Mit “Rundherum in meiner Stadt” begründet Ali Mitgutsch 1968 das Genre des Wimmelbuchs im engeren Sinne. Die großformatigen, detailreichen Bilder voller Bewegung und zahlreicher Miniaturszenen aus dem Alltag sind aus der Bilderbuchlandschaft seitdem kaum mehr wegzudenken. Die Ausstellung “Augen auf! Ali Mitgutsch und das große Gewimmel” an der Internationalen Jugendbibliothek in München zeigt Originale zu seinen Wimmelbüchern, würdigt darüber hinaus aber auch in anderen Bildern, Zeichnungen und Skizzen die Breite seines künstlerischen Schaffens.
Cornelia Rémi beschäftigt sich schon seit Längerem aus literarurwissenschaftlicher und fachdidaktischer Perspektive mit Wimmelbildern und Wimmelbüchern und hat den Begriff wimmelbook auch in der englischsprachigen Forschung etabliert; von ihr stammt unter anderem der einschlägige Übersichtsartikel im Routledge Companion to Picturebooks. In einem Interview mit der ZDF-Reporterin Christiane Lange legte sie anlässlich der Mitgutsch-Ausstellung unter anderem dar, weshalb die “kalkulierte Unübersichtlichkeit” von Wimmelbüchern kein Defizit, sondern ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist, begründete, weshalb sich solche Bücher besonders gut zur Sprachförderung eignen, und erklärte genauer, wie erwachsene Vor- und Mitleser beim gemeinsamen Betrachten von Wimmelbüchern besonders gefordert sind: “Wimmelbilderbücher sind sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder ein Crashkurs in gutem Vorlesen, im Betrachten von Bilderbüchern, im gemeinsamen Lesen überhaupt.”
Am 18. September war ein Fernsehbeitrag mit Auszügen aus diesem Interview bei ZDFheute zu sehen.
ZDF-Interview: Wimmelbücher - “Ein Crash-Kurs für Erwachsene und Kinder”