Dialogizität und Agonalität: Zur neuen Strittigkeit des öffentlichen Raumes

Bild zur Konferenz Dialogizität Agonalität

Internationale interdisziplinäre Konferenz
Forschungskolleg Dialogkulturen
Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt (Sommerresidenz; KAP 209)
23. bis 25. Juni 2022

mit Keynote Vorträgen von

Bonnie H. Honig, Brown University
"Toward a Democratic Theory of CONTAGION (or: the 1990’s Revisited)"

Robin Wagner-Pacifici, New School for Social Research, NYC, per Zoom
"The Public Sphere Inside Out"

Oliver Marchart, Universität Wien, per Zoom
"Agonicity of Democracy: A Radical Democratic Politics Perspective"

Sie können am Eröffnungstag (23.06., ab 14.30) mit den Keynote Vorträgen von Bonnie H. Honig und Robin Wagner-Pacifici teilnehmen unter folgendem Link: https://kuei.zoom.us/j/61367000932?pwd=VEoyNzBaWGxVQ2NUVkFTMGpCMTZPQT09

Für die Closing Keynote von Oliver Marchart (25.06, 17:15) bitten wir um Anmeldung unter forschungskolleg-dialogkulturen(at)ku.de.

Die Auseinandersetzungen über Konzeption, Teilhabe und Verhandlung von politischer Öffentlichkeit, öffentlichem Raum und civic culture gewinnen an Schärfe. Die Kämpfe der Migration, rassistische und rechtspopulistische Mobilisierungen sowie die jüngsten Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung von Corona-Infektionen führen dies eindrücklich vor Augen. Die Verschärfung der Auseinandersetzungen geht einher mit wechselseitigen Verstärkungseffekten zwischen Offline- und Online-Welten, zwischen urbanen und virtuellen sites, analogen, körperlich-kopräsenten Versammlungen auf Straßen und Plätzen und den Verdichtungen der digitalen Kommunikation in den (monologischen) Echokammern der Social Media. Gerade in ihren digitalen Varianten werden die Auseinandersetzungen dynamisiert, beschleunigt und mit Dringlichkeit ausgestattet. Es kommt zu polarisierenden Effekten und affektiven Ladungen, die oft überraschende mobilisierende Wirkungen entfalten. In diesen Entwicklungen zeichnen sich die Konturen eines neuen, durch Brisanz und Strittigkeit gekennzeichneten modus operandi des Öffentlichen ab, den nicht zuletzt auch neue Formen von politischem Aktivismus, von online/offline assembly, Performance Art und interventionistische Kunstprojekte nutzen, vorantreiben und weiterentwickeln.

Die Konferenz des Forschungskollegs „Dialogkulturen“ widmet sich diesem aktuellen ‚Strukturwandel der Öffentlichkeit’. Sie fragt nach dem veränderten placing öffentlicher Auseinandersetzungen und rückt neu entstandene analog/digitale Kampfterrains des Politischen in den Mittelpunkt der kulturanalytischen Aufmerksamkeit. Sie interessiert sich für neue Formen der Strittigkeit und Agonalität und überprüft die Vermutung, dass diese an die Stelle des verblassenden, aus der Beobachtung und Beschreibung von Salon-Räsonnement entwickelten Verständigungsparadigmas treten. Sie beschäftigt sich mit zeitgenössischen Gestalten des Öffentlichen, die durch Konfliktualität, Widerstreit, Konfrontation, Antagonismus, Differenz, Dissens und radikale Negativität bestimmt zu sein scheinen. Inwiefern erfordern die skizzierten Entwicklungen eine Revision und Neujustierung von Konzepten des Dialogischen und ihrer normativen Implikationen? Ausgehend von dieser Leitfrage möchte die Konferenz verschiedene Neujustierungsversuche des Öffentlichen sowie aktivistische Projekte und künstlerische Interventionsstrategien miteinander ins Gespräch bringen.

Bitte finden Sie das Programm der Konferenz hier.