Forschungsschwerpunkte

Studierende in Bibliothek

Laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte

Laufende Forschungsprojekte

 

Habilitationen:
  • Dr. Gabriele Hirte: Qualitätsmerkmale inklusiven Musikunterrichts in der Grundschule.

Kurzbeschreibung:
Welche Qualitätsmerkmale kennzeichnen guten Musikunterricht und inwieweit gelten sie auch für inklusive Unterrichtssettings? Fachwissenschaftliche Forschungen zur Unterrichtsqualität von inklusivem Musikunterricht bilden gegenwärtig ein eindeutiges Forschungsdesiderat. Dabei stellt die Umsetzung der Inklusion im Unterricht ein großes Problem im schulischen Alltag dar. Als Folge zeigt sich, dass die positive Grundeinstellung der Lehrkräfte zur Verwirklichung der Inklusion in der Schule immer weiter sinkt. Vor allem die Unsicherheiten bei der Planung und Gestaltung inklusiven Unterrichts aber auch die mangelnde Befriedigung des Qualitätsanspruchs an den eigenen Unterricht werden als Hauptgründe gegen inklusives Unterrichten von den Lehrkräften genannt. Auch unter den Musiklehrkräften der Grundschule nimmt die ablehnende Haltung gegenüber dem inklusiven Unterrichten zu. Aus diesen Gründen wandte sich das Forschungsprojekt der bislang nur randständig thematisierten Frage nach den Qualitätsmerkmalen des Musikunterrichts in der Grundschule mit besonderem Blick auf inklusive Aspekte zu.

Das Forschungsprojekt richtete in einem ersten Schritt den Blick auf die Erkenntnisse der empirischen Unterrichtsforschung. Unter der grundlegenden Fragestellung, welche allgemeinen, fachübergreifenden Qualitätsmerkmale die empirische Unterrichtsforschung als Grundlage guten Unterrichts definiert, wurden hierzu die neuesten Erkenntnisse dargestellt und aus musikpädagogischer Sicht diskutiert. Im Anschluss daran wurden die fach- und schulartenübergreifenden Qualitätsmerkmale auf den Musikunterricht der Grundschule ausdifferenziert und um fachspezifische Qualitätsmerkmale erweitert. Hierzu entwickelte das Forschungsprojekt auf Grundlage der fächerübergreifenden Forschungsarbeiten zur Unterrichtsqualität von Andreas Helmke einen Unterrichtsbeobachtungsbogen speziell für den Musikunterricht der Grundschule. In einem zweiten Schritt wurden 120 Unterrichtsbeobachtungen durchgeführt, daraus zu gleichen Teilen Profile von inklusivem und nicht-inklusivem Musikunterricht erstellt und ausgewertet. Durch die Auswertung der Unterrichtsprofile konnten erstmalig Einblicke in die Gestaltung von Musikunterricht für Regelklassen und inklusive Klassen gewonnen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei den Gestaltungsmerkmalen ermittelt werden. Zudem ermöglichte die Auswertung einen Überblick darüber, ob und inwieweit der Musikunterricht in Regelklassen und Inklusionsklassen in den an der Studie teilgenommenen Grundschulen tatsächlich qualitativ unterschiedlich ist und sich die Befürchtungen der Musiklehrkräfte, inklusiver Musikunterricht würde qualitativ schlechter unterrichtet werden, bestätigen.

In einem weiteren Schritt führte das Forschungsprojekt eine Expertenbefragung mit Musiklehrkräften der Modellregion Inklusion Kempten durch. Aus den Antworten wurden wichtige Impulse zur inklusiven Unterrichtsgestaltung und hier insbesondere zu den Gemeinsamkeiten oder Unterschieden zum Musikunterricht in Regelklassen gewonnen. Außerdem wurden die Ergebnisse der Unterrichtsprofilauswertung diskutiert und die Forschungsperspektive um die Erfahrungen und Meinungen von Musiklehrkräften aus der Modellregion Inklusion Kempten erweitert.


Dissertationen:
  • Regina Brandhuber: Music moves. Üben üben mit Hilfe agiler Methoden aus der Softwareentwicklung

