Tipps zur Organisation

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Sie haben Ihr Praktikum gefunden - Wie geht es jetzt weiter?

Bevor Sie ihr Praktikum im Ausland beginnen gilt es einige organisatorische Dinge zu beachten und zu planen. Mit den untenstehenden Tipps möchten wir Sie auf verschiedene Themen hinweisen, die Sie bei der Vorbereitung ihres Auslandsaufenthaltes nicht vergessen sollten.

Die Servicestelle Internationale Praktika steht Ihnen jederzeit beratend zur Seite. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an praktika-international(at)ku.de.

Grundsätzliches

Finanzierung

Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten wie Stipendien finden Sie hier.

Versicherung

Vor Abreise müssen Sie sich rechtzeitig und in Eigenregie darum kümmern, dass Sie während Ihres Auslandsaufenthalts auch ausreichend krankenversichert sind. Wenden Sie sich hierfür zunächst an Ihre Krankenversicherung und bringen Sie in Erfahrung, welche Leistungen bei Ihrem Auslandsaufenthalt abgedeckt sind und schließen Sie ggf. eine Zusatzversicherung ab.

Auslandsschutz

Oftmals umfasst der Krankenversicherungsschutz einen Auslandsschutz. Allerdings beschränkt sich dieser oft nur auf wenige Wochen um so den Versicherungsschutz während eines Urlaubs aufrecht zu erhalten. Da Sie sich für ein Auslandspraktikum oder Auslandsstudium jedoch zumeist länger im Ausland aufhalten, muss geprüft werden, ob die Schutzdauer beim eigenen Vertrag ausreicht. Einige Versicherer schließen zudem einen Krankenversicherungsschutz während Auslandsaufenthalten zu Arbeitszwecken aus. Prüfen Sie die Versicherungsbedingungen also ganz genau. Sollte eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung nötig werden, macht die eigene Gesellschaft oft günstige Angebote.

Der DAAD beispielsweise bietet seinen Stipendiaten im Rahmen einer Gruppenversicherung (kombinierte Krankenversicherung, Unfall- und Haftpflichtversicherung) günstige Tarife an. Unterstützung bezüglich der Krankenversicherung finden sie bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenkassen Ausland (DVKA)

Weitere Informationen zum Thema "Europäische Krankenversicherungskarte" finden Sie auch auf den Seiten der Europäischen Kommission.

Haftpflicht- und Unfallversicherung

Zusätzlich empfehlen wir bei Auslandsaufenthalten eine international gültige Haftpflicht- und Unfallversicherung.

Reisemedizinische Hinweise

Informieren Sie sich vor jedem Auslandsaufenthalt über reisemedizinische Hinweise nach den Ländern des Auswärtigen Amtes und des Robert Koch Instituts.

Visum

Wenn Sie im außereuropäischen Ausland studieren, arbeiten bzw. ein Praktikum absolvieren wollen, benötigen Sie ein Visum. Rechtsverbindliche Auskünfte zu den Einreise-, Aufenthalts- und Arbeitsrechtlichen Bedingungen im Ausland erteilen Ihnen die Botschaften und Konsulate der jeweiligen Länder. Eine Übersicht über Vertretungen fremder Staaten in Deutschland finden Sie auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Wohnen

Sie sollten sich frühzeitig um eine Unterkunft im Ausland bemühen, da die Suche oft zeitaufwändig ist. Häufig ist auch die Praktikumseinrichtung oder empfangende Universität bei der Suche behilflich. In den Online-Ausgaben regionaler Tageszeitungen sowie in Online-Wohnungsbörsen finden sich auch zahlreiche Angebote.                       

Online-Wohnungsbörsen für Europa und weltweit:

Hinweis: Gehen Sie niemals in Vorleistung Ihrer Miete, wenn Sie sich noch in Deutschland befinden und die Unterkunft noch nicht selber gesehen haben, auch nicht, wenn Sie bereits einen Mietvertrag in Händen halten. Im schlimmsten Fall gibt es die Wohnung nämlich nicht, für die Sie bereits gezahlt haben.

Sollten Sie bei Abreise noch keine Wohnung haben mieten Sie sich die ersten Tage in einer Jugendherberge ein. Sie können dann unkompliziert vor Ort Ihre Unterkunft suchen.

Sprache / Fremdsprachenerwerb

Kenntnisse der jeweiligen Arbeits- bzw. Landessprache sind eine wesentliche Voraussetzung, um Ihren Auslandsaufenthalt erfolgreich durchführen zu können. In der Regel sind bei Beginn Kenntnisse von min. Niveau B1/B2 (gute bis sehr gute Mittelstufe) des europäischen Sprachreferenzrahmens notwendig. Die Anforderungen können jedoch je nach Einrichtung, Einsatzgebiet oder Fachgebiet variieren. Bitte informieren Sie sich deshalb über Sprachvoraussetzungen ihres Austauschprogramms bereits im Vorfeld.

