkultur der ESBZ vor. Die Gemeinschaftsschule ist durch ihr besonderes Unterrichtskonzept und auch durch das Wirken von Margret Rasfeld als Schulleiterin zu einem bundesweiten Vorzeigeprojekt für die Umsetzung der „Agenda 21“ an Schulen geworden. Offene, jahrgangsübergreifende Lernarrangements, Projekt- und Werkstattunterricht sowie die Schulfächer „Verantwortung“ und „Herausforderung“ stellen besondere Merkmale der ESBZ dar, wie Hausner erläuterte.

Nach der Mittagspause wurde im Rundgang „Schulen auf dem Weg“ eine Auswahl an „Best practice“-Beispielen von Schulen aus der Region (Montessori Schule Eichstätt, Maria-Ward Realschule Eichstätt, Gnadenthal-Realschule Ingolstadt, Montessori Schule Kösching, Grundschule Treuchtlingen, Gymnasium Eggenfelden) vorgestellt. Inspiriert durch diese anschaulichen Beispiele folgte eine Phase der Planung weiterer Schritten. Mit ihrem Impulsvortrag „...und jetzt?“ leitete Kerstin Wilmans, Geschäftsführerin von „Global Goals Curriculum“, über zu einem Austausch in Form eines „Open Space“, in dem alle Teilnehmenden ihre Themen einbringen, diskutieren und weiterentwickeln konnten. Als nächsten Schritt über die Bildungskonferenz hinaus planten die Anwesenden, ein Netzwerk der beteiligten Schulen zu bilden, um sich auch künftig auszutauschen. In der Schlussrunde war man sich einig, dass die Konferenz dazu beigetragen habe, sich gestärkt zu fühlen, den Weg zu einer besseren und nachhaltigeren (Bildungs-)Welt gemeinsam zu gehen.

Projektfinanzierung über den Innovationsfonds

Der Innovationsfonds ist ein Förderprojekt von "Mensch in Bewegung".
"Mensch in Bewegung“ ist ein gemeinsames Projekt der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Technischen Hochschule Ingolstadt. Mit Partnern aus Wirtschaft, Politik, und Zivilgesellschaft bauen die Hochschulen ein regionales Netzwerk für den Wissensaustausch in den Themenfeldern innovative Mobilität, digitale Transformation, nachhaltige Entwicklung und bürgerschaftliches Engagement auf. Das Projekt wird im Rahmen der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Bayern mit rund 15 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

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