Herzlich willkommen an unserer Professur für Pastoraltheologie:

Ulmer Hof

 

 

Auf den nachfolgenden Seiten können Sie sich über die Mitarbeitenden der Professur, die laufenden Lehrveranstaltungen sowie Forschungs- und Qualifizierungsprojekte, die in unserem Fach angesiedelt sind, informieren.

Was ist Pastoraltheologie?

Pastoraltheologie ist in ihrem Selbstverständnis, ihrem Sendungs- und Handlungsbewussteins gemäß, diakonische Theologie im Dienste der Kirche als universalem Heilssakrament. (Vgl. LG 1) Dabei nimmt Theologie "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen" von heute wahr und macht diese Realitäten zu einem seelsorglichen Auftrag der Kirche, der in der Pastoraltheologie reflektiert wird. (Vgl. GS 1)

Pastoraltheologie als Theologie der Seelsorge ist stets bemüht als "konkrete Seelsorge" der  Heilsvermittlung zu dienen: Daher forscht und lehrt sie anwendungsbezogen im Hinblick auf innerkirchliche Strukturen und personale Vollzüge, auf adressatenbezogene Glaubensvermittlung und gesellschaftliche Prozesse.

Die Pastoraltheologie beschäftigt sich demzufolge mit praktisch-seelsorglichen Themen, die zugleich Lernort und Handlungsfeld für die Theologie sind. Dabei konsultiert die praktische Theologie die systematische Theologie, nicht um zu einer "Ausführungsdisziplin" zu werden, sondern um aus den Quellen der systematisch-theologischen Forschung und des kirchlichen Lehramtes Orientierungen für die praktischen Handlungsfelder zu entnehmen. Eine solche praktische Theologie geht über die bloßen Essentials der Systematik hinaus, indem Pastoraltheologie zu sagen versucht, wie der aktuelle Selbstvollzug der Kirche, entsprechend der vorgegebenen geschichtlichen Situation der Kirche, sich gestalten soll. Somit sind die praktischen Theologien, insbesondere die Pastoraltheologie, auch das praktische Gewissen der gesamten Theologie. (Vgl. Rahner, K. Die Zukunft der Kirche hat schon begonnen. In: Arnold, F. X. / Klostermann, F. Handbuch der Pastoraltheologie. Band V. 1969. S. 745)

Das Vaticanum secundum hat der Kirche mit neuen Zugangswegen aufgetragen, das Reich Christi in Worten, Werken und durch das Leben der Gläubigen zu bezeugen, um somit Christi Gegenwart sichtbar zu machen. (Vgl. LG 6) Dies geschieht also durch die ecclesia universalis et localis und ihrer Gläubigen im praktischen Leben, durch die Sendung des Volkes Gottes zu allen Menschen (vgl. Mt 28, 19), durch die Verkündigung des Heiles Gottes in unserer Welt (vgl. Franziskus, Apostolisches Schreiben "Evangelii Gaudium", in: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls. Nr. 194. 2013. S. 84) denn "Christus hat sich in seiner Menschwerdung gewissermaßen mit jedem Menschen vereinigt." (GS 22) Das Vaticanum secundum  bietet somit in seinen Konstitutionen, Dekreten und Erklärungen zahlreiche Vorgaben für die katholische Theologie und Orientierung für die praktische Theologie im Besonderen.


Folglich gehört zu den Zielsetzungen der praktischen Theologie die nachkonziliare Umsetzung des Verständnisses von "pastoral" voranzubringen, die kirchlichen Vollzüge der Pastoral in der heutigen Welt zu begleiten, die Menschen unserer Zeit - auch jene die nicht christlich sind - und ihre Fragen an das Leben wahrzunehmen. Hieraus erfolgt eine Zusammenarbeit mit den Human- und Sozialwissenschaften, insbesondere der Psychologie, die am hiesigen Lehrstuhl in Forschung und Lehre vertreten ist.

Zielsetzungen der pastoraltheologischen Fächer sind, den Studenten ihre Sendung in der Kirche und für die Menschen bewusst zu machen, so dass sie auf deren Lebensrealitäten sowie auf praktische Seelsorgevollzüge sensibel vorbereitet werden. Das pastorale Handeln ist ein Wirken, welches aus dem Heilsauftrag resultiert. Es führt nicht nur aus, sondern wird in Freiheit individuell vollzogen. Dieser pastorale Vollzug geschieht zwar innerkirchlich, beinhaltet aber stets eine sozialethisch-gesellschaftliche Komponente. Deshalb sollen die Studenten praktisch-theologische Kompetenzen für den gesellschaftlichen Diskurs erwerben.

Pastoraltheologie ist laut Sapientia Christiana (Johannes Paul II. Sapientia Christiana (SC) - Apostolische Konstitution über die kirchlichen Universitäten und Fakultäten vom 15. April 1979. in: AAS 71 (1979), S. 500-521) ein ordentliches Lehrfach des normierten Studiums der katholischen Theologie. Schwerpunkt des Lehrstuhls ist die Pastoralpsychologie. An der hiesigen Theologischen Fakultät wird ein BA-/MA-Studiengang Pastoraltheologie mit Pastoralpsychologie in acht Pflichtsemesterwochenstunden studiert. Die gliedern sich auf in eine Einführungsvorlesung in die Grundlagen der Pastoraltheologie, eine Aufbauvorlesung zur Gemeindepastoral und eine vertiefende Vorlesung mit dem Schwerpunkt Pastoralpsychologie. Hinzu kommen ein interuniversitäres Seminar der bayerischen Pastoraltheologen und Übungen zur pastoralen Praxis, die gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Religionspädagogik durchgeführt werden. Zusätzlich können Studierende des theologischen Vollstudiums und solche aus dem Bereich "Lehramt Religion" Wahlpflicht- und Wahlmodule aus der Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie wählen, die zur Vertiefung dienen.