Eine Übersicht über Publikationen und Links, die Sprachkursangebote für bestimmte Länder, Sprachen oder Regionen weltweit enthalten sowie zu Sprachkursstipendien finden Sie auf der Homepage des DAAD. Schnelle Hilfestellung bei Übersetzungen Deutsch - Chinesisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch (und vice versa) leisten die Online Wörterbücher wie z.B. Leo

Das Sprachenzentrum der KU

Wenn Sie eine Sprache neu erlernen, Sprachkenntnisse vertiefen oder auffrischen wollen informieren Sie sich rechtzeitig vor Semesterbeginn über das Angebot des Sprachenzentrums an der KU. Daneben steht allen Studierenden an der KU das Multimediazentrum des Sprachenzentrums (MMZ) am Campus Eichstätt zur Verfügung sowie das Selbstlernzentrum an der WWF Ingolstadt. Darüber hinaus bietet das Sprachenzentrum die Vermittlung von Sprachtandem.

Weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Sprachkenntnisse

Abgesehen von der "klassischen" Möglichkeit zur Verbesserung des eigenen Sprachniveaus in der gewünschten Fremdsprache durch Sprachkurse, können auch nicht-fachspezifische Auslandsaufenthalte entscheidende Fortschritte in diesem Bereich bieten und somit eine sehr gute Vorbereitung für ein späteres (Fach-)Praktikum im Ausland darstellen. Im Folgenden finden Sie verschiedene Möglichkeiten dieser Art von Auslandsaufenthalten:

Work & Travel

Work & Travel gehört sicherlich zu den "Klassikern" selbstorganisierter Aufenthalte. Wie der Name schon suggeriert kombiniert man hierbei das Reisen durch ein Land mit mehreren kleineren Aushilfstätigkeiten - einerseits natürlich  mit dem Ziel die Reise zu finanzieren, andererseits aber auch um die eigenen interkulturellen und linguistischen Kenntnisse zu verbessern.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Eurodesk-Portal "Rausvonzuhaus.de" oder auf der Website des unabhängigen Bildungsberatungsdiensts "Weltweiser".

Workaway

Das kostenflichtige Portal "Workaway" bietet Gelegenheiten für Freiwilligenarbeit und kulturellen Austausch in 155 Ländern weltweit. Die Philosophie des Portals lautet: "A few hours honest help per day in exchange for food and accommodation and an opportunity to learn about the local lifestyle and community, with friendly hosts in varying situations and surroundings." Die Angebote werden also grundsätzlich nicht bezahlt, vielmehr steht die interkulturelle Erfahrung im Vordergrund.

Weitere Infos finden Sie hier. Bitte beachten Sie, dass die Registrierung kostenplichtig ist.

Au-pair

Ein Aufenthalt als Au-pair ermöglicht jungen Menschen mit geringem Geldaufwand, einen anderen Sprach- und Kulturraum kennenzulernen. Die Haupttätigkeit eines Au-pair stellt grundsätzlich die Kinderbetreuung dar, wobei jedoch oft auch nebenbei Sprachkurse in einer örtlichen Einrichtung belegt werden können. Neben Unterkunft und Verpflegung erhält ein Au-pair üblicherweise auch ein wöchentliches Taschengeld, dessen Höhe je nach Land auch gesetzlich geregelt sein kann.

Weitere Informationen finden Sie beispielsweise auf dem Eurodesk-Portal "Rausvonzuhaus.de" oder beim unabhängigen Bildungsberatungsdienst "Weltweiser".

WWOOFing

Das Projekt "World Wide Opportunities on Organic Farms" hat sich zum Ziel gesetzt Organic Farmers und Freiwillige in Verbindung zu bringen. Im Zentrum steht hierbei stets die Förderung kultureller und lehrreicher Erfahrungen, basierend auf Vertrauen und auf einer nicht-monetären Basis. Der Leitgedanke ist insgesamt der Wunsch eine globale Gemeinschaft der Nachhaltigkeit aufzubauen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Länderinformationen

Interkulturelle Vorbereitung

Was ist eigentlich interkulturelle Kompetenz?

Aufgrund von zunehmenden Globalisierungstendenzen kommt es in unserer Welt zu immer mehr interkulturellen Überschneidungssituationen. Menschen aus kulturell unterschiedlichen Kontexten kommen in Kontakt miteinander, sei es im beruflichen oder privaten Bereich. Diese interkulturellen Interaktionen sind nicht immer von gegenseitigem Verständnis geprägt, ganz im Gegenteil entstehen in und mit ihnen oft Schwierigkeiten und Konflikte. Dies liegt daran, dass sie wesentlich komplexer und problematischer sind als intrakulturelle Interaktionen. Um sich in diesen interkulturellen Situationen angemessen verhalten zu können und sie positiv zu gestalten, bedarf es interkultureller Kompetenz.