Kurzbeschreibung:
Die interdisziplinäre Arbeit, die in Kooperation mit der Hochschule für Musik Nürnberg betreut wird, befasst sich mit der Adaption agiler Methoden, Werkzeugen und Techniken aus der Softwareentwicklung für musikalische Übeprozesse. Dabei soll ersichtlich werden, inwiefern ein Übertrag sinnvoll erscheint, welche Potenziale er hat und wie transferierte Werkzeuge aussehen müssten, die im musikalischen Übealltag angewandt werden können. Durch die Herausarbeitung von Anknüpfungspunkten zwischen Agilität in der Softwareentwicklung und musikalischem Üben sollen konkrete Schnittstellen identifiziert werden, die einen Übertrag ermöglichen. Gleichzeitig werden Hindernisse herausgearbeitet und es wird festgestellt, ob agile Vorgehensweisen geeignet sind, um die Ziele von erfolgreichem Üben zu unterstützen. In einem iterativen Überarbeitungsprozess entstehen dabei neue, musikalisch agile Übe-Werkzeuge, die innerhalb von drei Jahren im Unterricht zusammen mit dem Feedback von Musik-Studierenden mehrerer Jahrgänge sukzessive an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst werden. Aus diesem Prozess resultieren Materialien, z. B. ein Übe-Handbuch, das als Praxis-Transfer auf konkrete Übesituationen angewandt werden kann.

Link und Kontakt: www.agile-moves.com
 

  • Melanie Herzog: Zwischen Freiheit und Zwang. Eine ambivalenztheoretische Perspektive auf schulische Musiziersituationen im Bereich Inklusion.

Kurzbeschreibung:
Die Unschärfe des Begriffs Inklusion sowie die Normativität des Inklusionsdiskurses stellen eine besondere Herausforderung deskriptiv-analytischer Forschungsarbeiten in diesem Bereich dar. Es fehlt eine Grundlagentheorie, mithilfe derer die Komplexität pädagogischen Handelns abgebildet wird, ohne normative Vorgaben zu machen. Die Fokussierung auf Ambivalenzen scheint dabei eine gewinnbringende Möglichkeit darzustellen. Dementsprechend liegt der Arbeit das Erkenntnisinteresse  zugrunde, inwiefern  eine ambivalenzbezogene Perspektive die musikpädagogische Diskussion um Inklusion erweitern kann? Dafür wird auf Grundlage von im Inklusionsdiskurs beschriebener Ambivalenzen sowie auf Grundlage struktureller Professionalisierungsantinomien (Helsper 2004, 2010) ein Theorieansatz inklusionssensiblen pädagogischen Handelns entwickelt. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird beispielhaft dargestellt, wie mithilfe dieses Theorieansatzes theoretisch-reflexiv, praktisch und empirisch gearbeitet werden kann. Als empirischer Teil werden dabei Aushandlungsprozesse zwischen Lehrpersonen und Schüler*innen in Gruppenmusiziersituationen auf Grundlage der Antinomie zwischen Freiheit und Zwang untersucht. Die empirische Untersuchung ist als Videographie konzipiert, als Auswertungsmethode wird die Video-Interaktionsanalyse nach Tuma et al. (2013) genutzt.

Link:
https://inklusives-leben-und-lernen.de/promotionsprojekt-musikpaedagogik-und-musikdidaktik/
 

  • Matthias Seitz: Vokalensemble im technologischen und sozialen Wande

Kurzbeschreibung:
Die Studie gliedert sich inhaltlich in drei Teilbereiche: (1) "Corona-Pandemie als Initialzündung für technologische und soziale Veränderungen im Vokalensemble“, (2) "Proben und Musikunterricht im digitalen Raum. Technologische Voraussetzungen und Unterrichtsqualität“ und (3) „Masterclass als didaktisches Konzept im Vokalensemble“. Als zentraler Kern der Forschungsfragen steht die neuartige Situation für Musiker während der pandemiebedingten kulturellen Einschränkungen. Wie gestaltet sich die Aufrechterhaltung der musikalischen und sozialen Aktivität und welche Rolle spielen dabei technologische Rahmenbedingungen? Lässt sich die Qualität digitaler Musikstunden durch die geltenden Modelle aktueller Unterrichtsforschung darstellen, oder impliziert das Internet andere Regeln? Methodisch stützt sich die Arbeit aufgrund ihrer sowohl quantitativen, als auch qualitativen Teilbereiche auf mehrere wissenschaftliche Verfahren: Teilnehmende Beobachtung, Experteninterviews, Fokusgruppen, Online-Survey, Eye-Tracking und Ambulatory Assessment.

Links:
matthiasseitz.de
http://märchenprinz.org​
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  • Lara Koliusis: Chorarbeit im Strafvollzug (Promotion bei Prof. Dr. Kai Koch; Zweitbetreuung: Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard)

Kurzbeschreibung: 
Im Fokus dieser Arbeit soll die methodisch-didaktische Perspektive des Chorleitens im Strafvollzug liegen, welche im Hinblick auf die musikpädagogische Forschung bislang ein Desiderat darstellt. Es scheint erkennbar, dass die Arbeit der Chorleitenden im Strafvollzug besondere Kompetenzanforderungen auf struktureller, pädagogischer, didaktischer sowie methodischer Ebene mit sich bringt. Diesem Aspekt soll mit einem offenen qualitativen Ansatz und damit zusammenhängenden Expert*inneninterviews mit Chorleitenden im Strafvollzug nachgegangen werden, um das Tätigkeitsfeld ein Stück weit zu systematisieren. Resultat dieser Systematisierung könnte bspw. die Entwicklung struktureller Konzeptionen sein, welche die Grundfrage nach dem Gelingen von Chorarbeit im Strafvollzug beantworten.
 

