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ZFM veröffentlicht Sammelband Praktiken der (Im-)Mobilisierung

Nach rund 18 Monaten intensiver Forschungs- und Redaktionsarbeit ist unser Sammelband zu Lagern, Sammelunterkünften und Ankerzentren im Kontext von Asylregimen nun im Transcript Verlag erschienen.

Er steht seinen Leser*innen online open access als kostenloser Download bereits zur Verfügung.

Die Unterbringung von Schutzsuchenden in Lagern wurde bislang wenig erforscht. Der sogenannte lange Sommer der Migration bewog politische Akteure zu verschiedenen Anpassungen der Steuerung und Kontrolle von Flucht und Migration. ›Ankerzentren‹ in Deutschland oder die ›Hot Spots‹ an den EU-Außengrenzen sollen die Verwaltung und Kontrolle Schutzsuchender verbessern – mit schwerwiegenden Folgen für dort untergebrachte Menschen.

Die Beiträge des Bandes analysieren die Unterbringung in Lagern aus mobilitätstheoretischen Perspektiven. Während räumliche und soziale Mobilität ein zentrales Moment der Flucht von Schutzsuchenden ist, stehen Lager paradigmatisch für Immobilisierung. In der Gleichzeitigkeit von Mobilität und Immobilisierung besteht ein Konfliktpotenzial, das Konsequenzen hat für Schutzsuchende, Verwaltungen, Öffentlichkeiten, Politiken und Gesellschaften.

Der Band schließt an aktuelle Forschungsdebatten der Fluchtforschung an und erweitert sie um zahlreiche, interdisziplinäre empirische und theoretische Erkenntnisse. Alle Autor*innen diskutieren die Unterbringungssituation geflüchteter Menschen, verhandeln diese in ihren Beiträgen jedoch in unterschiedlichen Kontexten, unter anderem vor dem Hintergrund der Rechtstheorie, sozialer Ungleichheit, Regierungs- und Kontrollpraktiken, Grenzziehungsprozessen, In- und Exklusion, Ausnahme, Familie, Widerständigkeit, Bildung, Sozialer Arbeit, Medien und Öffentlichkeit. Regionale Schwerpunkte sind neben Bayern und Deutschland auch Griechenland, Ungarn, Somalia und Kolumbien.

Entstanden ist eine Publikation, die neben 13 ausgewählten Beiträgen externer Autor*innen auch sieben am ZFM durchgeführten Forschungsprojekten zur Unterbringungssituation Geflüchteter in Bayern, Deutschland und international eine Plattform bietet.

Gerne diskutieren wir unsere Forschungsergebnisse mit politischen Entscheidungsträger*innen, um vor dem Hintergrund unserer Auseinandersetzungen für andere Formen der Unterbringung werben zu können. Ebenso freuen wir uns über den Austausch mit unseren Peers aus der Flucht- und Migrationsforschung, mit Journalist*innen, Praktiker*innen und einer interessierten Öffentlichkeit.