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Klimabedingte Änderung der Pollenbelastung

Poster Baysics
© TUM

Die Folgen des Klimawandels erfordern umfassende Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen, welche in demokratischen Gesellschaften vor allem dann erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden können, wenn diese von den Bürgern als legitim, akzeptabel und machbar angesehen werden. Durch die Vermittlung von Wissen, die Förderung der Wahrnehmung und die Kommunikation von Komplexität werden in dem Verbundprojekt BAYSICS (Bayerisches Synthese-Informations-Citizen Science Portal für Klimaforschung und Wissenschaftskommunikation) ausgewählte Akteursgruppen gezielt angesprochen, für die der Klimawandel durch eigene Beobachtungen in ihrem konkreten Umfeld erlebbar gemacht wird.

Einzuordnen ist das Projekt im Bayerischen Klimaforschungsnetzwerk (bayklif), welches im Rahmen des „Klimaschutzprogramm Bayern 2050“ im Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst eingerichtet wurde. Das Netzwerk besteht aus mehreren Juniorforschergruppen und Verbundforschungsprojekten, die an den Universitäten in Erlangen, München, Freising, Augsburg, Regensburg, Bayreuth, Würzburg und Eichstätt für fünf Jahre (2018-2023) durchgeführt werden. Das Verbundprojekt BAYSICS ist mit Teilprojekt 5 „Klimabedingte Änderungen der Pollenbelastung“ unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette (Professur für Physische Geographie / Landschaftsökologie und nachhaltige Ökosystementwicklung) an der KU vertreten.

In diesem Teilprojekt wird die klimabedingte Änderung der Pollenbelastung unter Berücksichtigung des Citizen Science-Ansatzes bestimmt. Es soll unter anderem geklärt werden, in welchen Parkanlagen bzw. Stadtvierteln Pollenallergiker aufgrund der gegebenen Bepflanzung die Pollenexposition in relevanten Zeiträumen vermindern können. Die Ergebnisse zur Allergenität von Stadtgrün dienen u.a. als Grundlage für Entscheidungen bei Neuanpflanzungen oder bei der Neugestaltung von Grünflächen. Dadurch können Ökosystemdienstleistungen wie z.B. Erholung, Klimaregulierung oder Verbesserung der Luftqualität aufrechterhalten werden, während die durch Pollen entstehenden „ecosystem disservices“ reduziert werden.

Für eine Anpassung an den Klimawandel sind zudem detaillierte Kenntnisse zur räumlichen Variabilität der Phänologie, Pollensaison und Pollenintensität von großem Nutzen. Da urbane Gebiete mit ihrer städtischen Wärmeinsel, trockeneren Bedingungen und stärkeren Luftverschmutzung als Proxy für künftige Bedingungen dienen, sind Urbanisierungsgradienten (Space-for-Time-Ansatz) geeignet, um mit vorhandenen Informationen die Auswirkungen des Klimawandels auf allergene Pflanzen abzuschätzen. Daher werden die Pollenproduktion, Pollenbelastung sowie tageszeitliche Emissionsmuster sowie individuelle Symptome untersucht. Neben einem Messnetz, bestehend aus Pollenfallen und meteorologischen Stationen, ist die Konzeption einer App geplant, mit der im Rahmen des Citizen-Science-Ansatzes Allergiesymptome eingegeben oder allergene Pflanzen gemeldet werden können.

Ein weiteres Teilprojekt von BAYSICS (TP1) stattet mehrere Bäume in Bayern als sog. "Baum 4.0" oder "Talking Tree" mit mehreren Messsensoren ausgestattet - einer dieser Bäume wurde im Hofgarten in Eichstätt eingerichtet. Die Messsensoren erfassen Daten zum (Gesundheits-)Zustand des jeweiligen Baumes, darunter ein Saftfluss- und Zuwachsmesser, ein Blatttemperatursensor sowie Sensoren zur Messung von Bodentemperatur und Bodenfeuchte. Die Messdaten werden dabei dann über einen Logger erfasst und durch eine spezielle Software in kurze Textbotschaften „übersetzt“, die über das Internet per Open Access abrufbar sind, wodurch man einen Eindruck davon gewinnen kann, welche Umweltfaktoren das Leben des Baumes gerade beeinflussen.

 

Projektlaufzeit

2018 - 2023

 

Logo Bayklif STMWK
© Bayklif und STMWK

Projektleitung

Susanne Jochner-Oette
Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette
Inhaberin der Professur Physische Geographie / Landschaftsökologie und nachhaltige Ökosystementwicklung
Gebäude Osten 18  |  Raum: 203

Ansprechpartner

Johanna Jetschni
Johanna Jetschni M.Sc.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Gebäude Osten 14  |  Raum: 201A