  • Sandra Sinsch: Musikangebote im Maßregelvollzug Uchtspringe (Sachsen-Anhalt): Bedingungsfaktoren zur Ressourcenstärkung und Förderung von Teilhabe, sozialem Lernen und kultureller Bildung

    Kurzbeschreibung:

    Die Anzahl der im Maßregelvollzug (Forensische Psychiatrie) Untergebrachten wird in Deutschland auf rund 13.000 geschätzt. Nicht nur die Anzahl der Einweisungen steigt kontinuierlich an, sondern auch Anzahl der Patient*innen mit einer Unterbringungsdauer von mehr als zehn Jahren. Im Gegensatz zum regulären Strafvollzug ist die Dauer der Unterbringung unbefristet und wird in regelmäßigen Abständen gerichtlich überprüft. Aus diesen langen Behandlungsverläufen ergibt sich ein ebenso spannendes wie herausforderndes Tätigkeitsfeld für Musikpädagog*innen. Denn in der Arbeit mit psychisch kranken Straftäter*innen sind inklusionssensibles Handeln und Rücksicht auf die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. Bislang liegt keine wissenschaftliche Grundlagenarbeit zur musikalischen Arbeit im Maßregelvollzug vor. Diese Lücke soll durch diese Forschungsarbeit, die im Maßregelvollzugszentrum Sachsen-Anhalt in Stendal-Uchtspringe durchgeführt wird, geschlossen werden. Anhand von “good practice”-Beispielen wird in einer qualitativen Fallstudie untersucht, wie Musikangebote für psychisch kranke Straftäter*innen konzipiert sein müssen, um auf der Basis des Rechts auf kulturelle Bildung und Teilhabe die persönlichen und sozialen Ressourcen der Untergebrachten möglichst umfassend zu fördern. Die Ergebnisse werden mit theoriegenerierenden Expert*inneninterviews in Bezug gesetzt. Die Analyse von unterschiedlichen Situationen und Settings soll aufzeigen, welche Maßnahmen besonders gut oder auch besonders schlecht wirken. Anhand der Ergebnisse können musikpädagogische Zielsetzungen im Maßregelvollzug begründet und formuliert werden.

    Link und Kontakt: https://www.sandrasinsch.de

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

  • Leitung eines Teilforschungsprojekts zu den Qualitätsmerkmalen inklusiven Musikunterrichts in der Grundschule im Rahmen der Beteiligung am interdisziplinären Verbundforschungsprojekt „Inklusives Leben und Lernen“, gefördert von der Freisinger Bischofskonferenz (abgeschlossen, Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard)
  • Empirische Untersuchung zu "Chorsingen in Deutschland" in Kooperation mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Prof. Dr. Gunter Kreutz. (abgeschlossen, Leitung: Prof. Dr. Peter Brünger)
  • Empirische Forschungen zum Singen im Vorschulalter auf dem Hintergrund veränderter familiärer Anregungspotentiale im Elternhaus. (abgeschlossen, Leitung: Prof. Dr. Peter Brünger)
  • Musikpädagogische Konsequenzen aus veränderten Singverhaltensweisen für didaktisch-methodische Fragestellungen des Singens in der Schule. (abgeschlossen, Leitung: Prof. Dr. Peter Brünger)
  • Unterrichtsforschung zur Vermittlung musikalischer Grundkompetenzen durch vielseitige musikalische Praxis in den Bereichen Singen, Instrumentalspiel, Bewegung und Musikhören. (abgeschlossen, Leitung: Prof. Dr. Peter Brünger)

Betreute Qualifikationsarbeiten

Unter "Betreute Qualifikationsarbeiten" finden Sie eine Übersicht der seit 2015 betreuten Abschlussarbeiten, die Auflistung der Arbeiten bis 2014 finden Sie HIER.

Internationale Tagungen

Nationale Tagungen

seit 2016 Organisation und Leitung der halbjährig stattfindenden Tagungen des Arbeitskreises der Musikdidaktiker an bayerischen Musikhochschulen und Universitäten (AMD), Organisation und Leitung der Jahrestagungen der Konferenz Musikpädagogik an Wissenschaftlichen Hochschulen (KMpWH) zusammen mit Prof. Dr. Thomas Krettenauer seit 2020, Mitorganisation von Fachtagungen für den Bayerischen Musikrat seit 2016