Neuerscheinung

Die Erforschung der Geographie der Alten Welt ist eine interdisziplinäre Wissenschaft. Der Orbis Terrarum bietet Raum für Publikationen in den Bereichen Geschichte, Philologie, Geographie und Archäologie. Dabei ist das inhaltliche Spektrum, das mit dem Orbis Terrarum abgedeckt werden soll, bewusst breit angelegt. Geographisch-topographische Studien haben hier ebenso ihren Platz wie Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Mensch und Landschaft sowie wissenschaftsgeschichtliche oder methodologische Arbeiten. Die Beiträge dieser Ausgabe erstrecken sich chronologisch von der Welt Herodots bis in die römische Kaiserzeit. Inhaltliche Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von antiken Texten (z.B. Herodot), archäologischen Fragestellungen, Numismatik, der Küste als geopolitischem Faktor oder der Regionalgeschichte. Der Band bietet zudem Studien, die räumlich in Südfrankreich, der Levante und dem vorderasiatischen Raum angesiedelt sind. Schließlich enthält der Orbis Terrarum einen umfangreichen Literaturteil mit Rezensionen von Neuerscheinungen zur historischen Geographie der Alten Welt.

Die Herausgeber
Prof. Dr. Michael Rathmann, Universität Eichstätt-Ingolstadt in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Veronica Bucciantini, Università degli Studi di Firenze und Prof. Dr. Frank Daubner, Universität Trier.

Exkursionsbericht

Auf den Spuren der Römer in Trier

Vom 17.11. bis 20.11. begab sich der Lehrstuhl für Alte Geschichte mit einer kleinen Gruppe Studenten auf Exkursion nach Trier. Die erste Haltestation bildete der Ort Tawern (antik: Tabernae), eine römische Raststation mit angrenzendem gallo-römischen Tempelbezirk. Hier konnten die antiken Reisenden in Richtung Trier oder Metz ein Opfer für eine gute Reise darbringen oder sich in den Wirtshäusern vor Ort für ihren Weg stärken.

Das erste Highlight am Freitag war die Besichtigung der „Bissula“, dem Nachbau eines römischen Handelsschiffes. Mit ihrem Schiff untersuchen die Wissenschaftler aus Trier unter Leitung von Prof. Christoph Schäfer das Potential und die Intensität des römischen Seehandels unter besonderer Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit eines rekonstruierten seegängigen Handelsschiffes. Am Nachmittag stand dann die antike Stadt Trier mit ihren antiken Überresten selbst auf dem Programm: Amphitheater, Konstantinbasilika, Römerbrücke, Kaiser- und Barbarathermen sowie natürlich die Porta Nigra sind noch heute Zeugen vom Glanz der antiken Kaiserresidenz.

Der Samstag dagegen war den Museen der Stadt gewidmet und damit vor allem der Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“, die den Hauptbeweggrund der Reise bildete: Dabei standen nicht nur Inhalt und Konzeption, sondern auch die didaktische Aufbereitung der Ausstellung im Landes- und im Diözesanmuseum im Fokus.

Am Sonntag führte die Fahrt über die rekonstruierte römische Weinkelteranlage in Piesport sowie die Römerhalle in Bad Kreuznach zurück nach Eichstätt. Beide Orte zeugen noch heute von der kulturellen Vielfalt und dem hohem Luxus weit entfernt von Rom in den Provinzen Belgica und Germania superior.