Warum brauche ich eine interkulturelle Vorbereitung?

In einem fremden Land mit anderer Kultur, Traditionen und Normen können vor allem bei längeren Auslandsaufenthalten leicht Verständigungs- und Orientierungsschwierigkeiten auftreten, die nicht nur sprachlich bedingt sein müssen. Eine intensive Auseinandersetzung und Beschäftigung mit Kultur und Sprache des Gastlandes vor (!) Ihrem Auslandsaufenthalt können diesem sog. Kulturschock vorbeugen.

Für die interkulturelle Vorbereitung sollten Sie sich mit der Mentalität des ausgewählten Landes, mit Vorurteilen und Stereotypen und landeskundlichen Aspekten auseinandersetzen. Wer gute Kenntnisse über die soziale, politische und wirtschaftliche Situation in dem ausgewählten Land mitbringt hat gute Chancen, sich schnell zu integrieren.

Interkulturelles Training

Die Servicestelle Internationale Praktika bietet zumeist einmal pro Semester den Workshop "Intercultural Training" an.

Nähere Informationen zu den Terminen finden Sie im Career Center der KU.

E-Learning: Interkulturelle Kompetenz

Für alle Nutzer des Internetauftritts des DAAD stehen E-Learning-Angebote zur Sensibilisierung für kulturbedingte Unterschiede und Förderung interkultureller Kompetenz zur Verfügung. Durch länderübergreifende Beispiele, Multi-Media-Elemente und Quiz- und Auswahlfragen wird ein hohes Maß an Motivation, Nachhaltigkeit und Lernerfolg erreicht.

Auf der Homepage des Vocal Project stehen vielseitige Module zum Erlernen von Sprachen und Kennenlernen von (Arbeits-) Kulturen in 13 verschiedenen Ländern bereit. Das Vocal Project bietet somit Möglichkeiten zur sprachlichen und interkulturellen Vorbereitung auf Auslandsaufenthalte.

Rechtliches

Praktikumsverträge

Sie haben bereits eine Praktikumsstelle und Ihr Praktikumsgeber fordert nun die Mitunterschrift der Universität auf dem Praktikumsvertrag? Praktikumsverträge, auf denen die Hochschule mit unterzeichnet, sind v.a. in Frankreich (Convention de Stage), Spanien, Italien, aber auch im englischsprachigen Ausland üblich.

Hierzu haben wir Musterverträge erarbeitet, die Sie über praktika-international(at)ku.de anfordern können. Verträge, die nicht den von uns bereitgestellten Verträgen entsprechen, müssen in unserer Rechtsabteilung aufwändig geprüft werden. Deshalb bitten wir Sie, ausschließlich unsere Verträge zu verwenden.

Gesetzliche Bestimmungen für Praktika in Frankreich

Laut gesetzlicher Bestimmung muss für Praktika, die länger als zwei Monate dauern, ein Praktikumsentgelt vom Unternehmen gezahlt werden, und zwar vom ersten Tag des ersten Monats an. Dies gilt ebenfalls für ERASMUS-Praktikanten. Sind aufnehmende Einrichtung für Praktika Hochschulen, gelten diese ebenfalls als Unternehmen und unterliegen dieser gesetzlichen Bestimmung.

Laut Information der französischen Nationalen Agentur für ERASMUS ist den Arbeitgebern diese Regelung bekannt. Die Mindestvergütung beträgt laut der NA in Frankreich zurzeit 436,05 € pro Monat für ein Vollzeitpraktikum. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier (in Französisch).

Krankenversicherung bei Praktikum im Kanton Zürich

Das Kanton Zürich in der Schweiz fordert ggf. eine Befreiungsbescheinigung von der obligatorischen schweizerischen Krankenversicherung. Alle anderen Schweizer Kantone fordern die Befreiungsbescheinigung nicht an. Diesen vollumfänglichen Versicherungsschutz im Kranken- und Pflegekostenbereich kann die Continentale Krankenversicherung (DAAD-Gruppenversicherung) nicht bestätigen. Für die Ausstellung der Befreiung von der obligatorischen schweizerischen Krankenversicherung ist die deutsche Krankenkasse zuständig. Versicherte im Tarif 720 (Praktikanten, die von Deutschland aus in Ausland gehen) müssen auch während des Auslandspraktikums ihre deutsche Krankenversicherung fortführen, daher ist die deutsche Krankenkasse der richtige Ansprechpartner für die Befreiungsbescheinigung.