Philipp Köhner

Erste Haltestation war der gallo-römische Tempelbezirk von Tawern, einer wichtigen Raststation auf dem Weg nach Trier oder Metz. Hier opferten die Besucher dem Schutzgott der Reisenden Merkur oder der keltischen Pferdegottheit Epona, die in den römischen Götterhimmel aufgenommen wurde.
Blick auf das anhand von archäologischen Überresten vor allem aus dem französischen Laurons rekonstruierten römischen Handelsschiff „Bissula“ im Hafen des Wasser- und Schifffahrtsamtes Trier.
Gruppenbild mit Prof. Christoph Schäfer. Im Hintergrund ist die Bissula zu sehen, im Vordergrund ein 1:6 Nachbau für besondere Messungen.
Das sog. Schülerrelief ist eines der berühmtesten Stücke aus dem Landesmuseum Trier und darf daher in keinem Lateinbuch fehlen. Zu sehen ist ein Lehrer mit seinen zwei älteren Schülern beim Lektüreunterricht, rechts im Bild kommt der jüngere (Bruder?) hinzu, der zu früh zum nachfolgenden Schreibunterricht erscheint.
Blick auf das Plakat zur Landesausstellung im Rheinischen Landesmuseum Trier.
Den Abschluss der Reise bildete der Besuch der rekonstruierten römischen Kelteranlage von Piesport. Passend dazu wurde mit einem lokalen Rieslingsekt auf die gelungene Fahrt sowie die gute Heimfahrt angestoßen.

Forschungskolloquium im Wintersemester 2022/23

Plakat Kolloqium

24. Oktober 2022
Jochen Sauer (Bielefeld): Der Dialog bei Cicero und Minucius Felix

07. November 2022
Claudia Klodt (Bochum): Aufeinander zu, aneinander vorbei. Diplomaten und Egoisten in Vergils Aeneis und Statius’ Thebais

21. November 2022
Johannes Lipps (Mainz): Neue Ausgrabungen in Pompeji. Das sog. comitium zwischen Republik und Kaiserzeit

28. November 2022
Thomas Blank (Mainz): Das eherne Gesetz der Epideixis. Auseinandersetzungen mit dem Problem von Gegenrede und Überzeugung im 4. Jh. v. Chr.

12. Dezember 2022
Stefan Ritter (München): Winckelmannfestvortrag: Divergierende Erzählimpulse. Pasiphae in der römischen Bilderwelt

09. Januar 2023
Johannes Arnold (St. Georgen): Wilde Beschimpfung statt wohlwollender Belehrung? Kelsos’ Alethes Logos als polemische Rede und Origenes’ Kritik an der Rhetorik des Kelsos

23. Januar 2023
Karen Piepenbrink (Gießen): Rede und Gegenrede in den deliberativen Reden im Werk des Thukydides

Neuerscheinung

Tabula Peutingeriana
Tabula Peutingeriana

Die Tabula Peutingeriana, seit 2007 UNESCO Welterbe, ist ein einzigartiges Zeugnis der Kartographiegeschichte. Das uns vorliegende Exemplar ist eine um 1200 n. Chr. entstandene Darstellung geographischen Wissens, dessen letzte antike Überarbeitung um 435 anzusetzen ist. Da es sich um die einzige großformatige Karte handelt, die aus der Antike überliefert ist, wird klar, wie essentiell es für unser Verständnis der Raumauffassung in der Antike ist, dieses wichtige Zeugnis zu analysieren. Singulär ist bereits das kuriose Format dieser Pergamentrolle: Mit einer Länge von knapp 6,80 m und einer Höhe von lediglich 33 cm bildet die Tabula die Oikumene von Iberien (der Anfang ist leider nicht erhalten) bis Indien in einer extremen Verzerrung ab. Wir fassen hier eine antike Traditionslinie nichtmaßstäblicher Karten außerhalb der hochelitären mathematischen Geographie, die Rückschlüsse auf das geographische Wissen eines breiteren Publikums innerhalb der römischen Oberschicht erlaubt und seit über 250 Jahren immer wieder neue wissenschaftliche Diskussionen entfacht.

Eine Einführung und ein umfassender Kommentar von Michael Rathmann sowie ein erstmals vollständiges Register der Ortsnamen erschließen dieses Weltdokumentenerbe.

Eingel. / komm. von Michael Rathmann. 4. vollst. überarb. u. erw. Aufl. 2022. 128 S. mit 41 farb. Abb., 33 s/w und 33 farb. Tafeln der Tabula in Einzelteilen, 29,7 x 31,5 cm, geb. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt.

www.wbg-wissenverbindet.de/shop/42441/tabula-peutingeriana

Exkursionsbericht

Auf den Spuren der Römer in Bayern

Unter diesem Slogan organisierte der Lehrstuhl für Alte Geschichte zum Ende des Sommersemesters drei Tagesexkursionen zu den Römermuseen in Weißenburg, Manching und Ruffenhofen. Ziel der Exkursionen war neben der fachlichen Auseinandersetzung auch die didaktische Aufbereitung der Römischen Überreste am obergermanisch-raetischen Limes.

Als Prüfungsleistung des Praxisseminars durften die Teilnehmer deshalb Führungsreferate zu von ihnen ausgewählten Themenstellungen halten. Dabei mussten Sie neben der Rolle des Fachreferenten auch die Rolle des Museumspädagogen übernehmen und sich neben der inhaltlichen Vorbereitung auch mit den museumsdidaktischen und -pädagogischen Methoden vertraut machen.

Ein herzlicher Dank geht an die Leiter und Mitarbeiter der einzelnen Institutionen, die am Ende der jeweiligen Exkursionstage stets noch für Fragen „aus der Praxis“ sowie der idealen Studien- und Berufsplanung bereitstanden.

Philipp Köhner

Im Römermuseum Weißenburg drehte sich die Führung um den fiktiven Tagesablauf des im Militärdiplom namentlich genannten Mogetissa und seiner Familie.
Im Kelten-Römer-Museum Manching dagegen lag der Fokus auf der Sonderausstellung "Im Dienste Roms" und damit auf den Legionen und Hilfstruppen des Imperiums.
Daneben beschäftigten sich die Teilnehmer jedoch auch mit dem keltischen Oppidum und dessen kulturellen Erzeugnissen.
Dass eine Rekonstruktion immer von der jeweiligen Interpretation abhängt, wurde anhand des "Gebäudes in der Harrlach" deutlich, das sowohl als nordafrikanischer Burgus, spätantike Kaserne als auch Herberge interpretiert werden kann.
Als Abschluss der Exkursion erhielten die Teilnehmer eine Führung durch das Limeseum Ruffenhofen und konnten dabei das Gelernte der vergangenen Tage noch einmal wiederholen und vertiefen.

Einladung zum Gastvortrag

Augustus in Saigon?!

Augustus in Saigon

Einladung zum Gastvortrag in Kooperation mit dem KU-Forschungskolleg „Dialogkulturen“

Augustus in Saigon?!
Dialoge zwischen westlichem Altertum, kolonialer Vergangenheit und post-kolonialer Gesellschaft in Vietnam

Prof. Dr. Sven Günther
Northeast Normal University, Changchun, China
27.07.2022, 10.00 Uhr c.t.
KGA-103

Augustus in Saigon!? Da war der erste römische Kaiser doch nie?! Richtig, aber schon seit der Antike und dann vor allem in der französischen Kolonialzeit gab es Kontakte, und zwar nicht nur mit dem Westen, sondern gerade auch mit der griechisch-römischen Bilderwelt. Der Vortrag untersucht die Nutzung griechisch-römischer Motive in der kolonialen Bildsprache (Architektur, Statuen, Geld, Briefmarken) und fragt nach den Formen und Praktiken der heutigen Auseinandersetzung mit diesem Teil des kolonialen „Erbes“ in post-kolonialen Diskursräumen unter Zuhilfenahme von Frames- und Framing-Theorien.

Ausstellungseröffnung

Sonderausstellung "Antike in Bayern"

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Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung der Sonderausstellung "Antike in Bayern" am 10. Mai 2022 um 18 Uhr im Foyer der Universitätsbibliothek!